Expedition zeigt: AtommĂŒll-FĂ€sser im Atlantik teils kaputt
11.07.2025 - 13:22:09Vor Jahrzehnten entsorgte AtommĂŒll-FĂ€sser im Nordostatlantik sind nach vorlĂ€ufigen Ergebnissen von Forschenden teils kaputt. Bei einigen FĂ€ssern sei nach einer ersten Sichtung von Fotos unbekanntes Material ausgetreten, wahrscheinlich das Bindemittel Bitumen, teilte die französische Forschungsorganisation CNRS mit. Das internationale Team ist von einer Suchmission nach AtommĂŒll-FĂ€ssern zurĂŒckgekehrt. Erhöhte RadioaktivitĂ€tswerte stellte die Gruppe bisher aber nicht fest.
Insgesamt verortete das Team des Projekts NODSSUM (Nuclear Ocean Dump Site Survey Monitoring) den Angaben zufolge um die 3.350 FĂ€sser auf einer FlĂ€che von 163 Quadratkilometern. DafĂŒr setzte es auch einen Tauchroboter mit den Namen Ulyx ein, der unter anderem ĂŒber eine Kamera fĂŒr 3D-Bilder und ein Sonarsystem zur Ortung von GegenstĂ€nden mit Schall verfĂŒgt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysierten zudem etwa 50 fotografierte FĂ€sser und entnahmen etliche Proben von Wasser, Boden und Tieren.
Einige OberflĂ€chen der untersuchten FĂ€sser seien gerostet und mit Anemonen besiedelt, heiĂt es in der Mitteilung. Der Zustand der BehĂ€ltnisse sei unterschiedlich â intakt, verformt oder aufgerissen.
Feine Messungen zur RadioaktivitÀt stehen noch aus
Die Messinstrumente fĂŒr Strahlung hĂ€tten Werte auf dem Niveau des natĂŒrlichen Umgebungs-Hintergrundrauschens gezeigt, fĂŒhrt der CNRS weiter aus. «Feine RadioaktivitĂ€tsmessungen im Labor an Sedimenten, Wasser und Fischen werden mehrere Monate Arbeit erfordern», teilte die Forschungsorganisation mit. Zwischen den 1950er und 1980er Jahren entsorgten etliche Staaten nuklearen Abfall im Ozean. Mindestens 200.000 FĂ€sser werden alleine im Nordostatlantik vermutet â in 3.000 bis 5.000 Metern Tiefe.
Die Gruppe aus 21 Forschenden war vier Wochen lang mit ihrem Schiff «L'Atalante» in einem Areal im WesteuropĂ€ischen Becken des Atlantiks unterwegs. In dem Gebiet soll wohl die HĂ€lfte der AbfĂ€lle gelandet sein. Die Expertinnen und Experten untersuchten, wo die FĂ€sser liegen und welchen Einfluss sie auf das örtliche Ăkosystem haben. Mit dabei war auch ein Forscher vom ThĂŒnen-Institut fĂŒr Fischereiökologie in Bremerhaven.
Der Projektleiter Patrick Chardon geht davon aus, dass bei den allermeisten nuklearen AbfĂ€llen im Nordatlantik die RadioaktivitĂ€t nach etwa 300 bis 400 Jahren quasi verschwunden sein dĂŒrfte. Jedoch seien die FĂ€sser damals so konzipiert worden, dass sie dem Druck der Tiefe standhalten, nicht aber so, dass sie die RadioaktivitĂ€t wirklich einschlieĂen. Schon seit lĂ€ngerem könnte RadioaktivitĂ€t aus den BehĂ€ltern entweichen, vermutet der Atomphysiker.







