Exoskelett-Boom, Haier

Exoskelett-Boom: Haier und Hypershell starten Verkauf ab Mai

30.05.2026 - 14:09:28 | boerse-global.de

Haier und Hypershell bringen KI-Exoskelette auf den Markt, die Paketboten auf 50 km/h beschleunigen und den chinesischen Markt revolutionieren.

Exoskelett-Boom: Haier und Hypershell starten Verkauf ab Mai - Foto: über boerse-global.de
Exoskelett-Boom: Haier und Hypershell starten Verkauf ab Mai - Foto: über boerse-global.de

Chinesische Technologiekonzerne haben eine neue Generation kommerzieller KI-gestützter Exoskelette vorgestellt. Die Geräte zielen darauf ab, die körperliche Leistungsfähigkeit von Wanderern und der gigantischen Armee von Lieferfahrern im Land zu steigern. Erste Einsatzvideos zeigen bereits, wie die Technologie die Zustellgeschwindigkeit drastisch erhöht.

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Haier und Hypershell starten Verkauf

Am 29. Mai 2026 präsentierte Haier das W3 KI-Exoskelett – ein mutiger Vorstoß in den Markt der tragbaren Robotik. Das Gerät kostet umgerechnet rund 2.200 Euro und bietet ein maximales Drehmoment von 16 N·m pro Bein. Angetrieben wird es von einem handelsüblichen 8-Bit-Chip. Der Hersteller gibt das Gewicht mit 1,75 kg an, Branchenkenner rechnen inklusive Akku und Gurten jedoch mit knapp 2,1 kg.

Der Verkauf startete am selben Tag in über 200 Filialen in 50 chinesischen Städten. Parallel dazu brachte die Firma Hypershell ihre X-Serie auf den Markt – mit den Modellen X Ultra S, X Max S und X Pro S. Diese Einheiten nutzen eine Software zur Gang-Synchronisation, die laut Hersteller eine 97,5-prozentige Übereinstimmung mit den Bewegungen des Trägers erreicht. Die Reaktionszeit beträgt 0,31 Sekunden.

Die High-End-Modelle Ultra S und Max S liefern 1.000 Watt Leistung und 22 Nm Drehmoment. Sie unterstützen ein Tempo von bis zu 25 km/h bei einer Reichweite von 30 Kilometern. Die Preise liegen zwischen 999 und 1.999 Euro. Verfügbar sind die Geräte in China, den USA, Kanada und Australien.

Lieferläufer erreichen Spitzengeschwindigkeiten

Die kommerzielle Markteinführung folgt auf Videoaufnahmen aus dem Logistiksektor, die Ende Mai 2026 auftauchten. Ein Clip zeigt einen Lieferläufer in einem schwarzen Ganzkörper-Exoskelett, wie er eine Bestellung in einem Restaurant abholt und dann durch die Straßen rennt. Die Ausrüstung ermöglicht demnach Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h.

Damit knüpft die Entwicklung an frühere Tests aus dem Jahr 2020 an, bei denen Unterkörper-Exoskelette speziell für Beschäftigte der Gig Economy erprobt wurden. Die Integration von KI soll die Unterstützung bei repetitiven und hochintensiven Aufgaben weiter verfeinern.

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Boomender Markt und Tourismus-Anwendungen

Der Exoskelett-Sektor wächst rasant. 2025 erreichte der chinesische Markt für Exoskelett-Roboter rund 4,2 Milliarden RMB – etwa ein Viertel des globalen Marktes. Die Auslieferungszahlen chinesischer Hersteller machen inzwischen mehr als 60 Prozent des weltweiten Volumens aus.

Auch die Tourismusbranche entdeckt die Technologie. Am 29. Mai 2026 testeten internationale Politiker beim Global Mayors Dialogue am Huangshan-Gebirge chinesische Exoskelette, die eine Gelenkentlastung von bis zu 50 Prozent bieten sollen. An mehreren landschaftlich reizvollen Orten, darunter die Huangshan-Region, gibt es bereits Verleihstationen für Wanderer.

Wirtschaftlicher Druck auf die Lieferbranche

Der technologische Effizienzschub kommt zu einer Zeit enormen wirtschaftlichen Drucks. Chinas Lieferbranche beschäftigt über 13 Millionen Menschen. Berichten zufolge kämpfen viele Fahrer mit extremer Konkurrenz und wenigen Bestellungen – manche verdienen umgerechnet nur vier bis sechs Euro pro Tag.

Die schwierigen Bedingungen wurden kürzlich in einer Dokumentation mit dem Titel „Überlebensbericht chinesischer Essenslieferanten 2026“ thematisiert. Die Behörden verboten den Film jedoch kurz nach seiner Veröffentlichung. Marktexperten erwarten, dass die Einführung tragbarer Technik wie des Haier W3 für die Hersteller einen Nebeneffekt hat: Sie sammeln biomechanische Daten von den Vielnutzern – auch wenn die Geräte eine prognostizierte Ausfallrate von acht Prozent innerhalb der ersten 90 Tage aufweisen.

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