EU-Nudifier-Verbot: Ab 2. Dezember 2026 ist konsequente Durchsetzung gefordert
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 21:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Untersuchung der Organisation Agora Digitale Transformation hat auf einschlÀgigen Deepfake-Webseiten manipulierte Darstellungen von 147 europÀischen Politikern identifiziert. Unter den Betroffenen befinden sich 138 Frauen und 9 MÀnner aus insgesamt 22 Mitgliedstaaten der EuropÀischen Union. Die Veröffentlichung der Daten hat neue Forderungen nach einer konsequenten Durchsetzung des bevorstehenden EU-weiten Nudifier-Verbots ausgelöst.
Frauen in der Politik ĂŒberproportional betroffen
Den Ergebnissen der Agora-Studie zufolge existiert bei den erfassten Inhalten ein starkes Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Demnach ist statistisch gesehen eine von 14 Politikerinnen von derartigen FÀlschungen betroffen, wÀhrend das VerhÀltnis bei mÀnnlichen MandatstrÀgern bei einem von 500 Politikern liegt.
Laut dem Studienautor sind unter anderem auch zwei österreichische Nationalratsabgeordnete unter den Opfern der Manipulationen. Zudem lÀuft derzeit eine zweite Untersuchung speziell zum EU-Parlament. Im Rahmen dieser laufenden Erhebung zÀhle die österreichische EU-Abgeordnete Lena Schilling zu rund 60 dort Betroffenen.
Schilling selbst erklÀrte, dass Frauen in der Politik 33-mal hÀufiger von solchen Angriffen betroffen seien als MÀnner. Rund ein Dutzend Webseiten hatten nach vorliegenden Berichten sexualisierte KI-Deepfakes von ihr gezeigt oder verlinkt.
Wie unter Verweis auf Berichte der Salzburger Nachrichten bekannt wurde, hatte Schilling von KI-generierten Nacktfotos und pornografischen Videos auf entsprechenden Webseiten erfahren.
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Ihr Team leitete daraufhin Schritte zur Löschung ein, erstattete in Ăsterreich Anzeige gegen Unbekannt und schaltete die Beratungsstelle ZARA ein. Schilling gab an, dass die Entfernung der Seiten etwa zehn Tage in Anspruch genommen habe.
GrĂŒne fordern schnelles Handeln und Anwendung des Digital Services Act
Die Fraktion Greens/EFA im EuropĂ€ischen Parlament drĂ€ngt vor diesem Hintergrund auf ein entschlossenes Vorgehen gegen digitale Ăbergriffe. Die Fraktion verlangt eine konsequente Durchsetzung des EU-weiten Nudifier-Verbots, das am 2. Dezember 2026 in Kraft tritt.
ErgĂ€nzend fordern die Abgeordneten eine schnellere Löschung nicht-einvernehmlicher Inhalte, eine wirksame Anwendung des Digital Services Act sowie eine angemessene personelle und finanzielle Ausstattung der zustĂ€ndigen Aufsichtsbehörden. DarĂŒber hinaus mahnt Greens/EFA klare behördliche ZustĂ€ndigkeiten und eine rasche Umsetzung der EU-Richtlinie gegen Gewalt an Frauen an.
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Auch die GrĂŒnen-Europaabgeordnete Terry Reintke forderte einen wirksamen Schutz vor digitaler Gewalt. Plattformbetreiber mĂŒssten dazu verpflichtet werden, Nacktbilder und manipulative Videos kĂŒnftig deutlich schneller von ihren Seiten zu entfernen.
