EU-Verkehrsminister, Testkorridore

EU-Verkehrsminister einigen sich auf grenzüberschreitende Testkorridore

15.06.2026 - 20:33:29 | boerse-global.de

Ein Konsortium testet Level-4-Autos in Luxemburg, während Schweiz und Großbritannien eigene Projekte starten. 18 EU-Staaten vereinheitlichen Regeln.

EU-Staaten starten Pilotprojekte für autonome Fahrzeuge
EU-Verkehrsminister - A sleek, modern autonomous vehicle drives on a European road at dusk, with city lights in the background. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mehrere EU-Staaten starten neue Pilotprojekte und schaffen einen grenzüberschreitenden Rechtsrahmen für selbstfahrende Autos.

Ein Konsortium aus Bolt, Pony.ai und Stellantis hat am heutigen Montag eine neue Testphase für autonome Fahrzeuge in Luxemburg gestartet. Das Projekt gilt als wichtiger Schritt hin zu fahrerlosen Ride-Hailing-Diensten in der Region. Fünf Fahrzeuge sind zunächst unterwegs, die Flotte soll auf 30 Einheiten wachsen.

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Luxemburg testet Level-4-Ready-Plattform

Die Zusammenarbeit in Luxemburg nutzt die siebte Generation von Pony.ais autonomer Technologie. Stellantis liefert dafür mittelgroße Transporter, die auf einer Level-4-Ready-Plattform basieren. Das bedeutet: Die Fahrzeuge können unter bestimmten Bedingungen ohne menschlichen Eingriff fahren. Bolt steuert die nötige Infrastruktur für den Ride-Hailing-Betrieb bei.

Aktuell sind noch Remote-Operatoren im Einsatz. Das Ziel: Ein Operator soll künftig 30 Fahrzeuge gleichzeitig überwachen. Die vollständig fahrerlose Betriebserlaubnis steht noch aus.

Schweiz und Großbritannien ziehen nach

Nur zwei Wochen vor dem Luxemburg-Start begann in der Schweiz ein separates Level-4-Projekt. Baidus Apollo Go und die PostAuto AG der Schweizer Post testen seit dem 1. Juni den AmiGo-Dienst in der Ostschweiz. Das Einsatzgebiet umfasst 80 Quadratkilometer in den Kantonen St. Gallen und Appenzell.

Zum Einsatz kommt das voll elektrische Apollo Go RT6 mit über 30 Sensoren und Platz für bis zu drei Passagiere. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) erteilte eine Sondergenehmigung. Der Fokus liegt auf unterversorgten Gebieten im Alpenvorland und am Bodensee. Die Projektpartner rechnen mit einem regulären kommerciellen Betrieb ab 2027.

In London hat Uber eine Warteliste für autonome Fahrten in Partnerschaft mit Wayve eröffnet. Zunächst sind noch Sicherheitsfahrer an Bord. Später soll der Betrieb fahrerlos werden. Wayve, zuletzt mit 8,6 Milliarden Euro bewertet, testet seine Technologie im komplexen Londoner Stadtverkehr.

Neue Gesetze und grenzüberschreitende Kooperation

Am 8. Juni unterzeichneten 18 EU-Verkehrsminister in Luxemburg eine Absichtserklärung für grenzüberschreitende Testkorridore. Ziel ist die Harmonisierung der Regeln: Eine Fahrzeugzulassung in einem EU-Staat soll künftig in der gesamten Union gelten.

Am selben Tag verabschiedete Portugal das Dekret-Gesetz 113/2026. Es schafft ab Juli 2026 einen Rechtsrahmen für Tests autonomer Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen. Die portugiesischen Regeln sind besonders streng:

  • Eine Haftpflichtversicherung mit vierfach höherer Deckung als üblich
  • Ein umfassender Risikominderungsplan und Cybersicherheitsmaßnahmen
  • Ein Tempolimit von 20 km/h unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit
  • Maximal drei Stunden ununterbrochene Fahrzeit
  • Sicherheitsfahrer mit mindestens sechs Jahren Führerscheinbesitz und ohne Verkehrsverstöße in den letzten fünf Jahren
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Tesla erhält regionale Zulassungen

Auch Tesla verzeichnet eine Welle von Zulassungen für sein „Full Self-Driving (FSD) Supervised“-System in Nord- und Osteuropa. Nach der Genehmigung in den Niederlanden im April 2026 folgten Litauen (20. Mai), Estland (29. Mai) und Dänemark (9. Juni). Marktbeobachter sehen darin eine Strategie für einen geplanten EU-weiten Rollout der Technologie im ersten Quartal 2027.

In Deutschland, wo Level-4-Betrieb bereits rechtlich erlaubt ist, bereiten BMW und Mercedes-Benz die Einführung fortschrittlicher autonomer Funktionen bis Ende 2026 vor. Auch Uber und WeRide planen einen Robotaxi-Start in Madrid für Ende 2026.

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