EtherHiding-Kampagne, Malware

EtherHiding-Kampagne: Malware nutzt Blockchain für Befehlsvergabe

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 07:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nordkoreanische Gruppen setzen zunehmend lokale KI-Modelle für Cyberangriffe ein. Finanzinstitute und Krypto-Plattformen stehen im Fokus der Hackergruppen.

Nordkoreanische Hacker nutzen KI für Angriffe auf Krypto-Firmen
Digitale abstrakte Darstellung von KI-gestützter Cybersicherheit und Datenströmen in einem dunklen Serverraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Nordkoreanische Hackergruppen nutzen zunehmend generative KI für Angriffe auf Finanzinstitute und Krypto-Plattformen. Das zeigt eine Analyse des südkoreanischen Cybersicherheitsunternehmens Genians.

Lokale KI-Modelle erschweren die Erkennung

Besonders die Gruppe Kimsuky integriert spezialisierte KI-Werkzeuge in ihre Angriffsketten. Statt auf Cloud-Dienste zu setzen, laufen die Sprachmodelle lokal über Umgebungen wie Ollama, GPT4All und Msty. Das macht die Aktivitäten für externe Sicherheitsdienste schwerer erkennbar.

Ergänzt wird das durch Retrieval-Augmented Generation (RAG) und KI-Agenten. Damit erstellen die Angreifer täuschend echte Lockdokumente für Spear-Phishing. Auch Spracherkennung und Programmierassistenten wie Cursor beschleunigen die Entwicklung von Schadsoftware.

Finanzsektor im Visier

Die Angriffe zielen verstärkt auf Finanz- und Kryptounternehmen. Die Hacker prüfen gezielt Datenlecks bei digitalen Wallets und Gmail-Konten, um an private Informationen zu gelangen. Gruppen wie Kimsuky und APT45 nutzen dafür auch kommerzielle Modelle wie ChatGPT und Gemini.

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Das Ausmaß zeigt ein Rechtsstreit: Die Kryptofirma Bybit verklagte die Lazarus-Gruppe vor einem US-Gericht. Es geht um einen Diebstahl von 1,5 Milliarden USD im Februar 2025. Rund 48,4 Millionen USD konnten bisher wiedererlangt werden, weitere 30,5 Millionen USD sind eingefroren. Allein die Gruppe Famous Chollima war zwischen April 2025 und Mai 2026 für etwa 47 Prozent der staatlich unterstützten Tech-Hacks verantwortlich.

Kampagne „EtherHiding" trifft Privatnutzer

Seit Anfang August 2026 läuft die Kampagne „EtherHiding": Die BNB Smart Chain dient als unveränderlicher Speicher für Malware-Befehle. Betroffen sind Windows- und macOS-Nutzer, die mit Schadsoftware wie Lumma Stealer oder AsyncRAT infiziert werden sollen. Microsoft warnt vor täglich tausenden potenziell Betroffenen.

Neue Angriffsmethoden zielen zudem auf synchronisierte Schlüssel bei Google-Konten. Über Exploits bei Gmail oder Outlook versuchen Angreifer, an sensible Kontodaten zu gelangen. Sicherheitsberater empfehlen deshalb verstärkt den Einsatz von Passkeys.

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Unternehmen rüsten auf

Die Lünendonk-Studie 2026 nennt Cyber Security und Resilienz als prägende IT-Trends bis 2028. Firmen investieren demnach in agentenbasierte KI und souveräne IT-Architekturen. Experten raten zu EDR-basierter Bedrohungssuche, um Anomalien frühzeitig zu erkennen.

Die Grenze zwischen staatlicher Spionage und finanziell motivierter Cyberkriminalität verschwimmt zunehmend – KI macht die Angreifer schneller, raffinierter und schwerer fassbar.

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