Android, Pflicht

ePA ab Juli: Android 14 und iOS 18 Pflicht – ältere Geräte gesperrt

01.07.2026 - 07:41:32 | boerse-global.de

Ab Juli 2026 gelten neue Regeln fĂĽr DiGA, ePA und Apotheken. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet mit neuen Abrechnungsziffern und Technikstandards voran.

DiGA, ePA & Telemedizin: Digitale Neuerungen im Gesundheitswesen ab Juli 2026
Android - Eine medizinische Fachkraft betrachtet eine Tablet-App, die digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) symbolisiert, in einer modernen Klinik. 01.07.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Im Zentrum stehen Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) – zertifizierte Medizinprodukte, die den therapeutischen Alltag ergänzen. Während sich DiGA in Diabetologie, Kardiologie und Psychotherapie etabliert haben, rücken nun Infrastruktur und Recht in den Fokus.

Der DiGA Fast Track: HĂĽrden und Chancen

Der Zugang zur Regelversorgung läuft in Deutschland über das Fast-Track-Verfahren beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Grundlage ist § 139e SGB V. Für eine dauerhafte Aufnahme ins DiGA-Verzeichnis müssen Hersteller einen positiven Versorgungseffekt nachweisen.

Die dreimonatige Bewertungsfrist beginnt erst mit vollständigen Unterlagen. Bei Risikoklasse IIa ist eine vorläufige Aufnahme zur Erprobung möglich – wenn der Sofortnachweis fehlt. Höhere Klassen wie IIb erfordern eine abgeschlossene Konformitätsbewertung mit einer Benannten Stelle. Eine vorläufige Aufnahme gibt es hier nicht.

Häufige Hürden? Unzureichende Evidenz und unrealistische Zeitplanung, so Experten.

Neue Abrechnungsziffern fĂĽr digitale Therapie

Ein Schlüsselfaktor für Akzeptanz ist die Abbildung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM). Ab Juli 2026 führen Krankenkassen neue Abrechnungsziffern ein. Verschiedene Fachgruppen können dann die Verlaufskontrolle und Auswertung spezifischer Anwendungen – wie der Therapie-App Axia – vergüten.

Der Trend ist klar: Digitale Anwendungen werden zum integralen Bestandteil der ärztlichen Dokumentation und Steuerung.

Auch bei chronischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose (MS) setzen Ärzte verstärkt auf digitale Lösungen. Die Brisa-App kombiniert digitale Tagebücher mit Wearable-Daten. Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2024 bestätigen: Digitale Biomarker wie Schrittzahl und Ganggeschwindigkeit sind relevant für die Krankheitsüberwachung.

Apotheken als neue Telemedizin-Station

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Ab Juli 2026 werden ältere Smartphones für die ePA gesperrt – Android 14 oder iOS 18 sind Pflicht. In diesem Leitfaden erfahren Sie in drei Schritten, ob Ihr Gerät betroffen ist und wie Sie die ePA korrekt einrichten. Jetzt kostenlosen ePA-Leitfaden anfordern

Mit dem Digital-Gesetz (DigiG) erweitert sich das Aufgabenspektrum der Apotheken. Ab Anfang Juli 2026 dürfen sie assistierte Telemedizin anbieten. Das umfasst strukturierte Ersteinschätzungsverfahren (SmED) sowie die Begleitung von Videosprechstunden – technisch und räumlich.

Voraussetzung: Geschultes Personal und ein separater Beratungsraum. Die VergĂĽtung erfolgt ĂĽber ein degressives Honorarmodell. Es startet bei 30 Euro und sinkt bis 2029 auf 21,50 Euro.

Jan-Niklas Francke vom Deutschen Apothekerverband (DAV) rechnet mit einem schrittweisen Aufbau ĂĽber mehrere Monate. Spezialisierte Portale sollen kĂĽnftig ĂĽber Standorte informieren.

ePA: Neue Technik, alte Geräte ausgesperrt

Die elektronische Patientenakte (ePA) stellt Versicherte vor neue Anforderungen. Ab Juli 2026 setzen die ePA-Apps der Krankenkassen aktuelle Betriebssysteme voraus – Android 14 oder iOS 18.

Hintergrund: Der Wechsel der Verschlüsselungsstandards auf Elliptic Curve Cryptography (ECC). Das erhöht die Datensicherheit, sperrt aber ältere Endgeräte aus. Kritiker bemängeln den erschwerten barrierefreien Zugang.

Bleibende Baustelle: die Haftungsfrage. Während Dokumentationspflichten strenger werden, ist die Haftung bei fehlerhaften KI-Empfehlungen auf europäischer Ebene noch ungeklärt.

Neue Pauschale fĂĽr chronisch Kranke

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Die neue Halbjahrespauschale für chronisch Kranke ab Juli 2026 bringt zusätzliche Bürokratie. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie die neuen EBM-Ziffern für digitale Therapie korrekt abrechnen und welche Geräte für die ePA zwingend nötig sind. EBM-Übersicht und ePA-Checkliste sichern

Ebenfalls ab Juli 2026: eine neue Halbjahrespauschale für die Versorgung chronisch Kranker. Sie gilt für Erwachsene von 18 bis 74 Jahren mit genau einer definierten chronischen Erkrankung – Bluthochdruck, Schilddrüsenunterfunktion oder Fettstoffwechselstörungen. Voraussetzung: Behandlung mit einem verschreibungspflichtigen Medikament.

Die Fachwelt diskutiert kritisch. Patienten mit mehreren Begleiterkrankungen erfasst die Pauschale nicht. Das könnte den administrativen Aufwand in den Praxen erhöhen.

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