Versicherten, Hilfsangebot

ePA-Ombudsstellen: 76 Prozent der Versicherten kennen Hilfsangebot nicht

30.05.2026 - 04:40:38 | boerse-global.de

76 Prozent der gesetzlich Versicherten kennen die ePA-Ombudsstellen nicht. Gematik plant zentrale Steuerung der Telematikinfrastruktur.

Take-Two: La solidez operativa que el mercado pasa por alto - Foto: über boerse-global.de
Take-Two: La solidez operativa que el mercado pasa por alto - Foto: über boerse-global.de

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist in Deutschland seit Januar 2025 Pflicht – doch die Aufklärung hinkt hinterher. Eine aktuelle Umfrage offenbart massive Defizite.

Rund 76 Prozent der gesetzlich Versicherten kennen die gesetzlich vorgeschriebenen Ombudsstellen für Fragen zur ePA nicht. Das ergab eine repräsentative Erhebung der Verbraucherzentrale Hamburg vom 29. Mai 2026. Nur jeder vierte Versicherte verwaltet seine digitalen Gesundheitsdaten aktiv.

Beratungsangebote bleiben unbekannt

Anzeige: 76 Prozent der gesetzlich Versicherten kennen die ePA-Ombudsstellen nicht – dabei sind sie genau für Sie da, wenn die Technik überfordert. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen alle Hilfsangebote, Schritt für Schritt. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Dabei sind die Ombudsstellen genau für jene Patienten gedacht, die mit der Technik überfordert sind. Sie bieten kostenlose Unterstützung bei ePA-Fragen – dürfen aber keine persönlichen medizinischen Dokumente einsehen. „Patienten müssen keine IT-Experten sein, um von der ePA zu profitieren", betont Dr. Nicolas Kahl. Ärzte können die Akte nach Vorlage der Gesundheitskarte 90 Tage lang einsehen.

Doch die Umfrage zeigt: Die Kommunikation der Hilfsangebote ist unzureichend. Viele Versicherte wissen schlicht nicht, an wen sie sich wenden können.

Gematik plant zentrale Steuerung

Die nationale Digitalagentur Gematik will die instabile Telematikinfrastruktur (TI) grundlegend umbauen. Ein vertrauliches Strategiepapier vom 8. Mai 2026 skizziert den Wechsel von einem dezentralen Marktmodell zu einer zentralisierten Plattform. Der Hintergrund: 2025 gab es durchschnittlich 25 Störungen pro Monat – allein für ePA und E-Rezept jeweils über 160 spezifische Vorfälle.

Der Plan, über den am 19. Juni 2026 abgestimmt wird, sieht vor, die Zahl der Backend-Instanzen von 114 auf 31 zu reduzieren. Ziel ist eine durchgängige Verantwortung der Gematik. Die alte „TI 1.0" soll bis Ende 2030 abgeschaltet werden. Die ePA soll künftig als zentrale Open-Source-Lösung betrieben werden.

Europa treibt Gesundheitsdatenraum voran

Die EU arbeitet am Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS). EU-Kommissar Olivér Várhelyi hat für den 10. Juni 2026 einen Umsetzungsdialog angesetzt. Themen sind grenzüberschreitende Versorgung und die Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten für die Forschung.

Das EU-Projekt UNITE, mit 20 Millionen Euro aus Horizon Europe finanziert, hat Anfang der Woche seine ersten drei Gewinner bekannt gegeben. Projekte zu Herzinsuffizienz, Neonatologie und Strahlenschutz teilen sich 3,788 Millionen Euro für personalisierte Fernversorgung.

Neue Regeln für Versichertendaten

Der aktualisierte Verhaltenskodex für die Versicherungswirtschaft vom 29. Mai 2026 präzisiert den Umgang mit Gesundheitsdaten nach der DSGVO. Klarere Transparenzpflichten und die Festlegung des Einwilligungsalters auf 16 Jahre stehen im Fokus.

Das geplante GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz bringt ab 2027 eine Neuerung: Krankenkassen dürfen dann Empfänger von Krankengeld ohne vorherige Zustimmung kontaktieren. Betroffene können erst nach der ersten Kontaktaufnahme widersprechen. Hintergrund: Die Krankengeldausgaben erreichten 2025 rund 21,6 Milliarden Euro.

Das Gesetz sieht zudem Kürzungen der Krankenhausfinanzierung vor: 4,6 Milliarden Euro weniger im Jahr 2027, steigend auf 10,5 Milliarden Euro jährlich ab 2030. Ein gestaffeltes System für Krankschreibungen ist ebenfalls geplant.

Internationale Digitalisierung im Vergleich

Weltweit verfolgen Länder unterschiedliche Strategien:

Anzeige: Ihre Krankenkasse muss Ihnen bei ePA-Problemen helfen – doch kaum jemand weiß das. Der aktuelle Verhaltenskodex verpflichtet zu klaren Transparenzpflichten. Unser Leitfaden fasst Ihre Rechte zusammen und zeigt, wie Sie Unterstützung bekommen. Ihre ePA-Rechte jetzt sichern

  • Vietnam startete am 5. Mai eine Kampagne zur vollständigen Aktivierung digitaler Gesundheitsakten bis zum 25. Juni 2026.
  • Kanada erweitert die Partnerschaft mit Oracle Health: Nova Scotia Health deckt nun die Hälfte der Provinzbevölkerung ab.
  • Kenia nutzt das KenyaEMR-System in über 2.300 Kliniken mit lokaler Datenverarbeitung.
  • Australien stellt 598,3 Millionen australische Dollar für das „My Health Record"-System bereit.

Großbritannien: Milliarden-Potential ungenutzt

Eine BCG-Analyse zu NHS-Programmen zeigt: Elektronische Patientenakten werden oft als Endpunkt betrachtet, nicht als Werkzeug. Dabei könnten Krankenhäuser bis zu 60 Millionen Pfund pro Einrichtung freisetzen – durch Fokus auf messbare Ergebnisse und standardisierte Prozesse. Der Schlüssel zum Erfolg: tiefe klinische Einbindung und klare Verantwortlichkeiten, nicht bloße Technikeinführung.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69445992 |