Erdmagnetfeld, Abschirmung

Erdmagnetfeld: Abschirmung verlängert das Leben von Pink1-Fliegen um 20 %

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie zeigt gegensätzliche Reaktionen auf Magnetfeldabschirmung: Pink1-Fliegen lebten länger, während gesunde Tiere beweglicher waren.

Erdmagnetfeld beeinflusst Lebensdauer und Leistung von Fruchtfliegen
Ein leeres Glas-Petrischälchen auf einer Edelstahloberfläche in einem wissenschaftlichen Labor. Illustration mit AI erstellt.

Die biologische Bedeutung des Erdmagnetfeldes für den zellulären Energiestoffwechsel und die körperliche Belastbarkeit rückt verstärkt in den Fokus der Forschung.

In einer Untersuchung der University of Nottingham, über die im September 2026 im Fachjournal Aging berichtet wurde, untersuchten Wissenschaftler die Auswirkungen einer nahezu vollständigen Abschirmung des Erdmagnetfeldes auf die Lebensdauer und Leistungsfähigkeit biologischer Organismen.

Die Ergebnisse legen nahe, dass die Abwesenheit magnetischer Einflüsse je nach metabolischem Zustand des Organismus gegensätzliche Effekte auslösen kann.

Signifikante Unterschiede in Lebensspanne und Leistungsfähigkeit

Im Zentrum der Analyse standen Fruchtfliegen, wobei insbesondere ein Modell für früh einsetzende Parkinson-Erkrankungen – sogenannte Pink1-mutierte Fliegen – im Vergleich zu gesunden Wildtyp-Fliegen betrachtet wurde. Laut den Berichten führte die Abschirmung des Magnetfeldes bei den Pink1-mutierten Exemplaren zu einer Steigerung der Lebensspanne um ca. 20 %. Gleichzeitig wurde jedoch ein Absinken der körperlichen Leistungsfähigkeit beobachtet.

Im Gegensatz dazu zeigten gesunde Wildtyp-Fliegen unter den Bedingungen eines hypomagnetischen Feldes eine verbesserte Bewegungsleistung, während die Lebensspanne in dieser Gruppe tendenziell verkürzt war.

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Die Studienleitung, bestehend aus Prof. Lisa Chakrabarti und Jacob Reed von der School of Veterinary Medicine & Science, wies darauf hin, dass die Auswirkungen nicht pauschal als vorteilhaft oder schädlich eingestuft werden können. Vielmehr entscheide der jeweilige metabolische Zustand über die Reaktion des Organismus auf den Entzug des Magnetfeldes.

Mechanismen des mitochondrialen Energiestoffwechsels

Die Forscher führen die beobachteten Effekte auf Veränderungen im mitochondrialen Energiestoffwechsel sowie auf modifizierte Superoxid-Werte zurück. Zur Messung dieser Prozesse wurden hochauflösende Mitochondrien-Respiration sowie Quantensensoren auf Diamantbasis eingesetzt.

Bei den Pink1-Mutanten, die üblicherweise eine erhöhte Produktion reaktiver Sauerstoffmoleküle aufweisen, führte das Fehlen des Erdmagnetfeldes zu einer starken Reduktion dieser Moleküle, was die verlängerte Lebensdauer erklären könnte.

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Unter körperlicher Anstrengung produzierten diese Mutanten jedoch mehr reaktive Moleküle als der Wildtyp, was wiederum den Leistungsabfall begründet. Studienleiterin Lisa Chakrabarti erläuterte hierzu, dass das Erdmagnetfeld möglicherweise ein integraler Bestandteil der biologischen Umwelt sei, an den sich das Leben im Laufe der Evolution angepasst habe.

Quantenbiologische Perspektiven und Implikationen

Ergänzt werden diese Erkenntnisse durch Forschungen der University of Shanghai for Science and Technology. Ein Team um Bo Song untersuchte mittels Fourier-Transform-Infrarotspektroskopie menschliche Zellen sowie Gewebe von Mäusen und identifizierte ein ungewöhnliches Signal bei 71 Terahertz in den Mitochondrien.

Modellrechnungen deuten darauf hin, dass CH2-Bindungen in Cristae-Lipiden bei ca. 87 Terahertz schwingen, wobei ein Polaritonen-Zustand zu Aufspaltungen bei ca. 71 und 103 Terahertz führt.

In Experimenten mit einer Bestrahlung durch mittleres Infrarotlicht konnte die ATP-Produktion bei einer Frequenz von 71 Terahertz um 10,3 % und bei 87 Terahertz um 10,1 % gesteigert werden. Eine Kontrollfrequenz von 53,7 Terahertz blieb ohne signifikanten Effekt. Diese Daten stützen die These, dass mitochondriale Prozesse auf spezifische physikalische Frequenzen reagieren.

Studienautor Jacob Reed gab zu bedenken, dass die bisherige Forschung zu magnetischen Feldern primär auf die Orientierung wandernder Tiere oder Weltraumaufenthalte fokussiert war. Er warnte vor einer vereinfachten Interpretation der Ergebnisse.

Die Erkenntnisse haben jedoch eine besondere Relevanz für die bemannte Raumfahrt. Ein hypomagnetisches Feld könnte laut Experten die mitochondriale Integrität und den Zellstoffwechsel bei Langzeitmissionen erheblich stören.

Die in Shanghai gewonnenen Daten basieren zwar teilweise auf abgeleiteten Quantenzuständen und weisen durch die begrenzte Probenzahl Einschränkungen auf, unterstreichen jedoch die Notwendigkeit, physikalische Umgebungsfaktoren in der Biologie tiefergehend zu untersuchen.

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