FakeAgent-Kampagne: 29 Firmen in zwei Tagen gehackt
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 10:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Masche ist perfide: Statt aufwändiger Hacks setzen Angreifer auf manipulierte Installationsprogramme und gefälschte Werbeanzeigen. Das FBI konnte einen 21-Jährigen festnehmen, der über Steam Schadsoftware verbreitete – und eine neue Kampagne nutzt KI-Fakes, um Nutzer auf falsche Download-Seiten zu locken.
FBI-Fahndungserfolg: 8.000 Rechner über Steam infiziert
Ein 21-jähriger Mann aus Florida soll zwischen Mai 2024 und Februar 2026 sieben gefälschte Spiele auf Steam veröffentlicht haben. Die Spiele enthielten Malware, die rund 8.000 Computer infizierte. Ziel der Angreifer: Kryptowährungs-Wallets.
Die Bilanz: 80 geleerte Wallets, ein Gesamtschaden von 220.000 US-Dollar. Ein Twitch-Streamer verlor allein 32.000 US-Dollar. Die Ermittler kamen dem Täter durch den Kauf von Gutscheinen auf die Spur, die mit dem gestohlenen Geld bezahlt wurden. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm fünf bis 20 Jahre Haft.
„FakeAgent“: Werbung als Einfallstor für KI-Schädlinge
Eine neue Kampagne mit dem Namen „FakeAgent“ zeigt, wie professionell die Angriffe inzwischen sind. Im Juli 2026 schalteten Kriminelle Bing-Werbeanzeigen für eine angebliche Desktop-Version der KI „Claude“. Die Anzeigen verwiesen auf legitime Domains, leiteten die Opfer aber auf manipulierte Installer weiter.
Dahinter steckte der Information-Stealer „SectopRAT“. Die Malware nutzte DLL-Sideloading und GPU-basierte Anti-Analyse-Mechanismen. Die Steuerung lief verdeckt über die Ethereum-Blockchain. Innerhalb von zwei Tagen wurden mindestens 29 Organisationen kompromittiert.
Angesichts der massiv steigenden Zahl von Infektionen durch manipulierte Software ist ein proaktiver Schutz für jeden PC-Nutzer unerlässlich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Report, wie Sie Ihren Windows-Rechner in wenigen Schritten effektiv vor Viren und Spionage-Software schützen. Kostenlosen Anti-Virus-Ratgeber jetzt herunterladen
Halbjahresbilanz: Betrug in Deutschland explodiert
Die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 sind alarmierend. In deutschen Online-Shops stieg der Betrug um 134 Prozent. Auch die Verbreitung von Schadsoftware legte massiv zu:
- Dropper: +160 Prozent
- Trojaner: +145 Prozent
- Fernzugriffstrojaner: +69 Prozent
- Identitätsbetrug: +454 Prozent (im Vergleich zum Vorhalbjahr)
Rund 2,3 Millionen Tech-Support-Betrugsversuche blockierten Sicherheitslösungen in Deutschland – Platz drei weltweit.
Gezielte Angriffe auf Behörden und Bildungseinrichtungen
Neben breit gestreuten Kampagnen gibt es zunehmend gezielte Attacken. Die „JadeProx“-Kampagne richtete sich gegen Behörden, Kliniken und Bildungseinrichtungen in Asien und Lateimamerika. Die Angreifer nutzten Sicherheitslücken in Web-Anwendungen, um Hintertüren zu installieren. Bekannt wurde die Kampagne im Frühjahr 2026 durch einen offenliegenden Cloud-Server in Singapur.
In der Ukraine warnt die Nationalpolizei vor einer Phishing-Welle mit gefälschten Bildungszertifikaten. Die Mails im Namen von Lernplattformen locken Nutzer zu Archiven, die Malware zum Diebstahl von Bankdaten enthalten. Parallel dazu nutzt die Gruppierung UAC-0099 manipulierte Plugins für Notepad++, um dauerhaften Zugriff auf Systeme zu erlangen.
Besonders die Zunahme von Phishing-Kampagnen und Identitätsdiebstahl bedroht heute nicht nur Unternehmen, sondern jeden privaten Nutzer im Netz. Dieser kostenlose Guide zeigt Ihnen, wie Sie mit der neuen Passkey-Technologie Ihre Konten bei Amazon, WhatsApp und Co. so absichern, dass Hacker keine Chance mehr haben. Gratis-Report zur passwortlosen Sicherheit sichern
Sicherheitslücken: Android-Spyware und macOS-Schwachstelle
Auch mobile Plattformen bleiben verwundbar. In der Golfregion entdeckten Forscher eine gefälschte Warn-App für Android. Sie nutzt Screen-Capturing und SMS-Abfangen, um Dissidenten und Journalisten zu überwachen.
Für macOS-Nutzer gibt es eine neue Schwachstelle in den Versionen „Tahoe“ und „Golden Gate“. Die Lücke erlaubt es Schadsoftware, vertrauenswürdige Anwendungen durch manipulierte Versionen zu ersetzen – ohne Sicherheitswarnung. Ein Fix wurde Mitte Juli 2026 abgelehnt, da die Malware für den Angriff bereits auf dem System laufen muss. Experten raten: Software nur aus offiziellen Quellen beziehen und Programme wie Notepad++, WinRAR oder Browser stets aktuell halten.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
