Erythrit und Xylitol: Zuckeralkohole erhöhen Herzrisiko
04.06.2026 - 14:51:23 | boerse-global.deAktuelle Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2026 stellen die Unbedenklichkeit von Süßstoffen zunehmend infrage. Worauf Verbraucher jetzt achten sollten.
Eine systematische Übersichtsarbeit im Fachmagazin The BMJ kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Aspartam, Sucralose, Saccharin und Acesulfam K helfen langfristig nicht beim Abnehmen. Im Gegenteil: Die Analyse zeigt einen statistischen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Konsum und einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Erythrit und Xylitol: Gefahr für das Herz?
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Besonders brisant: die Zuckeralkohole. Forschungsergebnisse aus Nature Medicine bringen Erythrit mit schwerwiegenden kardiovaskulären Ereignissen und Thrombosen in Verbindung. Ähnliche Effekte wurden auch für Xylitol beobachtet. Eine gute Nachricht gibt es allerdings für Aspartam-Fans: Laut Daten aus PLOS Medicine konnte kein kausaler Zusammenhang zwischen dem Süßstoff und einem erhöhten Krebsrisiko belegt werden.
Österreich fordert schärfere Regeln
Der politische Druck wächst. Die Arbeiterkammer Tirol fordert Anfang Juni 2026 eine gesetzliche Verankerung des Nutri-Score sowie ein Werbeverbot für stark zuckerhaltige Getränke. Der Hintergrund: Rund 30 Prozent der Österreicher gelten als übergewichtig, 9 Prozent sind an Diabetes erkrankt.
Die Diskussion entwickelt sich weg von der Unterscheidung zwischen Zucker und Süßstoffen. Stattdessen rückt die generelle Reduktion der Süßkraft in Lebensmitteln in den Fokus. Ein Trend, der sich auch am Markt zeigt: Für Juli 2026 ist die Einführung von Getränken geplant, die komplett auf Zucker- oder Süßstoffzusätze verzichten. Stattdessen setzen die Hersteller auf moderaten Fruchtanteil mit weniger als 2 Gramm Zucker pro 100 Milliliter.
DNA-Schäden durch Aromastoffe?
Auch andere Inhaltsstoffe stehen im Fokus der Forschung. Ein Team der RPTU Kaiserslautern-Landau entschlüsselte den Reparaturmechanismus von DNA-Schäden, die durch Methyleugenol verursacht werden. Der Stoff kommt natürlich in Basilikum oder Muskatnuss vor. Die in Cell Death & Disease veröffentlichte Studie zeigt, wie Zellen auf die Blockade der RNA-Polymerase II reagieren – wichtige Erkenntnisse für die toxikologische Bewertung von Aromastoffen.
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Kontrolldichte hoch – aber Importe bereiten Sorgen
Trotz der Diskussionen betonen Industrievertreter die grundsätzliche Sicherheit der Lebensmittelversorgung. In Österreich werden jährlich rund 30.000 Betriebe kontrolliert und etwa 25.000 Proben analysiert. Nur 1,5 Prozent der Proben gelten als tatsächlich gesundheitsschädlich.
Probleme treten vor allem bei Importprodukten auf. Eine Untersuchung im Juni 2026 deckte auf: In der Schweiz waren zahlreiche Energydrinks im Handel, die die gesetzlichen Koffeingrenzwerte von 160 Milligramm pro 500 Milliliter deutlich überschritten. Einzelne Produkte wiesen Werte von über 330 Milligramm auf – behördliche Rückrufe waren die Folge.
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