EtherHiding: Cyberkriminelle nutzen BNB Chain für Malware-Angriffe
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 23:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cyberkriminelle nutzen Smart Contracts der BNB Chain, um Malware auf tausende Windows-Systeme zu schleusen. Microsoft-Forscher haben die ausgeklügelte Angriffsmethode namens EtherHiding aufgedeckt.
Versteckte Befehle in der Blockchain
Die Angreifer kompromittieren dazu reguläre Websites und platzieren dort schädlichen JavaScript-Code. Besucht ein Nutzer eine solche Seite, fragt das Skript einen Smart Contract auf der BNB Chain ab, um verschlüsselte Anweisungen zu erhalten. Der Clou: Die Kriminellen können ihre Angriffsbefehle jederzeit aktualisieren, ohne den Code auf den gehackten Websites selbst zu verändern.
Microsoft Threat Intelligence beobachtet die Kampagne bereits seit einiger Zeit. Täglich werden nach Angaben des Sicherheitsunternehmens tausende Windows-Rechner angegriffen. Die Methode gilt als besonders tückisch, weil die Blockchain-Infrastruktur die Kommandozentrale der Angreifer vor herkömmlichen Sicherheitslösungen verbirgt.
Täuschend echte Fake-CAPTCHAs
Die Forscher identifizierten mehrere Varianten der Angriffswelle, darunter die als TerminalFix und ClickFix bekannten Abwandlungen. Diese setzen auf perfide Tricks: Nutzer werden mit gefälschten CAPTCHA-Abfragen konfrontiert und dazu verleitet, selbst Befehle auszuführen, die den Infektionsprozess in Gang setzen. Ein Klick auf das vermeintliche Sicherheitsfenster genügt – und der Schadcode läuft.
Angesichts immer raffinierterer Methoden wie gefälschter Sicherheitsabfragen wird der proaktive Schutz der eigenen IT-Infrastruktur für Betriebe zur Pflicht. Dieses kostenlose E-Book enthüllt, wie Sie bestehende Sicherheitslücken schließen und aktuelle Bedrohungen frühzeitig abwenden. IT-Sicherheit stärken und Unternehmen schützen
Die Angreifer verfolgen dabei klare Ziele: Datendiebstahl und unbefugter Systemzugriff. Unter den verteilten Schadprogrammen finden sich der Lumma Stealer, der sensible Informationen abgreift, sowie die Trojaner Xworm, AsyncRAT und MintsLoader.
Angriffswelle im August
Die Entdeckung reiht sich ein in eine Serie besorgniserregender Sicherheitsvorfälle. So identifizierte Microsoft kürzlich eine neue Ransomware-Kampagne der Gruppe Storm-1175, die eine administrative Sicherheitslücke ausnutzt. Zudem hat der Exploit-Kit Coruna-Kit bereits rund 42.000 Geräte infiziert – die Bedrohungslage ist aktuell so angespannt wie lange nicht.
Schutzmaßnahmen für Unternehmen und Privatnutzer
Microsoft empfiehlt angesichts der Kampagne konkrete Gegenmaßnahmen. Dazu gehört die Einschränkung von Kommandozeilen-Tools, um die Ausführung unbefugter Skripte zu verhindern. Administratoren sollten zudem die Protokollierung von PowerShell-Skripten aktivieren und sicherstellen, dass Sicherheitssoftware wie Microsoft Defender vollständig aktiviert und aktuell ist.
Da Kriminelle verstärkt auf psychologische Manipulation setzen, um Schadsoftware in Netzwerke einzuschleusen, ist eine gezielte Sensibilisierung der Belegschaft entscheidend. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie Phishing-Angriffe und CEO-Fraud in vier Schritten effektiv stoppen. Kostenloses Anti-Phishing-Paket herunterladen
Auch die Überwachung administrativer Aktivitäten und die Einführung der Zwei-Faktor-Authentifizierung für privilegierte Konten gelten als entscheidende Schritte – gerade gegen Angriffe, die auf Social Engineering setzen.
BNB Chain: Zwischen Sicherheitszertifikat und Hard Fork
Während die Smart Contracts der Plattform als Angriffsvektor dienen, vermeldet die BNB Chain parallel technische Erfolge. Erst am 7. August erhielt das Netzwerk die ISO-Zertifizierungen 27001 und 27701 vom BSI – nach einem Audit der Smart-Contract-Systeme, Schlüsselverwaltung und Blockchain-Dienste.
Bereits Ende des Monats steht der nächste Meilenstein an: Der Pasteur Hard Fork ist für den 25. August geplant. Tests im Testnetz zeigten mit dem Upgrade BEP-675 eine beeindruckende Steigerung des Durchsatzes um 88 Prozent – auf 2.324 Transaktionen pro Sekunde. Möglich macht das die Abschaffung redundanter Blockausführungsprozesse. Der BNB-Token notierte am 7. August bei umgerechnet rund 540 Euro.
