EU zwingt Google: Android muss KI-Assistenten bis Juli 2027 öffnen
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 09:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Konzern muss sein Android-Betriebssystem und seine Suchdaten innerhalb der EU grundlegend öffnen. Die Maßnahmen basieren auf dem Digital Markets Act (DMA) und zielen darauf ab, Wettbewerbern wie alternativen KI-Assistenten und Suchmaschinen den Zugang zu Googles Ökosystem zu erleichtern.
Pflicht zur Öffnung für KI-Assistenten
Konkret muss Google bestehende Hürden beseitigen, die Drittanbietern von KI-Assistenten und Chatbots bislang die volle Integration in Android verwehren. Die Kommission ordnet an, dass der Technologieriese Wettbewerbern Zugriff auf elf spezifische Systemfunktionen von Android gewährt. Das Ziel: Rivalisierende KI-Dienste sollen sich genauso tief ins System einbinden lassen wie Googles eigene Werkzeuge.
Der Zeitplan ist ambitioniert. Einige Anforderungen an die Android-Infrastruktur müssen bereits bis Juli 2027 umgesetzt sein. Weitere Anpassungen im Zusammenhang mit dem Release von Android 18 sollen bis August 2027 folgen. Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass Android weltweit einen Marktanteil von rund 70 Prozent hält – der Zugang zu seinen Kernfunktionen ist daher entscheidend für den Wettbewerb im mobilen Sektor.
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Herausgabe anonymisierter Suchdaten
Neben den Änderungen am Betriebssystem greift die Kommission auch bei der Google-Suche ein. Ab Januar 2027 muss der Konzern anonymisierte Suchdaten an Drittanbieter weitergeben. Diese Daten sollen kleineren Suchmaschinen helfen, ihre eigenen Algorithmen zu verbessern und wettbewerbsfähiger zu werden.
Die Entscheidung stößt bei kleineren Suchmaschinenbetreibern auf Zustimmung. Organisationen wie Ecosia und Qwant signalisierten Unterstützung für die Maßnahmen. Sie erhoffen sich davon einen faireren Wettbewerb in einem Markt, den Googles Suchmaschine seit Jahren dominiert.
Google warnt vor Sicherheitsrisiken
Google selbst hat sich formal gegen die Anordnungen der Kommission gestellt. Das Unternehmen warnt vor möglichen negativen Auswirkungen auf die Sicherheit der Nutzer. Die Öffnung des Systems für Dritte könne Schwachstellen schaffen, argumentiert der Konzern. Externe Akteure könnten diese Zugänge für Cyberangriffe nutzen oder die Systemintegrität gefährden.
Google-Vertreter betonten zudem, dass die verpflichtende Datenweitergabe und Systemintegration die bestehenden Datenschutzmechanismen von Android und der Google-Suche untergraben könnten. Die Kommission hat allerdings Vorkehrungen getroffen: Google darf bestimmte Schutzmaßnahmen implementieren, etwa die Prüfung von Daten auf spezifische Sicherheitsrisiken und die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Anonymisierung vor der Weitergabe an Wettbewerber.
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Harte Strafen bei Verstößen
Die Maßnahmen markieren eine deutliche Verschärfung bei der Durchsetzung des Digital Markets Act. Das Gesetz zielt darauf ab, die macht sogenannten „Torwächter“-Unternehmen der Technologiebranche zu beschneiden. Bei Verstößen gegen die verbindlichen Anordnungen drohen Google empfindliche Strafen. Die EU-Kommission kann Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen.
Sicherheitsexperten und Chief Information Security Officers (CISOs) wurde geraten, die Entwicklungen genau zu verfolgen. Die Einführung von Drittanbieter-KI-Agenten mit weitreichenden Systemberechtigungen könnte neue Risikomanagement-Strategien für Unternehmens-Mobilgeräte erforderlich machen.
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