Updates, Malware-Angriffe

eScan-Antivirus: Vier Jahre unverschlüsselte Updates ermöglichten Malware-Angriffe

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 17:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Jahrelange HTTP-Updates bei eScan ermöglichten MitM-Angriffe. Erst im Juli 2023 erfolgte die Umstellung auf HTTPS nach GuptiMiner-Kampagne.

eScan Sicherheitslücke: Update-Schwachstelle erlaubte Malware-Verteilung
Ein Laptop-Bildschirm zeigt abstrakte Codezeilen in einem dunklen Büro, was auf IT-Sicherheitsrisiken und Cyberangriffe hindeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Aktuelle Analysen zur IT-Sicherheitsarchitektur des indischen Antivirus-Herstellers eScan offenbaren eine schwerwiegende Sicherheitslücke, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren bestand.

Wie aus Branchenberichten hervorgeht, nutzte das Unternehmen seit dem Jahr 2019 das unverschlüsselte HTTP-Protokoll für die Ausspielung seiner Software-Updates. Diese technische Konfiguration bot Angreifern erhebliche Angriffsflächen für die Manipulation von Datenströmen.

Durch die Verwendung des unsicheren Protokolls anstelle des verschlüsselten HTTPS-Standards wurde die Integrität der Update-Prozesse kompromittiert. Sicherheitsexperten zufolge ermöglichte dieser Umstand sogenannte Man-in-the-Middle-Angriffe (MitM).

Bei dieser Angriffsmethode schalten sich Unbefugte in die Kommunikation zwischen dem Server des Herstellers und dem Endgerät des Nutzers ein. Da die Datenübertragung bei eScan nicht verschlüsselt war, konnten Angreifer den Datenverkehr nicht nur mitlesen, sondern auch aktiv verändern, um Schadcode auf die Zielsysteme zu schleusen.

Entdeckung der GuptiMiner-Malware

Die praktischen Auswirkungen dieser Schwachstelle wurden im Juli 2023 deutlich. Zu diesem Zeitpunkt identifizierten Analysten des Sicherheitsunternehmens AVAST eine gezielte Kampagne, bei der die HTTP-Schwachstelle von eScan systematisch ausgenutzt wurde. Ziel dieser Angriffe war die Einschleusung einer spezifischen Malware, die unter dem Namen GuptiMiner bekannt wurde.

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Den Erkenntnissen der Forscher zufolge nutzten die Hintermänner der Kampagne die ungeschützte Update-Verbindung, um die bösartige Software als legitimes Update getarnt zu verteilen. Da die Nutzer ihrer Antivirus-Lösung vertrauten und die Software üblicherweise mit weitreichenden Systemrechten arbeitet, konnte die Malware GuptiMiner tief in die Infrastruktur der betroffenen Kunden eindringen.

Dieser Vorfall unterstreicht das Risiko, das entsteht, wenn ausgerechnet Sicherheitssoftware fundamentale Verschlüsselungsstandards bei der Wartung ihrer eigenen Produkte vernachlässigt.

Reaktion und technische Nachbesserung

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Nachdem die Sicherheitsrisiken und die aktive Ausnutzung der Schwachstelle bekannt geworden waren, leitete eScan Maßnahmen zur Absicherung seiner Infrastruktur ein. Dokumenten zufolge reagierte das Unternehmen auf die Bedrohungslage und stellte den Update-Mechanismus am 31.07.2023 offiziell auf das sicherere HTTPS-Protokoll um.

Durch die Implementierung von HTTPS (Hypertext Transfer Protocol Secure) wird die Kommunikation zwischen den Endpunkten verschlüsselt und die Authentizität der übertragenen Datenpakete sichergestellt. Dies verhindert, dass Dritte den Update-Prozess für die Verteilung von Schadsoftware wie GuptiMiner missbrauchen können.

Die Verzögerung zwischen dem Beginn der Protokollnutzung im Jahr 2019 und der endgültigen Behebung im Sommer 2023 verdeutlicht jedoch die lange Expositionszeit, der die Nutzer der Software ausgesetzt waren.

Branchenbeobachter werten den Fall als mahnendes Beispiel für die gesamte Softwareindustrie. Die Integrität von Update-Servern gilt als kritischer Faktor für die globale Cybersicherheit, da ein Vertrauensverlust in automatisierte Aktualisierungen das Schutzniveau von IT-Systemen weltweit nachhaltig senken kann. eScan hat mit der Umstellung im vergangenen Jahr die notwendige Grundlage geschaffen, um die Sicherheit seiner Nutzer künftig nach aktuellen Industriestandards zu gewährleisten.

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