EU-SouverÀnitÀt, Kommission

EU-SouverĂ€nitĂ€t: Kommission beschließt Cloud-und-KI-Gesetz

04.06.2026 - 01:30:20 | boerse-global.de

Die EU-Kommission prĂ€sentiert ein Maßnahmenpaket zur digitalen SouverĂ€nitĂ€t. Neues Cloud-Gesetz und Milliardenförderung sollen die AbhĂ€ngigkeit von US-Tech reduzieren.

EU-SouverĂ€nitĂ€t: Kommission beschließt Cloud-und-KI-Gesetz - Bild: ĂŒber boerse-global.de
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Am 3. Juni 2026 prĂ€sentierte sie ein umfassendes Maßnahmenpaket zur digitalen SouverĂ€nitĂ€t – mit weitreichenden Folgen fĂŒr Unternehmen und BĂŒrger.

Neues Gesetz fĂŒr Cloud und KĂŒnstliche Intelligenz

HerzstĂŒck der Initiative ist der Cloud and AI Development Act (CADA). Das Gesetz fĂŒhrt ein vierstufiges SouverĂ€nitĂ€tsmodell fĂŒr die öffentliche Beschaffung von Cloud-Diensten ein. Die EU-Kommission erhĂ€lt damit die Befugnis, die VertrauenswĂŒrdigkeit von Anbietern aus Drittstaaten zu prĂŒfen.

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Besonders sensible Bereiche wie Verteidigung und Gesundheitswesen – laut Analysten rund ein Prozent der öffentlichen Dienste – könnten kĂŒnftig ganz von nicht-europĂ€ischen Anbietern abgeschottet werden. Hintergrund sind wachsende Bedenken wegen des US-Cloud-Act, der amerikanischen Behörden Zugriff auf gespeicherte Daten ermöglicht.

Die Zahlen sind alarmierend: Rund 264 Milliarden Euro gibt die EU jĂ€hrlich fĂŒr Technologie aus den USA aus. 76 Prozent der börsennotierten europĂ€ischen Firmen sind auf US-Dienste angewiesen. BranchenverbĂ€nde wie DIGITALEUROPE begrĂŒĂŸen zwar den risikobasierten Ansatz, warnen aber: Die Halbleiterproduktion in Europa sei deutlich teurer als in Asien – die neuen Regeln dĂŒrften Investitionen nicht abschrecken.

Griechenland treibt Digitalisierung voran

Parallel zur EU-Strategie verabschiedete das griechische Parlament am 2. Juni ein wegweisendes Digitalgesetz. Es setzt das EU-„Once-Only“-Prinzip um: BĂŒrger und Unternehmen mĂŒssen Behörden kĂŒnftig Daten nur noch einmal mitteilen.

Das Reformpaket umfasst ĂŒber 800 neue InteroperabilitĂ€tsdienste und ein nationales Register gegen Phishing-Webseiten. Digitalminister Dimitris Papastergiou kĂŒndigte den ausbau KĂŒnstlicher Intelligenz an. Der KI-Assistent mAigov hat bereits 4,4 Millionen BĂŒrgeranfragen bearbeitet. FĂŒr Januar 2027 ist ein „Kids Wallet“ zur Altersverifikation geplant. Zudem entstehen der Supercomputer Daedalus und die KI-Fabrik Pharos.

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EuropÀisches Parlament stellt auf Qwant um

Die EU-Institutionen gehen mit gutem Beispiel voran. Seit heute stellt das EuropĂ€ische Parlament seine Standardsuche um: Qwant, ein französischer Anbieter, ersetzt die bisherige Suchmaschine fĂŒr alle 720 Abgeordneten und Mitarbeiter – zunĂ€chst in den Browsern Edge und Firefox.

Auch die EuropĂ€ische Digitale IdentitĂ€t (EUDI) nimmt Gestalt an. Die Wallet soll kryptografisch gesicherte und datenschutzfreundliche IdentitĂ€tsnachweise ermöglichen. Regulierte Branchen wie Banken, Versicherungen, Telekommunikation und Energie mĂŒssen die EUDI-Wallet bis Dezember 2027 akzeptieren.

Spanische Region zeigt, wie es geht

WĂ€hrend nationale Regierungen noch tĂŒfteln, machen Regionen Tempo. Extremadura in Spanien bot 2025 bereits 91 Prozent seiner Verwaltungsdienste online an – weit ĂŒber dem EU-Schnitt von 88 Prozent. 2023 lag der Wert noch bei mageren 45 Prozent.

Milliarden-Fördertöpfe laufen bald aus

Die EU unterstĂŒtzt die digitale Transformation mit massiven Mitteln: 7,6 Milliarden Euro aus dem Programm „Digitales Europa“ und 95 Milliarden Euro aus Horizon Europe stehen bereit. Doch einige Fristen rĂŒcken nĂ€her:

  • 30. Juni 2026: Bewerbungsschluss fĂŒr Projekte in KI, Cybersicherheit und Robotik
  • 1. Oktober 2026: Letzter Termin fĂŒr FörderantrĂ€ge bei den UnterstĂŒtzungszentren des European Digital Infrastructure Consortium (EDIC)

Das langfristige Ziel: Bis 2030 soll Europa sichtbar unabhĂ€ngiger von auslĂ€ndischer Technologie sein. Die jĂ€hrlich zwei Billionen Euro – rund 14 Prozent des EU-BIP – die derzeit in öffentliche AuftrĂ€ge fließen, sollen gezielt den heimischen Tech-Sektor stĂ€rken.

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