Rekordtief bei Krebsbehandlungen im Krankenhaus
02.02.2024 - 13:03:10Immer weniger Menschen mĂŒssen in Deutschland wegen einer Krebserkrankung ins Krankenhaus. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden 2022 nur rund 1,4 Millionen Patientinnen und Patienten deswegen in einer Klinik behandelt. «Damit sank die Zahl der stationĂ€ren Krebsbehandlungen erneut auf den tiefsten Stand der vergangenen 20 Jahre», berichteten die Statistiker anlĂ€sslich des Weltkrebstages am 4. Februar.Â
Schon im Vorjahr war die Zahl der krebsbedingten Klinikaufenthalte gesunken. Damals lag das vor allem an den EinschrĂ€nkungen wĂ€hrend der Corona-Pandemie. Nun ging die Zahl noch einmal um zwei Prozent zurĂŒck. «Ein Grund fĂŒr den RĂŒckgang könnten Verbesserungen bei PrĂ€vention, Vorsorge und Behandlung sein», hieĂ es in der Mitteilung des Bundesamtes. Die Zahl der stationĂ€ren Krankenhausbehandlungen insgesamt blieb nĂ€mlich konstant.
Ursache fĂŒr jeden zwölften Krankenhausaufenthalt
Krebs ist der vierthĂ€ufigste Grund fĂŒr einen Krankenhausaufenthalt: Acht Prozent aller stationĂ€ren Behandlungen 2022 waren auf eine Krebserkrankung zurĂŒckzufĂŒhren. HĂ€ufiger wurden nur Krankheiten des Kreislaufsystems, Verletzungen oder Vergiftungen und Krankheiten des Verdauungssystems stationĂ€r behandelt.
Besonders hĂ€ufig werden Menschen zwischen 60 und 79 Jahren wegen Krebs im Krankenhaus behandelt. Mehr als die HĂ€lfte aller Krebspatientinnen und -patienten gehören zu dieser Altersgruppe. Ein FĂŒnftel war im Alter von 40 bis 59 Jahren, weitere 20 Prozent waren 80 Jahre oder Ă€lter. Nur fĂŒnf Prozent der Krebspatientinnen und -patienten waren unter 40 Jahre alt.
Lungenkrebs am hÀufigsten
Am hĂ€ufigsten wurden Patienten mit der Diagnose Lungen- und Bronchialkrebs stationĂ€r im Krankenhaus versorgt (zwölf Prozent der FĂ€lle). Allerdings ging diese Zahl gegenĂŒber dem Vorjahr am deutlichsten zurĂŒck (minus vier Prozent). Danach folgten Darmkrebs, Brustkrebs und Hautkrebs. Bei Hautkrebs nahm die Zahl der KrankenhausfĂ€lle gegen den Trend um drei Prozent zu.
Bessere Heilungschancen, aber dennoch mehr TodesfĂ€lleÂ
«Mit verbesserter PrÀvention, Vorsorge und Behandlung bei Krebserkrankungen steigen auch die Heilungschancen», berichtete das Bundesamt. Dennoch ist die Zahl der TodesfÀlle mit der Ursache Krebs binnen 20 Jahren gestiegen: Im Jahr 2022 starben gut 231.500 Menschen an den Folgen von Krebs. 2002 waren es nur rund 210.000 gewesen.
«Der Anstieg dĂŒrfte im Allgemeinen jedoch auch auf die Alterung der Bevölkerung zurĂŒckzufĂŒhren sein», ordneten die Statistiker ein. Der Anteil der Krebsopfer an den TodesfĂ€llen insgesamt ist im selben Zeitraum nĂ€mlich gesunken: von 25 Prozent im Jahr 2002 auf 22 Prozent im Jahr 2022.
MÀnner sterben hÀufiger an Krebs
Damit blieb Krebs auch im Jahr 2022 die zweithĂ€ufigste Todesursache. 54 Prozent der Krebstoten waren MĂ€nner, 46 Prozent Frauen. Die hĂ€ufigste krebsbedingte Todesursache ist Lungen- und Bronchialkrebs. Diese Krebserkrankung war 2022 fĂŒr 45.200 Tote verantwortlich. In der Reihe der krebsbedingten Todesursachen folgten Darmkrebs (24.300 TodesfĂ€lle), BauchspeicheldrĂŒsenkrebs (19.200), Brustkrebs (19.100) und Prostatakrebs (15.600).Â


