Silvia Breher

Erzieherberuf soll attraktiver werden

Veröffentlicht am: 10.12.2020 um 09:22 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

CDU schlÀgt zur Behebung des FachkrÀftemangels an Kitas eine Reform des Ausbildungsweges zum Erzieher vor.

Silvia Breher, Illustration mit AI erstellt.
Silvia Breher, Illustration mit AI erstellt.
Der Bedarf an einer qualifizierten Betreuung von Kindern im Vorschulalter wird in den nĂ€chsten Jahren deutlich ansteigen, warnt Silvia Breher, Bildungsexpertin im CDU-Vorstand in der „Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung“. Die Anforderungen und das Berufsbild haben sich erheblich verĂ€ndert, ohne dass das Ausbildungssystem bislang auf diesen Wandel regiert hat.
In der gegenwĂ€rtigen Krise wird die Leistung, die hier an Kitas vom Personal erbracht wird, nicht in ausreichendem Maß gewĂŒrdigt. Stattdessen gibt es in manchen BundeslĂ€ndern immer noch Regelungen, die eine Selbstfinanzierung der Ausbildung durch die angehenden Erzieher vorsehen. Dieser Zustand ist nicht tragbar und verlangt nach einer grundsĂ€tzlichen Reform des Ausbildungswegs, hĂ€lt Breher fest. Die CDU plĂ€diert fĂŒr die EinfĂŒhrung einer dualen Ausbildung, die durch eine tariflich geregelte VergĂŒtung gegenfinanziert wird. Das Mitglied des Bundesvorstands der CDU hat eine Initiative gestartet, diesen Punkt in das Wahlprogramm der Partei aufzunehmen. Wenn wir hier nicht umgehend handeln, werden wir mittelfristig mit einem Mangel an qualifiziertem Personal rechnen mĂŒssen. Dies hĂ€tte ernstzunehmende Konsequenzen fĂŒr das Betreuungsangebot. Die garantierte Ganztagsbetreuung wĂ€re gefĂ€hrdet. Die Zahlen sprechen fĂŒr sich, warnt Breher. Bereits kurzfristig fehlen an den Einrichtungen zur Betreuung von Kindern bis drei Jahren etwa 190.000 FachkrĂ€fte. Der entscheidende Ansatz liegt in der gesellschaftlichen Aufwertung des Berufsbilds, damit sich wieder mehr Menschen fĂŒr eine Ausbildung auf diesem Gebiet bewerben. Der Beruf hat ein Imageproblem und der hohe Leistungsdruck und die gestiegene Erwartungshaltung der Eltern fĂŒhren dazu, dass es an hoch motivierten jungen Menschen fehlt, die sich hier einbringen wollen.
Als ersten Schritt zu einer Erhöhung der AttraktivitĂ€t ist deshalb auch eine bundeseinheitliche Regelung des Ausbildungssystems notwendig. Auf LĂ€nderebene gibt es in diesem Bereich VersĂ€umnisse, die zu der angespannten Situation beigetragen haben, betont die CDU-Politikerin. Als Vorbild sieht Breher die in Niedersachsen praktizierte duale Ausbildung, bei der die bislang ĂŒblichen Praktika durch tarifliche ArbeitsvertrĂ€ge ersetzt werden. Die Mittel zur Umgestaltung des Ausbildungssystems und zur Finanzierung der AusbildungsvergĂŒtung sollen aus dem Programm der Bundesregierung zur Verbesserung der frĂŒhkindlichen Bildung, dem sogenannten „Gute-Kita-Gesetz“ kommen. Breher schlĂ€gt gegenĂŒber der „Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung“ ein Finanzierungsmodell vor, bei dem die Bundesmittel an die zustĂ€ndigen LĂ€nder zugewiesen werden, welche die Gelder dann zweckgebunden an die TrĂ€ger der Einrichtungen weitergeben.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, NeoMatrix

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