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ePA-VergĂŒtung lĂ€uft aus: Mediziner sollten bis Ende 2026 handeln

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 01:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Medizinische Einrichtungen optimieren Prozesse und digitalisieren AblÀufe, um Personalkosten zu senken und Effizienz zu steigern.

Praxen setzen auf Lean-Management und Digitalisierung gegen Kostendruck
Mediziner - HĂ€nde eines medizinischen Fachpersonals, die ein Tablet und Papierdokumente bearbeiten, symbolisieren Effizienz und Digitalisierung in einer Arztpraxis. 08.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Immer mehr Praxen setzen deshalb auf eine Kombination aus Lean-Management und Digitalisierung. Die Methode verspricht enorme Einsparungen.

Weniger Chaos, mehr Effizienz

Lean-Management stammt ursprĂŒnglich aus der Industrie. Ziel ist es, Verschwendung zu eliminieren und den Fokus auf den Patienten zu legen. Prozessberater analysieren den laufenden Betrieb, identifizieren EngpĂ€sse und strukturieren AblĂ€ufe neu.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Durch konsequente Prozessoptimierung lassen sich Personalkosten um bis zu 65 Prozent senken. Unterbrechungen im Praxisalltag reduzieren sich um die HÀlfte, der Verwaltungsaufwand sinkt um bis zu 60 Prozent. In der KieferorthopÀdie setzen Experten zudem auf evidenzbasierte Protokolle, um unnötige Termine zu vermeiden.

Digitalisierung entlastet das Personal

Seit Januar 2025 gilt in Deutschland die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich. Praxen mĂŒssen auf Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD umstellen. Das senkt nicht nur die FehleranfĂ€lligkeit, sondern verkĂŒrzt auch die Durchlaufzeiten in der Rechnungsverarbeitung.

Noch einen Schritt weiter gehen die Projekte fĂŒr digitale hausĂ€rztliche Versorgungsassistenzen (DIHVA). In Nordrhein-Westfalen wird das Modell seit Herbst 2025 erprobt, in Mecklenburg-Vorpommern seit Juni 2026. KĂŒnstliche Intelligenz ĂŒbernimmt die ErsteinschĂ€tzung – mit beeindruckendem Ergebnis: Patienten sparten im Schnitt eine Stunde und 20 Minuten Fahrtzeit.

Die elektronische Patientenakte (ePA) bringt aktuell noch Geld. FĂŒr die BefĂŒllung erhalten Mediziner 11,34 Euro nach GOP 01648. Diese VergĂŒtung lĂ€uft jedoch Ende 2026 aus. Ab Januar 2027 wird mit einer Absenkung gerechnet. Wer die ePA noch nicht implementiert hat, sollte sich also beeilen.

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DĂŒstere Prognosen fĂŒr die Finanzen

Die Notwendigkeit fĂŒr effiziente Strukturen wird durch die Finanzprognosen untermauert. Allein fĂŒr den Bereich der KassenĂ€rztlichen Vereinigung Baden-WĂŒrttemberg rechnen SchĂ€tzungen fĂŒr 2027 mit Honorarminderungen von rund 200 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 120 Millionen Euro auf gestrichene EBM-Ziffern.

Bis 2030 drohen weitere Budgetierungen. In Fachgebieten wie der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde könnten die Einbußen bei bis zu zwölf Prozent liegen.

FĂŒr zusĂ€tzlichen ZĂŒndstoff sorgen politische PlĂ€ne: Eine Attestpflicht bereits ab dem ersten Krankheitstag und die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Mediziner warnen vor ĂŒberfĂŒllten Wartezimmern und einem Anstieg der BĂŒrokratie.

Viele Praxisinhaber reagieren mit organisatorischen VerĂ€nderungen. Der Vergleich zwischen Offener Gesellschaft (OG) und GmbH zeigt: Steuerliche Aspekte und der Wunsch nach besserer Work-Life-Balance in Gruppenpraxen geben zunehmend den Ausschlag fĂŒr eine Neuausrichtung.

Technik als RĂŒckgrat der Praxis

Eine leistungsfĂ€hige IT-Infrastruktur ist heute Pflicht. Dazu gehören sichere Cloud-Lösungen, moderne Telefonanlagen und neue Funkstandards wie Wi-Fi 7. Gerade in GebĂ€uden mit vielen Nutzern sorgt das fĂŒr stabile Vernetzung.

In Urlaubszeiten setzen Zahnarztpraxen verstĂ€rkt auf mobile Arbeitslösungen fĂŒr administrative Aufgaben wie die Abrechnung. UniversitĂ€tskliniken digitalisieren ihre interne Logistik mit Software fĂŒr den Materialtransport und Smart Lockern fĂŒr die sichere PostĂŒbergabe. Das minimiert Laufwege und vermeidet MedienbrĂŒche.

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Gleichzeitig steigt der Bedarf an Qualifizierung. Die KassenĂ€rztliche Vereinigung Bayerns bietet Fortbildungen zu Datenschutz, Abrechnung und KI in der Praxis-IT an. Das Praxispersonal muss auf die verĂ€nderten Anforderungen vorbereitet sein – denn der Druck wird nicht nachlassen.

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