Facebook, KI-Modus

Facebook: KI-Modus und Creator Studio ab sofort freigeschaltet

28.06.2026 - 12:08:52 | boerse-global.de

Meta präsentiert KI-gesteuerte Suche, einen überarbeiteten Creator Studio-Assistenten und günstige Smart Glasses. Interne Spannungen begleiten den Vorstoß.

Meta: KI-Suche, Creator Studio und neue Smart Glasses vorgestellt
Facebook - KI-Gehirn auf Smartphone mit Facebook-App, Datenströme, unscharfes Büro 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Zentrum stehen eine KI-gesteuerte Suchfunktion für das soziale Netzwerk, ein wiederbelebter Creator Studio als KI-Assistent sowie neue Smart Glasses. Der Tech-Riese treibt damit seine Strategie voran, künstliche Intelligenz zum Herzstück des Nutzererlebnisses zu machen.

Facebook bekommt einen „KI-Modus"

Seit dem 26. Juni 2026 können Facebook-Nutzer die Plattform per natürlicher Sprache durchsuchen. Der neue „AI Mode" durchforstet öffentliche Beiträge, Gruppen und Reels, um umfassende Antworten zu liefern. Dazu kommt der „Ask"-Tab – ein KI-gestütztes Diskussionsforum, das an Reddit erinnert.

Doch die Frage bleibt: Werden die Nutzer mitmachen? Branchenbeobachter sehen Vertrauensprobleme als größte Hürde. Viele Nutzer sind skeptisch, wie ihre Daten von KI-Systemen verarbeitet werden.

Creator Studio kehrt zurück – als KI-Begleiter

Einen Tag zuvor, am 25. Juni, hauchte Meta dem 2023 eingestellten Creator Studio neues Leben ein. Die App wurde als KI-Assistent neu aufgelegt. Der „AI Creator Assistant" liefert Leistungsanalysen, priorisierte Aufgaben und kann sogar Kommentare im persönlichen Stil des Creators verfassen.

Besonders interessant für Profi-Nutzer: Meta führt ein gestaffeltes Vergütungssystem ein. Creator mit mehr als 100.000 Followern können bis zu 1.000 Euro pro Monat verdienen, bei über einer Million Followern sind bis zu 3.000 Euro drin. Getestet wird die App derzeit mit einer ausgewählten Nutzergruppe, eine Warteliste für den breiteren Zugang ist eingerichtet.

Neue Smart Glasses: Günstiger Einstieg in die KI-Brille

Am 26. Juni präsentierte Meta zudem seine neueste Hardware: KI-gestützte Smart Glasses ab 299 Euro. Es ist das erste Modell der Zusammenarbeit mit EssilorLuxottica, das nicht unter den Marken Ray-Ban oder Oakley läuft. Die Brille nutzt „Meta AI mit Muse Spark" und kommt in verschiedenen Designs – darunter eine hochkarätige Kooperation.

Astryx: Open-Source für Entwickler

Einen Tag später, am 27. Juni, öffnete Meta seinen Baukasten für Entwickler. Astryx ist ein Open-Source-Designsystem auf Basis von React. Es treibt bereits über 13.000 interne Anwendungen bei Meta an und enthält ein spezielles JSON-Manifest für KI-Codierungs-Agenten. Mit mehr als 90 Komponenten und der StyleX-CSS-Engine soll die Entwicklung KI-kompatibler Oberflächen deutlich einfacher werden.

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FAIR veröffentlicht Autodata: Kleinere Modelle, bessere Leistung

Die Forschungsabteilung FAIR stellte am 25. Juni das Autodata-Framework vor. Das System nutzt große Sprachmodelle (LLMs), um synthetische Trainingsdaten zu generieren und zu optimieren. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Ein Modell mit nur 4 Milliarden Parametern übertraf auf komplexen juristischen Aufgaben ein 397-Milliarden-Parameter-Modell. Das könnte die Entwicklung effizienterer KI-Systeme beschleunigen.

Verstärkung für die KI-Sicherheit

Meta hat die drei Mitgründer von Virtue AI – Bo Li, Dawn Song und Sanmi Koyejo – abgeworben. Die Experten für automatisiertes Red Teaming und KI-Sicherheit werden in Metas Superintelligence Labs arbeiten. Ihr Fokus: Agentic Security und Sicherheitsnetze für KI-Systeme.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Meta beschleunigt den Umstieg auf KI-gesteuerte Inhaltsmoderation. Bereits heute erledigt KI die Hälfte aller Inhaltsprüfungen, bis Ende 2026 sollen es 90 Prozent sein. Der Schritt folgt auf einen Vorfall, bei dem rund 20.000 Instagram-Konten durch eine Sicherheitslücke in einem KI-Support-Bot kompromittiert wurden.

Interne Spannungen und Datenschutz-Debatten

Doch der KI-Vorstoß hat auch Schattenseiten. Am 24. Juni setzte Meta seine Model Capability Initiative (MCI) aus – nach einem internen Datenleck. Das Programm hatte Tastatureingaben, Klicks und Bildschirmaktivitäten von Mitarbeitern aufgezeichnet, um KI-Modelle zu trainieren. Über 1.600 Beschäftigte unterschrieben eine Petition dagegen. Meta betont, dass die Daten zwar offengelegt wurden, es aber keine Hinweise auf unbefugten Zugriff auf private Gespräche gebe.

Zusätzlich sorgt ein entdeckter „NameTag"-Code in Meta-Apps für Unruhe. Der Code soll Gesichter in biometrische Signaturen umwandeln – für eine geräteinterne Datenbank. Meta spricht von assistiver Technologie. Kritiker warnen vor Überwachungspotenzial durch die neuen Wearables.

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Der Wettbewerb schläft nicht

Metas Offensive kommt nicht im luftleeren Raum. Am 27. Juni stellte OpenAI seine GPT-5.6-Modellfamilie vor – mit dem Flaggschiff „Sol" sowie den kosteneffizienten Varianten „Terra" und „Luna". Die Modelle, derzeit in einer limitierten Vorschau, bieten verbesserte Sicherheitschecks und stärkere Fähigkeiten in den Bereichen Programmierung und Cybersicherheit. Der Trend ist klar: Hochleistungs-KI und robuste Sicherheitsarchitekturen müssen Hand in Hand gehen.

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