EU-Verpackungsverordnung: PFAS-Verbot und Recycling ab August
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 15:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Hersteller und Händler müssen sich auf weitreichende Pflichten einstellen.
Die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) will Abfall drastisch reduzieren und die Kreislaufwirtschaft stärken. Ab dem 12. August 2026 werden die ersten Bestimmungen verbindlich.
PFAS-Verbot und schärfere Recyclinganforderungen
Ein zentraler Punkt: Ab August 2026 sind PFAS in Lebensmittelverpackungen verboten. Gleichzeitig gelten neue Konformitätsbewertungs- und Dokumentationspflichten.
Die Recyclingfähigkeit von Verpackungen wird schrittweise hochgeschraubt. Ab 2030 müssen sie mindestens die Klassen A, B oder C erreichen. Ab 2038 sind nur noch A und B erlaubt. Ab 2035 muss großskaliges Recycling für alle Verpackungen sichergestellt sein.
Auch der Rezyklatanteil steigt: Je nach Verpackungsart sind bis 2030 zwischen 10 und 35 Prozent gefordert. Bis 2040 soll der Anteil auf 50 bis 65 Prozent klettern. Der Leerraumanteil darf ab 2030 maximal 50 Prozent betragen.
Greenwashing wird teuer
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Am 27. September 2026 kommt eine weitere EU-Richtlinie: „Empowering Consumers for the Green Transition". Sie unterbindet unlautere Werbeversprechen. Begriffe wie „umweltfreundlich" oder „klimaneutral" sind dann nur noch mit strengen Belegen erlaubt.
Wirtschaftsverbände schlagen Alarm. Der Markenverband warnt vor der Vernichtung von Warenbeständen, falls bereits produzierte Verpackungen den neuen Kennzeichnungspflichten nicht entsprechen. Erste Handelsketten fordern laut Branchenberichten bereits ab Juni 2026 die Umstellung auf konforme Verpackungen.
Obstbau und Logistik unter Druck
Besonders betroffen: Gartenbaubetriebe. Sie gelten künftig als Verpackungserzeuger und müssen umfassende Nachweise führen. Für Mehrwegbehälter wie Paloxen steigen die Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Bestandskontrolle. Fachleute empfehlen digitale Lademittelverwaltungen.
Parallel dazu kommt der Digitale Produktpass (DPP). Er soll Daten über Materialzusammensetzung, Nachhaltigkeit und Reparaturfähigkeit liefern. Maschinenhersteller stehen vor neuen Herausforderungen bei der Datenbereitstellung.
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Rezyklat bleibt teurer als Neuplastik
Die Wirtschaft hinkt hinter den Zielen her. Ein Geschäftsführer aus der Reinigungsmittelbranche erklärt: Neuplastik bleibt oft günstiger als Rezyklat. Das bremst freiwillige Nachhaltigkeitsmaßnahmen.
Trotzdem gibt es Fortschritte. Ein großer Lebensmittelkonzern gab für 2025 an, über 67 Prozent seiner verbrauchernahen Verpackungen recyclingfähig gestaltet zu haben. Der Einsatz von Neuplastik sank seit 2019 um knapp sechs Prozent.
In Deutschland wurde die nationale Umsetzung am 11. Juni 2026 im Bundestag beschlossen. Die Zustimmung des Bundesrats steht noch aus. Auch die Schweiz zieht nach: Der Bundesrat beschloss am 24. Juni 2026 eine neue Verpackungsverordnung, die die Kreislaufwirtschaft fördern soll.
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