EU-Grenzkontrollsystem, FlughÀfen

EU-Grenzkontrollsystem: FlughÀfen fordern Sommerpause wegen Chaos

05.07.2026 - 12:15:55 | boerse-global.de

Fluggesellschaften und FlughĂ€fen verlangen wegen extremer Wartezeiten die Aussetzung des neuen EU-Grenzkontrollsystems fĂŒr Juli und August.

EU-Grenzkontroll-Chaos: Airlines fordern Sommerpause fĂŒr EES-System
EU-Grenzkontrollsystem - Lange Schlange verschiedener Reisender an der Passkontrolle mit biometrischen Scannern, die Flughafenverzögerungen darstellt. 05.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Wegen extremer Wartezeiten und technischer Pannen verlangen Fluggesellschaften und FlughĂ€fen eine sofortige Sommerpause fĂŒr das neue EU-Grenzkontrollsystem.

Die europĂ€ische Luftfahrtbranche schlĂ€gt Alarm. In einem offenen Brief an die EU-Kommission vom 1. Juli fordern die VerbĂ€nde ACI Europe, Airlines for Europe (A4E) und IATA die Aussetzung des Entry/Exit Systems (EES) fĂŒr die Monate Juli und August. Der Grund: An zahlreichen Drehkreuzen warten Passagiere bis zu fĂŒnf Stunden an den Grenzkontrollen. Die Folge sind tausende verpasste AnschlussflĂŒge und ein chaotischer Reiseverkehr quer durch den Schengen-Raum.

Technik versagt unter Sommerhitze

Das EES ersetzt seit Oktober 2025 den traditionellen Passstempel durch biometrische Registrierung – Fingerabdruck und Gesichtserkennung inklusive. Was die Grenzsicherheit modernisieren sollte, entpuppt sich im ersten vollen Sommer als Geduldsprobe. EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen rĂ€umte am 3. Juli in Cork ein: „Es gibt weiterhin technische Probleme, an deren Lösung intensiv gearbeitet wird."

Die Pannenliste ist lang. Fingerabdruckscanner fallen bei sommerlichen Temperaturen aus. Digitale Kioske etwa am Londoner Bahnhof St. Pancras bleiben ungenutzt. Und die mobile App zur Vorab-Registrierung? LĂ€uft nur in Schweden und Portugal. Der Rest der Reisenden muss die aufwendige Ersterfassung an den Schaltern ĂŒber sich ergehen lassen.

Der deutsche Flughafenverband ADV bestĂ€tigt die Misere. PrĂ€sidentin Aletta von Massenbach berichtet von regelmĂ€ĂŸigen Wartezeiten von zwei Stunden. Schuld sei das Fehlen digitaler Vorab-Optionen und der zeitintensive Ablauf der Datenerfassung.

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Hotspots und erste Bilanz

Ryanair hat besonders betroffene Airports identifiziert: Palma de Mallorca, Malaga, Alicante und Teneriffa SĂŒd in Spanien, Bergamo in Italien, Krakau in Polen und Paris Beauvais. Branchenkenner warnen: 90 Sekunden pro Passagier sind mit dem tĂ€glichen Verkehrsaufkommen großer FlughĂ€fen nicht vereinbar.

Dennoch zeigt die Statistik der EU-Kommission auch Erfolge: Rund 110 Millionen Reisende wurden seit Oktober 2025 erfasst. Das System identifizierte etwa 1.000 Sicherheitsrisiken und verweigerte 44.000 Menschen die Einreise.

Kommission plant Krisentreffen

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Am 7. Juli wollen sich EU-Kommission und Branchenvertreter zusammensetzen. BrĂŒssel schließt eine komplette Aussetzung bislang aus. Stattdessen bietet die Kommission zeitlich begrenzte Ausnahmen an – bis September, wenn die KapazitĂ€tsgrenzen ĂŒberschritten sind.

FĂŒr die VerbĂ€nde reicht das nicht. Sie verweisen auf die erwarteten 40 Millionen zusĂ€tzliche Passagiere im Hochsommer. Einige LĂ€nder wie Griechenland haben bereits eigenmĂ€chtig die biometrischen Checks fĂŒr bestimmte Gruppen ausgesetzt. Andere Staaten wurden von EU-Regeln daran gehindert. Ob die Branche mit ihren Forderungen durchdringt, wird sich am Dienstag zeigen.

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