Facharzt-Wartezeiten Ă–sterreich: Kardiologie springt um 12 Tage
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 12:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie fachärztliche Versorgung in Österreich verschärft sich einer aktuellen Auswertung zufolge in wesentlichen Bereichen. Die zweite österreichweite Kassenarzt-Wartezeiten-Studie von krankenversichern.at für 2026 zeigt, dass die Wartezeiten in acht von 14 untersuchten Fachrichtungen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Für chronisch kranke Patienten, die auf regelmäßige fachärztliche Betreuung angewiesen sind, bedeutet das eine zusätzliche Belastung.
Datengrundlage der Studie
Grundlage der Erhebung sind 1.601 Terminrückmeldungen, die im Zeitraum vom 21. Mai bis zum 10. September 2026 gesammelt wurden. Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild: Während in acht Fachrichtungen längere Wartezeiten zu verzeichnen sind, blieben die Werte in drei Bereichen unverändert, in drei weiteren wurden die Wartezeiten sogar kürzer.
Innere Medizin und Kardiologie besonders betroffen
Den höchsten Wert unter allen Fachrichtungen erreicht die Innere Medizin mit einem Median von 65 Tagen – im Vorjahr lag der Wert noch bei 63 Tagen. Den stärksten relativen Zuwachs verzeichnet allerdings die Kardiologie: Hier stieg der Median um 12 Tage von 33 Tagen im Jahr 2025 auf nunmehr 45 Tage.
Auch in der Neurologie nahm die Wartezeit merklich zu, der Median stieg um 8 Tage. In der Psychiatrie liegt der Median mittlerweile bei 61 Tagen, in der Dermatologie bei 36 Tagen. FĂĽr einen Termin beim Hausarzt hingegen mussten Patienten der Studie zufolge im Median lediglich einen Tag warten.
Rückgänge in einzelnen Fachrichtungen
Die Kardiologie-Wartezeit ist laut der neuen Kassenarzt-Wartezeiten-Studie um 12 Tage auf 45 Tage gestiegen — und rund ein Drittel der Kassenordinationen nimmt derzeit keine neuen Patienten auf. Wer chronisch krank ist und auf regelmäßige Kontrollen angewiesen bleibt, braucht einen Plan statt Geduld. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Nicht überall verschlechterte sich die Situation. In der Gynäkologie sank der Median um 12 Tage auf 34 Tage, in der Urologie um 9 Tage auf 39 Tage. Auch in der Augenheilkunde verkürzte sich die Wartezeit um 6 Tage auf 46 Tage. Über ganz Österreich betrachtet liegt der Facharzt-Median bei 34 Tagen.
Deutliche regionale Unterschiede
Die Studie offenbart auch erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. In Wien beträgt die durchschnittliche Wartezeit 22 Tage, während Patienten im Burgenland mit 53 Tagen und in Vorarlberg mit 46 Tagen deutlich länger auf einen Termin warten müssen.
Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede bei einzelnen Fachrichtungen in einzelnen Regionen: In der Steiermark liegt die Wartezeit für einen Urologie-Termin bei 88 Tagen, in Oberösterreich müssen Patienten für einen Termin in der Inneren Medizin 78 Tage einplanen, in Wien beträgt die Wartezeit für einen Psychiatrie-Termin 64 Tage.
Ordinationen nehmen keine neuen Patienten auf
Ob Sie 22 Tage in Wien oder 53 Tage im Burgenland warten: Der Zugang zum Facharzt hängt in Österreich stark vom Wohnort ab — bei Urologie in der Steiermark sind es sogar 88 Tage. Unser Leitfaden vergleicht die Wartezeiten aller Bundesländer und zeigt, wie Sie Ihren Termin gezielt beschleunigen. Bundesland-Vergleich jetzt sichern
Ein weiterer Befund der Studie verschärft das Bild zusätzlich: Rund ein Drittel der Kassenordinationen nimmt demnach derzeit keine neuen Patienten auf. Diese Praxis begrenzt den Zugang zur Versorgung zusätzlich, unabhängig von den ohnehin bestehenden Wartezeiten, und trifft insbesondere jene Patienten, die neu auf fachärztliche Betreuung angewiesen sind – etwa nach einer Diagnose oder einem Wohnortwechsel.
Für Menschen mit chronischen Erkrankungen, die auf kontinuierliche fachärztliche Kontrolle angewiesen sind, summieren sich die längeren Wartezeiten in Fachrichtungen wie Innere Medizin, Kardiologie und Neurologie zu einem strukturellen Problem. Die regionalen Unterschiede zeigen zudem, dass der Zugang zu fachärztlicher Versorgung in Österreich stark vom Wohnort abhängt.
