Euro-Office, Europas

Euro-Office startet 9. Juni: Europas Antwort auf Microsoft und Google

29.05.2026 - 20:30:37 | boerse-global.de

Die Document Foundation kündigt LibreOffice für Browser und Mobilgeräte an. Echtzeit-Kollaboration und neue Konkurrenz durch Euro-Office prägen die Entwicklung.

Euro-Office startet 9. Juni: Europas Antwort auf Microsoft und Google - Foto: über boerse-global.de
Euro-Office startet 9. Juni: Europas Antwort auf Microsoft und Google - Foto: über boerse-global.de

Die Document Foundation (TDF) schlägt einen radikalen neuen Kurs ein: Die Open-Source-Softwareschmiede will LibreOffice künftig nicht mehr nur auf dem Desktop anbieten, sondern auch im Browser und auf Smartphones. Das gab die Organisation am 28. Mai bekannt. Das Ziel ist klar: Mit den etablierten Cloud-Office-Lösungen von Microsoft und Google mithalten.

WebAssembly und Qt 6: LibreOffice im Browser

Der technische Schlüssel zum Erfolg heißt WebAssembly (WASM) in Kombination mit dem Framework Qt 6. Ein erster Prototyp läuft bereits und beweist, dass sich die Kernfunktionen der Suite direkt im Webbrowser nutzen lassen – ohne Installation, ohne Plugin.

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Doch damit nicht genug: Die Entwicklung nativer Apps für Android und iOS hat die TDF ebenfalls zur Priorität erklärt. Der klassische Desktop bleibt zwar das Herzstück von LibreOffice, und der bewährte Rhythmus von zwei großen Updates pro Jahr soll bestehen bleiben. Aber die Zukunft ist eindeutig mobil und browserbasiert.

Kollaboration und Sicherheit werden großgeschrieben

Ein weiterer Meilenstein steht unmittelbar bevor: Die ersten Tests für gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten in Echtzeit sind in Vorbereitung. Das System setzt zunächst auf ein klassisches Client-Server-Modell mit TCP/IP-Protokollen. Langfristig ist jedoch ein Wechsel auf eine Peer-to-Peer-Architektur geplant – ein mutiger Schritt, der die Abhängigkeit von zentralen Servern reduzieren soll.

Parallel dazu professionalisiert die TDF ihre Sicherheitsprozesse. Automatisierte Tools wie OSS-Fuzz und Coverity sind nun fester Bestandteil der Entwicklung. Sie sollen Schwachstellen frühzeitig aufspüren und die Code-Qualität sichern. Konkrete Termine für die neuen Plattformen nannte die Stiftung allerdings nicht.

Euro-Office: Ein neuer Rivale aus Europa

Die Neuausrichtung von LibreOffice kommt nicht von ungefähr. Der Markt für Open-Source-Bürosoftware wird zunehmend umkämpft. Am 9. Juni 2026 soll mit Euro-Office ein neuer, unabhängiger Anbieter an den Start gehen. Das Projekt basiert auf der OnlyOffice-Engine und wird von einem Konsortium europäischer Tech-Unternehmen unterstützt – darunter IONOS, Nextcloud und Open-Xchange.

Euro-Office richtet sich gezielt an Regierungen und Unternehmen, die auf digitale Souveränität setzen. Die Suite wird mit Nextcloud Hub 26 und IONOS Managed Nextcloud gebündelt und unterstützt sowohl das offene OpenDocument-Format (ODF) als auch Microsoft-kompatible Dateitypen. Branchenbeobachter sehen in der wachsenden Zahl von Projekten wie LibreOffice, Collabora und Euro-Office zwar eine Zersplitterung des Marktes, aber auch einen Innovationsschub.

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Frankreich macht ernst: Vom Windows-Rechner zum Linux-PC

Die Bewegung hin zu offener Infrastruktur gewinnt auch in der Politik an Fahrt. Wie am 29. Mai bekannt wurde, hat Frankreich eine groß angelegte Migration von Windows auf Linux in der öffentlichen Verwaltung gestartet. Die französische Regierung begründet den Schritt mit Kosteneinsparungen, verbesserter Sicherheit und dem Wunsch nach mehr Kontrolle über die eigene digitale Infrastruktur.

Dieser Trend ist kein Einzelfall. Er passt in das übergreifende Bild einer wachsenden Open-Source-Bewegung, die nach Alternativen zu den proprietären Ökosystemen der US-Tech-Giganten sucht. LibreOffice positioniert sich mit seiner neuen Multi-Plattform-Strategie genau in dieser Lücke – und könnte zum entscheidenden Baustein für eine digitale Unabhängigkeit Europas werden.

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