EPC-Mitgliedschaft: PayPal erhält Stimme in europäischen Zahlungsstandards
05.07.2026 - 04:05:01 | boerse-global.de
München – PayPal hat einen Sitz im Europäischen Zahlungsverkehrsrat (EPC) erhalten. Die Entscheidung fiel am 2. Juli 2026 und gibt dem Digitalzahlungsriesen eine direkte Stimme bei der Gestaltung des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (SEPA). Das Gremium legt die Regeln für die Zahlungsinfrastruktur in 41 Ländern fest.
Strategischer Schritt nach BrĂĽssel
Mit der Mitgliedschaft will PayPal künftig an der Weiterentwicklung von SEPA-Standards mitwirken. Im Fokus stehen dabei Interoperabilität, Echtzeit-Zahlungen und Betrugsprävention. Sean Byrne, Chef von PayPal Europa, betonte, das Unternehmen wolle seinen Beitrag zur europäischen Zahlungsinfrastruktur leisten und gleichzeitig Künstliche Intelligenz nutzen, um die Nutzererfahrung zu verbessern.
Der EPC hatte den Antrag von PayPal bereits Ende Juni begrüßt. Der Rat verwaltet die technischen Standards, die Euro-Zahlungen europaweit vereinheitlichen. PayPal zählt weltweit mehr als 430 Millionen aktive Konten und will seine Plattform nun stärker an regionalen Trends ausrichten – etwa an den Plänen der Europäischen Zentralbank (EZB) für sekundenschnelle Abwicklungssysteme.
Aktie erholt sich leicht
Die Nachricht über die EPC-Mitgliedschaft ließ die PayPal-Aktie (PYPL) am 2. Juli um rund drei Prozent auf 45,47 US-Dollar steigen. Das ist eine willkommene Erholung nach einem schwierigen Jahr: In den vergangenen zwölf Monaten hatte der Kurs um 40 Prozent nachgegeben.
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Die Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026 fielen gemischt aus. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 8,35 Milliarden US-Dollar, das gesamte Zahlungsvolumen (TPV) legte um elf Prozent zu. Der Nettogewinn nach US-Bilanzierungsstandards (GAAP) sank dagegen um 14 Prozent auf 1,11 Milliarden US-Dollar. Unter CEO Enrique Lores hat der Konzern eine Neuorganisation in drei Geschäftsbereiche eingeleitet und ein Sparprogramm aufgelegt, das in den nächsten zwei bis drei Jahren 1,5 Milliarden US-Dollar einsparen soll.
Neue Technologien fĂĽr den Checkout
Parallel zum politischen Vorstoß treibt PayPal auch die technische Entwicklung in Europa voran. Mitte Juni 2026 führte das Unternehmen in mehreren Ländern – darunter Deutschland, Großbritannien und Australien – einen passkey-basierten Checkout ein. Das System ersetzt herkömmliche Passwörter durch biometrische Gerätedaten. Laut Unternehmensangaben steigt die Konversionsrate beim Gast-Checkout dadurch um 18 bis 22 Prozent.
Das „Fastlane"-Netzwerk für wiedererkennbare Käufer hat in den USA inzwischen 60 Millionen Profile erreicht. Interne Daten zeigen, dass diese Ein-Klick-Bezahllösung die Konversionsrate beim Gast-Checkout um bis zu 40 Prozent verbessern kann – im Vergleich zu Standardformularen. Der Dienst ist mittlerweile auf mehreren Plattformen verfügbar, darunter WooCommerce, BigCommerce und Salesforce Commerce Cloud.
Europas Zahlungslandschaft im Umbruch
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Der Zeitpunkt des PayPal-Beitritts ist kein Zufall. Am 4. Juli 2026 startete die EZB offiziell ihr TARGET Instant Payment Settlement (TIPS) -System. Es ermöglicht Euro-Überweisungen innerhalb von Sekunden zu Kosten von nur 0,002 Euro pro Transaktion. Acht große Banken aus Spanien, Deutschland und Frankreich gehören zu den ersten Teilnehmern. PayPal hat seine Unterstützung für die Initiative signalisiert.
Der Wettbewerb im europäischen Digitalzahlungsmarkt wird härter. Erst am 2. Juli 2026 – dem Tag der PayPal-Entscheidung – erhielt auch die europäische Einheit des indischen Anbieters Paytm eine Zahlungsinstitutslizenz in Luxemburg. Beide Unternehmen wollen unter dem EU-Regulierungsrahmen ihre Position in Europa ausbauen.
