EU-KI-Verordnung ab 2. August: LinkedIn muss KI-Posts kennzeichnen
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 13:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
LinkedIn reagiert auf die wachsende Flut künstlich erzeugter Beiträge und gibt Nutzern ein neues Werkzeug an die Hand: Posts lassen sich künftig gezielt als „KI-Müll" melden.
Neues Meldeverfahren gegen synthetische Inhalte
Die Funktion mit der Bezeichnung „Sieht wie KI-Müll aus" wird seit Anfang August schrittweise ausgerollt. Nutzer können damit Beiträge über das Menü melden, die offensichtlich automatisiert erstellt wurden. Hintergrund ist die zunehmende Kritik an der Menge minderwertiger Inhalte auf der Plattform. Chief Product Officer Hari Srinivasan erklärte, die Bekämpfung solcher Beiträge habe für das berufliche Netzwerk höchste Priorität.
Wird ein Beitrag über die neue Funktion gemeldet, verschwindet er zunächst aus dem persönlichen Feed des Nutzers. Die gesammelten Daten will LinkedIn nutzen, um seine automatischen Erkennungssysteme und Qualitätsfilter zu verbessern. Der Schritt markiert einen Kurswechsel: Noch im Frühsommer hatte das Unternehmen begonnen, sein KI-Schreibwerkzeug „Enhance your post" schrittweise zurückzufahren und durch ein eingeschränkteres Korrektur- und Überarbeitungstool zu ersetzen.
Forschung belegt Anstieg KI-generierter Beiträge
Die Einführung der Meldefunktion folgt auf Studien, die das Ausmaß synthetischer Inhalte auf der Plattform belegen. Laut Daten des Forschungsunternehmens Pangram werden aktuell rund 41 Prozent der Langbeiträge auf LinkedIn von KI erzeugt. Bei Kurzbeiträgen liegt der geschätzte Anteil bei fast 30 Prozent. Einzelne Untersuchungen gehen sogar davon aus, dass der Anteil KI-generierter Langtexte bis zu 62 Prozent betragen könnte.
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Doch nicht nur gemeldete Inhalte sind ein Thema: Die Plattform wehrt täglich Hunderttausende automatisierte Kommentarversuche ab. Branchenberichten zufolge könnte die Zahl blockierter automatischer Veröffentlichungsversuche sogar in die Milliarden gehen.
Regulatorischer Druck durch EU-KI-Verordnung
Die Einführung des neuen Meldeinstruments fällt mit bedeutenden regulatorischen Veränderungen in Europa zusammen. Seit dem 2. August 2026 gilt Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Diese Vorschrift verpflichtet Plattformen, KI-generierte Inhalte klar zu kennzeichnen, um Transparenz für die Nutzer zu gewährleisten.
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Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen: Unternehmen müssen mit Geldbußen von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent ihres weltweiten Jahresumsatzes rechnen. LinkedIn hatte bereits angekündigt, seine Transparenzmaßnahmen bei Inhaltsentscheidungen auszubauen. Diese Bemühungen stehen im Einklang mit dem EU-Gesetz über digitale Dienste, das große Plattformen seit Ende 2023 zu mehr Nutzerrechten und Maßnahmen gegen Desinformation verpflichtet.
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