Erbschaftsteuer, BFH

Erbschaftsteuer: BFH kippt Steuer bei leerem Erbe im Juni

28.06.2026 - 04:52:53 | boerse-global.de

BFH senkt Erbschaftsteuer bei leerem Erbe auf null. Spanien verschärft Testamentsregeln, UK und USA passen Freibeträge an.

Erbschaftsteuer bei leerem Erbe: BFH-Urteil und neue Regeln
Erbschaftsteuer - Eine stilisierte, antike Weltkarte mit roten und blauen Linien, die rechtliche und finanzielle Verbindungen zwischen Ländern darstellen. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gerichte in Deutschland und Spanien sowie Gesetzesänderungen in den USA und Großbritannien setzen neue Maßstäbe für Erben und Erblasser. Besonders die Steuerlast bei leerem Erbe und formale Anforderungen an Testamente stehen im Fokus.

BFH: Keine Steuer, wenn das Erbe leer ist

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat im Juni 2026 entschieden: Wer unverschuldet keinen Zugriff auf sein Erbe bekommt, kann eine Minderung der Erbschaftsteuer auf null verlangen. Das gilt etwa, wenn andere Beteiligte Vermögenswerte unrechtmäßig an sich genommen haben. Die Finanzbehörden müssen die tatsächliche wirtschaftliche Bereicherung prüfen.

Parallel dazu stärkte der BFH im Mai die Position von Erben bei den Kosten. Rechtsanwaltskosten für Erbauseinandersetzungen sind als Nachlassverbindlichkeiten absetzbar. Das Finanzgericht Düsseldorf legte zudem fest: Bei Immobilien im Nachlass hat der tatsächlich erzielte Verkaufswert Vorrang vor theoretischen Gutachten.

Die Freibeträge bleiben 2026 unverändert – 400.000 Euro für Kinder. Komplex bleibt die Bewertung von Auslandsvermögen. So wurden Zahlungen aus US-401(k)-Pensionsplänen bis Anfang 2025 steuerlich wie inländische Renten behandelt.

Spanien: Neue Doktrin und strenge Formvorschriften

Der Oberste Gerichtshof Spaniens gab Ende Juni seine bisherige Doktrin zur „Vererbung des Erbrechts“ (ius transmissionis) auf. Stirbt ein Erbe, bevor er die Erbschaft annehmen oder ausschlagen konnte, gehen die Vermögenswerte direkt in dessen eigenen Nachlass über. Das stärkt unter anderem die Pflichtteilsrechte von Witwen.

Zudem verschärft Spanien die Anforderungen an Testamente zugunsten von Pflegekräften. Eine Erbeinsetzung ist nur mit einem offenen notariellen Testament wirksam – handschriftliche Testamente sind ungültig.

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Wer unverschuldet keinen Zugriff auf sein Erbe erhält, kann die Erbschaftsteuer auf null senken – das hat der BFH im Juni entschieden. Unser Leitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie vorgehen und welche Fallstricke bei Auslandsvermögen lauern. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Seit Anfang 2025 ist zudem eine Mediation oder ein Schiedsverfahren Pflicht, bevor man zivilrechtliche Klagen im Erbrecht einleiten kann. Das soll die Gerichte entlasten. Regionen wie Andalusien und die Balearen haben spezifische Vergünstigungen bei der Schenkung- und Erbschaftsteuer eingeführt.

Großbritannien und USA: Neue Freibeträge und Deckelungen

In Großbritannien gilt ab dem 6. April 2026 eine Deckelung für Steuererleichterungen (APR/BPR). Die volle Entlastung von 100 Prozent gibt es nur noch für die ersten 2,5 Millionen Pfund Betriebs- oder landwirtschaftliches Vermögen.

Die USA haben die Freibeträge 2026 an die Inflation angepasst. Oregon hob den Freibetrag für die Erbschaftsteuer im Frühjahr auf 2,5 Millionen US-Dollar an. Experten warnen: Bei geerbten Immobilien im Ausland können Steuerbelastungen entstehen, die über dem Wert der Erbschaft liegen – etwa wenn Amortisation oder regionale Wertzuwachssteuern nicht berücksichtigt werden.

Stiftungsmodelle für Großvermögen

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Formale Fehler bei Testamenten können teuer werden – vor allem in Spanien, wo handschriftliche Testamente für Pflegekräfte ungültig sind. Unser Leitfaden enthält Muster-Formulierungen für notarielle Testamente und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Bewertung von Auslandsvermögen. Testament-Muster jetzt sichern

Bei sehr großen Vermögen rücken Stiftungslösungen in den Fokus. Ein aktuelles Beispiel: Der Nachlass des Pharma-Erben Henri Beaufour. Sein Anteil am Unternehmen Ipsen (bewertet mit etwa 3,4 Milliarden Euro) wurde für 15 Jahre an eine Stiftung in Luxemburg übertragen.

Die Stiftung erhält jährlich zwei Millionen Euro. Ein Trust auf Curaçao sichert weitreichende Vetorechte. Die französische Börsenaufsicht sieht die Kontrolle über Ipsen (Umsatz 2025: 3,7 Milliarden Euro) durch diese Konstruktion nicht gefährdet. Solche Modelle verhindern die Zersplitterung von Aktienpaketen bei Erbgängen.

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