Equines, Metabolisches

Equines Metabolisches Syndrom: Fressbremsen senken Insulinspitze um 47%

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studie belegt: Fressbremsen reduzieren Insulinspitzen bei EMS-Pferden deutlich und senken so das Risiko fĂĽr Hufrehe erheblich.

EMS bei Pferden: Fressbremse senkt Insulinspiegel um 47 Prozent
Ein Pferd mit Fressbremse auf einer grünen Weide im Sonnenlicht, ein Symbol für präventives Gesundheitsmanagement bei Pferden. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rund 90 Prozent aller Hufrehe-Fälle gehen mittlerweile auf eine gestörte Insulinregulation zurück. Für betroffene Tiere entscheidet eine frühzeitige Diagnose über die Lebensqualität.

Insulindysregulation als zentraler Risikofaktor

Die Diagnose von EMS basiert auf dem Nachweis einer gestörten Insulinantwort. Als validiertes Verfahren gilt der orale Zuckertest. Besonders gefährdet sind Ponys, Isländer und Araber – sie haben eine genetische Disposition für effiziente Futterverwertung.

Das Therapieziel: Übergewicht abbauen und die Insulinsensitivität steigern. Experten empfehlen kontrollierte Bewegung kombiniert mit strenger Diät. Die Fütterung sollte zucker- und stärkearm sein. Der Gehalt an nicht-strukturellen Kohlenhydraten (NSC) sollte idealerweise unter 10 Prozent der Trockenmasse liegen.

Fressbremsen senken Insulinspiegel signifikant

Eine Studie im Journal of Equine Veterinary Science belegt die Wirksamkeit von Fressbremsen (Grazing Muzzles). Bei Pferden mit Insulindysregulation sank die Insulinspitze während einer zehnstündigen Weidezeit deutlich.

Die Werte: Ohne Schutz lagen sie bei durchschnittlich 45,6 µIU/mL, mit Fressbremse bei 24,3 µIU/mL. Die Trockenmasse-Aufnahme reduzierte sich bei Pferden um 30 Prozent, bei Ponys sogar um bis zu 83 Prozent. Fressbremsen gelten daher als wirksames Instrument, um lebensbedrohliche Reheschübe zu verhindern.

Abgrenzung zu PPID und ergänzende Therapie

Anzeige

90% aller Hufrehe-Fälle sind insulinbedingt – doch mit der richtigen Fütterung und einer Fressbremse lässt sich das Risiko drastisch senken. Dieser Report fasst die aktuelle Studienlage zusammen und liefert eine praktische Checkliste für die Diagnose und den Fütterungsplan. Jetzt kostenlosen EMS-Report anfordern

Eine präzise Differenzialdiagnose ist entscheidend – besonders die Abgrenzung zum Pituitary Pars Intermedia Dysfunction (PPID), früher als Equines Cushing-Syndrom bekannt. PPID betrifft rund 21 Prozent der älteren Pferde und erfordert eine spezifische medikamentöse Therapie, meist mit Pergolid.

Eine Studie vom Oktober 2025 untersuchte zudem Blaulicht-Masken bei PPID-Patienten. Die Lichttherapie verbesserte den Fellzustand und führte zu früherem Haarwechsel. Solche Ansätze werden zunehmend als ergänzende Maßnahmen diskutiert.

Orthopädische Folgen und Sekundärerkrankungen

EMS ist häufig mit weiteren Problemen verbunden. Versicherungsdaten zeigen: Das Equine Magengeschwürsyndrom (EGUS) spielt in über 20 Prozent der Versicherungsfälle eine Rolle – oft als Symptom einer unentdeckten Grunderkrankung.

Besonders kritisch: chronische Fälle bei Eseln. Sie zeigen Schmerzen oft erst sehr spät. Eine Hufbeinrotation – häufige Folge von fütterungsbedingter Rehe – wird dann oft erst per Röntgen entdeckt. Nötig sind individuell angepasste orthopädische Hilfsmittel wie Hufschuhe oder spezielle Polster.

Neue Forschungskooperationen gestartet

Anzeige

Ponys, Isländer und Araber haben genetisch eine hohe Disposition für EMS – oft unerkannt. Bevor die nächste Weidesaison beginnt, sollten Sie Ihren Pferdebestand testen. Der Report zeigt, wie der orale Zuckertest funktioniert und welche NSC-Grenzwerte wirklich schützen. EMS-Checkliste jetzt sichern

Im Juli 2026 wurden neue Kooperationen im Bereich der Pferdewissenschaften initiiert. In SĂĽdwestengland unterzeichneten mehrere Organisationen, darunter die Hartpury University, eine Vereinbarung zur GrĂĽndung eines Exzellenzzentrums fĂĽr pferdegestĂĽtzte Dienste. Im Fokus steht die evidenzbasierte Wohlfahrt.

Parallel treibt die Forschungseinrichtung Agroscope Projekte zur Optimierung der Pferdehaltung voran. Dazu gehören artenreiches Heu und die digitale Erfassung von Arbeitsabläufen in der Gruppenhaltung. Ziel ist es, Energieverbrauch und Bewegungsverhalten besser zu steuern – und Zivilisationskrankheiten wie EMS durch eine naturnahere Haltung vorzubeugen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69809280 |