Evooo1Bot: Neues Linux-Botnetz befÀllt Router und Edge-GerÀte
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 13:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsexperten von FortiGuard Labs haben ein neues, hochspezialisiertes Linux-Botnetz identifiziert, das seit Juli 2026 aktiv ist. Die unter dem Namen Evooo1Bot bekannte Schadsoftware zielt primĂ€r auf GerĂ€te am Netzwerkrand ab, darunter Router, Firewalls und IP-Kameras. Das Ziel der Angreifer ist der Aufbau eines groĂflĂ€chigen Netzwerks fĂŒr verteilte Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) sowie die Etablierung versteckter SOCKS5-Proxy-Strukturen.
Hybrid-Architektur und erweiterte FunktionalitÀten
Evooo1Bot basiert technisch auf dem Quellcode der Mirai-Malware, wurde jedoch um signifikante Funktionen erweitert. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsforscher kombiniert die Schadsoftware klassische Botnetz-Elemente mit Credential-Sniffing, Mechanismen zur DateiĂŒbertragung und eigenstĂ€ndigen Exploit-Funktionen.
Das Botnetz verfĂŒgt ĂŒber insgesamt 16 verschiedene DDoS-Methoden, zu denen unter anderem UDP-, DNS-, SYN- und GRE-Flooding sowie Angriffe mittels fragmentiertem TCP gehören.
ZusĂ€tzlich zur AngriffsfĂ€higkeit fungiert die Malware als SOCKS5-Relay, wobei die Kommunikation standardmĂ€Ăig ĂŒber den Port 1080 abgewickelt wird. Diese Funktion ermöglicht es den HintermĂ€nnern, ihren eigenen Internetverkehr ĂŒber die infizierten GerĂ€te umzuleiten und so ihre Spuren zu verschleiern. Ein integrierter Credential-Sniffer ist zudem darauf ausgelegt, HTTP-Basic-Auth-Daten und Cookies von den kompromittierten Systemen zu erfassen.
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Breite Zielgruppe und aktive Ausnutzung von Schwachstellen
Das Botnetz nutzt zur Ausbreitung eine Kombination aus bekannten SicherheitslĂŒcken und Brute-Force-Angriffen auf SSH-Dienste. Fortinet bestĂ€tigte in diesem Zusammenhang die aktive Ausnutzung von Schwachstellen bei einer Vielzahl von Herstellern. Zu den betroffenen GerĂ€ten gehören Produkte von Alcatel, NETGEAR, Tenda, Mitsubishi Electric, Telesquare und D-Link.
Neuere Varianten von Evooo1Bot haben ihr Zielspektrum laut den Analysen erheblich erweitert. Demnach werden nun auch Schwachstellen in Systemen von Hikvision, Zyxel und TP-Link sowie in D-Link NAS-Systemen angegriffen. Auch Software-Infrastrukturen wie Confluence, WSO2, Kubernetes ingress-nginx und PHP-CGI-Umgebungen stehen im Fokus der Angreifer. Der fĂŒr die Infektion genutzte Loader wird ĂŒber die Adresse 91.92.40[.]118/wget.sh nachgeladen.
Tarnung und technische Finessen
Um einer Entdeckung durch Sicherheitssysteme zu entgehen, setzt Evooo1Bot auf komplexe VerschlĂŒsselungs- und Evasion-Techniken. Die Kommunikation mit dem Command-and-Control-Server (C2) erfolgt verschlĂŒsselt ĂŒber Port 443. Dabei kommen Algorithmen wie AES-256-CTR, ChaCha20 und XOR-VerschlĂŒsselungen zum Einsatz.
Vor der vollstĂ€ndigen Installation prĂŒft die Malware das Zielsystem auf das Vorhandensein von Analyse-Tools, Sandboxes, virtuellen Maschinen oder Containern. Zudem verfĂŒgt der SSH-Brute-Force-Mechanismus ĂŒber eine Erkennung fĂŒr Honeypots. Um Spuren einer Infektion zu verwischen, löscht die Schadsoftware den lokalen Bash-Verlauf der infizierten Systeme.
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FĂŒr eine dauerhafte PrĂ€senz auf den GerĂ€ten nutzt Evooo1Bot verschiedene Systemdienste wie systemd, SysV und Cron-Jobs. Die Entwickler haben die Malware zudem fĂŒr eine breite Hardware-Basis optimiert: Es existieren derzeit 12 unterschiedliche Builds, die auf verschiedene CPU-Architekturen zugeschnitten sind. Dies unterstreicht den plattformĂŒbergreifenden Ansatz des Botnetzes bei der Infiltration von Linux-basierten Edge-GerĂ€ten.
