Erbschaftsteuer: FĂŒnf BundeslĂ€nder fordern SchlieĂung von SteuerlĂŒcken
24.06.2026 - 07:55:25 | boerse-global.de
Besonders die Kombination aus EU-Erbrecht und nationalen Steuervorschriften sorgt fĂŒr böse Ăberraschungen. Wer nicht frĂŒhzeitig plant, zahlt drauf.
Wohnsitz entscheidet ĂŒber Erbrecht
Seit 2015 gilt in der EU das Wohnsitzprinzip. MaĂgeblich ist das Erbrecht des Landes, in dem der Verstorbene zuletzt lebte â unabhĂ€ngig von der Staatsangehörigkeit. FĂŒr internationale BĂŒrger bedeutet das: Deutsches Recht kann selbst dann gelten, wenn der Pass eines anderen Landes im Schrank liegt.
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Das gröĂte Risiko? Die gesetzliche Erbfolge. Sie fĂŒhrt oft zu starren Erbengemeinschaften und lĂ€sst steuerliche FreibetrĂ€ge verfallen. Auch bei ErbvertrĂ€gen lauern Fallen: Geschiedene Ehegatten können weiterhin als Erben auftauchen, wenn die VerfĂŒgungen nicht angepasst wurden. Und private Testamente scheitern hĂ€ufig an Formfehlern â etwa bei gemeinschaftlichen Testamenten, bei denen nicht beide Partner die Vorschriften korrekt einhalten.
Wegzugsteuer: Wer auswandert, zahlt
Ein echter Kostentreiber ist die Wegzugsteuer. Sie wird fĂ€llig, wenn Vermögen durch Schenkung oder Erbe an Menschen geht, die auĂerhalb Deutschlands leben. Seit 2025 erfasst die Regelung auch Fondsanteile ab 500.000 Euro.
Wie lĂ€sst sich die sofortige SteuerfĂ€lligkeit vermeiden? Fachleute diskutieren mehrere Strategien: eine geschĂ€ftsleitende Holding als Personengesellschaft, die Ăbertragung auf eine Familienstiftung oder VermĂ€chtnisse unter aufschiebender Bedingung â etwa gekoppelt an die RĂŒckkehr des Erben nach Deutschland. Wer innerhalb von sieben bis zwölf Jahren zurĂŒckkommt, kann unter UmstĂ€nden eine Stundung der Steuerlast erreichen.
NordlÀnder fordern schÀrfere Erbschaftsteuer
Die Politik nimmt die SteuerlĂŒcken ins Visier. Am 19. Juni 2026 legten die Finanzminister von Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen ein gemeinsames Positionspapier vor. Ihr Ziel: SteuervergĂŒnstigungen einschrĂ€nken und Schlupflöcher schlieĂen.
Besonders kritisch sehen die Initiatoren die Praxis bei Familienstiftungen und die hohen Erlassquoten bei Betriebsvermögen. 2024 wurde in zahlreichen FĂ€llen ein GroĂteil der fĂ€lligen Steuern erlassen. Noch in diesem Jahr erwartet der Markt eine richtungsweisende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur aktuellen Ausgestaltung der Erbschaftsteuer.
Anzeige: Die norddeutschen LĂ€nder fordern schĂ€rfere Erbschaftsteuer â noch 2026 könnte das Bundesverfassungsgericht die Regeln Ă€ndern. Wer jetzt seine Nachlassplanung optimiert, sichert sich FreibetrĂ€ge und vermeidet die drohende Steuerfalle. Steueroptimierte Nachlassplanung jetzt sichern
Digitaler Nachlass: Nicht vergessen!
Neben Immobilien und Bankkonten gewinnt der digitale Nachlass an Bedeutung. Experten raten zu einem digitalen Testament mit Zugangsdaten fĂŒr E-Mail, soziale Medien und Cloud-Speicher. Viele Anbieter haben spezifische Klauseln in ihren AGB â eine frĂŒhzeitige Benennung von Nachlasskontakten ist daher ratsam.
Werden nach Abschluss des Nachlassverfahrens weitere Vermögenswerte entdeckt, erlaubt § 211 ZPO zusĂ€tzliche Verfahren. Die GebĂŒhren richten sich nach dem Nettowert der Neuentdeckungen. Und ab Juli 2026 gibt es eine neue App fĂŒr die Ăbermittlung kĂŒnftiger SteuererklĂ€rungen â direkt vom Smartphone aus.
