Føtex, Roboter

Føtex testet humanoide Roboter: Regale werden nachts noch ferngesteuert aufgefüllt

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Salling Group prüft den Robotereinsatz nach Ladenschluss; autonome Arbeit bis Anfang 2027 bleibt ein Ziel.

Føtex testet humanoide Roboter beim nächtlichen Regaleinräumen
Ein moderner, leerer Supermarktgang nach Ladenschluss mit ordentlich eingeräumten Regalen bei kühler Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Die dänische Supermarktkette Føtex erprobt in Zusammenarbeit mit dem dänischen Entwickler HIVE Robots den Einsatz von humanoiden Robotern im Einzelhandel. Wie mehrere Branchenberichte Anfang Oktober darlegten, trainieren die beiden Unternehmen die Systeme seit Juni 2026 nach Ladenschluss in dänischen Filialen nahe Kopenhagen.

Im Mittelpunkt des Pilotprojekts steht das Auffüllen von Warenregalen, wobei gegenwärtig noch menschliche Bediener jede einzelne Bewegung aus der Ferne steuern.

Fernsteuerung und Technologie im Testbetrieb

Die Kooperation basiert auf einer am 11.3.2026 angekündigten mehrjährigen Partnerschaft, die über zehn Robotik-Softwareentwickler umfasst. Zum Einsatz kommt unter anderem das Modell Unitree G1 des chinesischen Herstellers Unitree, das von HIVE Robots für den Einzelhandelseinsatz adaptiert wird.

Die von HIVE Robots genutzten Retail-Roboter weisen Maße zwischen 140 und 180 Zentimetern auf, während bestimmte eingesetzte Humanoide eine Größe von 182 Zentimetern erreichen.

Technologisch setzt HIVE Robots auf eine Kombination aus integrierter künstlicher Intelligenz und Fernsteuerung über die eigene Heimdall-Teleoperationsplattform. Sämtliche Daten werden dabei auf europäischer Infrastruktur verarbeitet.

Das Geschäftsmodell sieht kein Kaufformat vor, sondern basiert auf einem Stundensatz im Rahmen eines Mietmodells für Roboter. Konkrete finanzielle Konditionen sowie die genaue Anzahl der beteiligten Filialen wurden bisher nicht veröffentlicht. Auch gemessene Kosten- oder Sicherheitsdaten liegen bislang nicht vor.

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Entlastung der Nachtschichten als Ziel

Føtex gehört zur dänischen Salling Group, die mehr als 2.000 Filialen in sechs europäischen Ländern betreibt und unter anderem auch die Ketten Netto und Bilka führt. Nach Angaben von Føtex verbringen Beschäftigte gegenwärtig 40 bis 50 Prozent ihrer Arbeitszeit mit dem Einräumen von Regalen.

Das Vorhaben zielt darauf ab, die körperliche Belastung in den Nachtstunden zu verringern; Entlassungen von Mitarbeitern seien im Zuge des Pilotprojekts nicht geplant.

Aktuell agieren die Roboter jedoch noch deutlich langsamer als menschliches Personal und bedürfen einer engen Aufsicht. Wie HIVE-Gründer Jakob Sand darlegte, steuert derzeit ein menschlicher Pilot genau einen Roboter. Das mittelfristige Ziel von Føtex und der Salling Group sieht vor, dass die Maschinen bis Anfang 2027 selbstständig während der Nachtschicht arbeiten können.

Für das Jahr 2027 plant HIVE Robots zunächst eine Phase, in der ein Teleoperator einen Roboter acht Stunden lang nachts überwacht, gefolgt von einer Phase mit zwei Bedienern für drei Roboter zur Abdeckung eines 24-Stunden-Nachtbetriebs.

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Rechtliche Hürden und weitere Auswertung

Der Pilotversuch ist derzeit auf einen kleinen Rahmen begrenzt. Die Salling Group beabsichtigt, die Ergebnisse über die kommenden Monate auszuwerten, bevor über eine mögliche Ausweitung des Betriebs entschieden wird.

Ein autonomer Einsatz der Maschinen in Gegenwart von Kunden ist derzeit nicht vorgesehen und stünde vor regulatorischen Barrieren. Nach Angaben der Beteiligten wäre für einen autonomen Betrieb im Kundenkontakt eine Änderung des dänischen Rechts erforderlich.

Auf europäischer Ebene regelt der EU AI Act zwar Hochrisikosysteme, enthält bislang jedoch keine spezifischen Bestimmungen für humanoide Roboter im Lebensmitteleinzelhandel. Aus diesem Grund beschränkt sich die Erprobung vorerst auf geschlossene Filialen während der Nacht.

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