EU zwingt Google: Android-Funktionen für Konkurrenten ab Juli 2027
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 16:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Tech-Riese muss seine Android-Systemfunktionen für konkurrierende KI-Assistenten öffnen und Suchdaten teilen.
Milliarden-Markt im Visier der Regulierer
Die EU-Kommission greift im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) durch. Google muss rivalisierenden KI-Diensten denselben Zugang zu Android-Kernfunktionen gewähren wie der eigenen Plattform Gemini. Elf spezifische Systemfunktionen stehen künftig Drittanbietern offen – darunter Mikrofon, Kamera und Bildschirm des Geräts.
Die Maßnahme betrifft schätzungsweise 60 Prozent aller Android-Nutzer in der Europäischen Union. Google hat bis Juli 2027 Zeit, die systemweiten Änderungen umzusetzen. Erste Schritte könnten bereits im Juni 2027 erfolgen.
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Entwickler, die die neuen Berechtigungen nutzen wollen, müssen strenge Datenschutz- und Cybersicherheitsstandards erfüllen. So soll die Integrität des Android-Ökosystems gewahrt bleiben.
Suchdaten-Transparenz: OpenAI und Co. profitieren
In einem zweiten Beschluss verpflichtet die Kommission Google zur Weitergabe anonymisierter Suchdaten. Konkurrenten wie OpenAI erhalten Zugriff auf Informationen zu Suchanfragen, Rankings sowie Klick- und Ansichtsmustern.
Die Frist für die Datenweitergabe beginnt im Januar 2027. Ein spezifischer Preismechanismus soll fairen Zugang gewährleisten.
Der Hintergrund: Google hält über 91 Prozent des globalen Suchmarkts. Kleinere Suchmaschinen und KI-Firmen können mit diesem Datenvorsprung kaum mithalten. Frühere freiwillige Zugeständnisse des Konzerns stuften die Regulierer als unzureichend ein.
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Google warnt vor Sicherheitsrisiken
Der Konzern wehrt sich gegen die Auflagen. Kent Walker, Präsident für globale Angelegenheiten bei Google, warnt vor neuen Angriffspunkten für Hacker. Die Öffnung tiefer Systemzugänge für Drittanbieter könne die Privatsphäre der Nutzer gefährden.
Apples Konzernführung soll Googles Bedenken zu den technischen Risiken teilen. Google selbst argumentiert, das bisherige integrierte Modell biete eine sicherere Umgebung.
Die EU-Kommission kündigt regelmäßige Prüfungen an, um die Einhaltung der Fristen bis 2027 zu überwachen. Bei Verstößen drohen Alphabet, Googles Mutterkonzern, empfindliche Strafzahlungen.
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