Erkältungsmittel: Paracetamol-Dopplungen können schwere Leberschäden auslösen
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deViele Menschen greifen bei Erkältungen oder grippalen Infekten zu rezeptfreien Medikamenten. Häufig werden dabei unterschiedliche Präparate kombiniert, in der Annahme, so eine schnellere Besserung zu erzielen.
Fachleute warnen jedoch eindringlich vor dieser Praxis. Der Urologe Dr. Bayram Do?an betonte in Berichten vom 18. Oktober 2026, dass mehr Medikamente keineswegs eine schnellere Genesung bedeuten.
Stattdessen führe die gleichzeitige Einnahme mehrerer Grippemittel oft zu einer unbemerkten Verdopplung identischer Wirkstoffe. Dies könne die Wirkstoffkonzentration auf gefährliche Werte treiben und bei unsachgemäßem Gebrauch schwere Schäden an Herz, Leber und Nieren auslösen.
Versteckte Wirkstoff-Dopplungen und Leberschäden
Kombinierte Grippemittel setzen sich in der Regel aus verschiedenen Komponenten zusammen. Werden mehrere Präparate parallel eingenommen, steigt das Risiko einer toxischen Überdosierung erheblich.
Dr. Do?an verwies insbesondere auf den Wirkstoff Paracetamol: Befindet sich diese Substanz in mehreren gleichzeitig konsumierten Produkten, kann die zulässige Tagesgesamtdosis rasch überschritten werden, was akute und schwere Leberschäden nach sich ziehen kann.
Die Gefahren solcher Mehrfachkombinationen unterstreichen auch dokumentierte Behandlungsregeln aus Berichten vom Oktober 2026. Demnach kann die gleichzeitige Verabreichung von zwei oder drei Erkältungsmitteln zu Überdosierungen, akutem Leberversagen und im Extremfall zum Tod führen; so verstarb ein Mädchen nach der gleichzeitigen Einnahme von Roxithromycin-Retardkapseln und einem methoxyphenaminhaltigen Kombipräparat.
Berichte über Verhaltensregeln bei Erkältungspräparaten mahnen daher, niemals verschiedene rezeptfreie Erkältungsmittel oder zwei Präparate mit demselben Wirkstoff zu mischen. Bei bestehenden Lebererkrankungen wie Hepatitis oder Zirrhose sowie bei übermäßigem Alkoholkonsum sollte Paracetamol vollständig gemieden werden.
Auch die chinesische NMPA-Leitlinie 2024 für rezeptfreie Medikamente untersagt die gleichzeitige Einnahme zweier fiebersenkender Kombipräparate. Bei Erwachsenen mit Husten und Fieber ab 38,5 °C sieht die Leitlinie entweder Paracetamol (alle 4 bis 6 Stunden, maximal viermal innerhalb von 24 Stunden) oder Ibuprofen (alle 6 bis 8 Stunden) vor – eine Kombination beider Mittel ist zu unterlassen.
Belastungen für Herz, Kreislauf und Blasenfunktion
Neben der Leber sind Herz und Kreislauf durch falsche Medikation gefährdet. Pseudoephedrin, das häufig in abschwellenden Nasensprays und Erkältungspräparaten enthalten ist, kann nach Angaben von Dr. Do?an den Blutdruck steigern und die Herzfrequenz beschleunigen. Personen mit Bluthochdruck oder vorbestehenden Herzerkrankungen sollten derartige Mittel nur nach ausdrücklicher ärztlicher Rücksprache einnehmen.
Zudem wies Dr. Do?an auf ein spezifisches Risiko für Männer mit gutartiger Prostatavergrößerung hin: Bestimmte Erkältungsmittel wie Antihistaminika und Nasensprays können die Blasenentleerung massiv erschweren und bis zu einer akuten Harnverhaltung führen. In solchen Fällen sei umgehend ein Arzt aufzusuchen. Chronisch Kranke sollten generell vor der Einnahme von Grippemitteln ärztlichen Rat einholen.
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Verstärkt werden Kreislaufsymptome oft durch Wechselwirkungen im Alltag. Zwar gilt die Einnahme eines Erkältungsmittels eine Stunde nach einer Tasse Kaffee in der Regel als unbedenklich, doch enthalten manche Kombipräparate selbst Koffein.
In Verbindung mit Kaffee können Unruhe, Zittern, Herzklopfen, Schlaflosigkeit und Sodbrennen auftreten. Bei gleichzeitiger Einnahme von Pseudoephedrin und Koffein können sich Herzrasen, Schwindel und Angstgefühle weiter intensivieren.
Leitlinien zur sicheren Anwendung
Fachleute fordern mehr Achtsamkeit beim Griff zu rezeptfreien Arzneien. Die Apothekerin Yum Hye-jin mit 20 Jahren Berufserfahrung hob hervor, dass Fieber- und Schmerzmittel grundsätzlich in Acetaminophen und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) unterteilt werden. Zudem unterscheiden sich Kombinationspräparate je nach Verkaufsstelle mitunter in ihren Inhaltsstoffen.
Bei Diabetes, Bluthochdruck oder der Einnahme von Antikoagulanzien seien bestimmte Schmerzmittel strikt zu meiden, und manche Tabletten dürften keinesfalls zermahlen werden. Das traditionelle Mittel Ssanghwatang sei zudem kein Erkältungs-, sondern ein Erschöpfungspräparat.
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Die NMPA-Leitlinie stellt klar, dass bei Magengeschwüren, schweren Leber- und Nierenleiden sowie während Schwangerschaft und Stillzeit keine Selbstmedikation erfolgen darf.
Treten Symptome wie Atemnot oder Hautausschlag innerhalb von 30 Stunden auf, oder bessern sich die Beschwerden nach drei Tagen nicht, ist sofortige medizinische Hilfe nötig. Abschwellende Nasensprays sollten zudem nie länger als fünf Tage angewendet werden, um Abhängigkeiten zu vermeiden.
Auch das ägyptische Gesundheitsministerium und die dortige Arzneimittelbehörde warnten Mitte Oktober 2026 vor unkontrollierten Mischtherapien wie der sogenannten „Erkältungsspritze“, einer riskanten Kombination aus Antibiotika, Kortison und Schmerzmitteln.
Antibiotika seien gegen virale Infekte wirkungslos, und Kortison berge insbesondere bei Diabetes und Bluthochdruck schwere Risiken. Stattdessen empfehlen die Behörden eine indikationsgerechte Gabe von Paracetamol, Kochsalzlösungen, Schonung und eine Grippeimpfung nach Rücksprache mit dem Arzt.
