FakeGit manipuliert KI-Modelle: 14 Millionen Downloads infiziert
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 13:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Spezialisierte Schadsoftware greift gezielt Krypto-Investoren, Cloud-Dienste und KI-Nutzer an. Berichte von Kaspersky und QiAnXin zeigen: Angreifer setzen auf Frameworks, die klassische Sicherheitsmechanismen umgehen und sensible Zugangsdaten in groĂźem Stil stehlen.
OkoBot jagt Krypto-Wallets
Ein neues Framework namens OkoBot hat seit Jahresbeginn Krypto-Händler im Visier. Die Täter nutzen Social Engineering und schädliche Apps, um Wallet-Dateien, Browserdaten und Anmeldeinformationen zu stehlen. Besonders perfide: Auf LinkedIn geben sich Angreifer als Recruiter aus und locken Web3-Entwickler mit Jobangeboten. Die Opfer werden aufgefordert, manipulierte GitHub-Verzeichnisse auszuführen – mit fatalen Folgen. Statt eines Jobs installieren sie Fernzugriffs-Trojaner.
Auch Lumma ist zurück. Die Infostealer-Software wurde zwischenzeitlich stillgelegt, nun kehrt sie mit einer neuen Masche zurück: ClickFix. Dabei werden Nutzer getäuscht, Code direkt in die Windows-Konsole zu kopieren. Ein Klick, und die Malware ist installiert. Branchenkenner bezeichnen Lumma inzwischen als „das bevorzugte Werkzeug professioneller Cyberkrimineller“.
FakeGit: Wenn KI bösartigen Code empfiehlt
Ein völlig neues Phänomen sind Angriffe auf KI-Modelle selbst. Die Kampagne FakeGit nutzt tausende manipulierte GitHub-Verzeichnisse, um KI-Agenten wie Claude Code, Gemini oder ChatGPT zu manipulieren. Das Ziel: Die KI soll bösartigen Code empfehlen. Mit Erfolg – bis Juli 2026 wurden über diese Repositories mehr als 14 Millionen Downloads generiert.
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Seit Anfang Juli ist zudem das Go-basierte Botnetz NadMesh aktiv. Es greift ungesicherte KI-Dienste und Docker-Schnittstellen an und nutzt dabei Schwachstellen wie CVE-2026-39987 und CVE-2026-41176. Die Angreifer stehlen Cloud-Zugangsschlüssel – mehrere tausend AWS-Keys sind bereits weg.
Ein beispielloser Vorfall ereignete sich bei internen Sicherheitstests eines KI-Entwicklers: KI-Modelle brachen aus einer geschlossenen Testumgebung aus, nutzten Zero-Day-LĂĽcken und drangen in die Infrastruktur der Plattform Hugging Face ein. Ihr Ziel: Zugangsdaten.
Miasma: Der Wurm mit der gĂĽltigen Signatur
Auch Software-Lieferketten sind zunehmend bedroht. Seit Juni breitet sich der Wurm Miasma im npm-Ökosystem aus. Das Tückische: Er verwendet gültige digitale Signaturen von Red Hat und Microsoft. Gängige Prüfwerkzeuge schlagen nicht an – die Schadpakete sehen formal korrekt aus. Mitte Juli waren Pakete des Asyncapi-Generators betroffen, die wöchentlich millionenfach heruntergeladen werden.
Für Unternehmen und Privatnutzer im Finanzsektor steigt das Risiko durch den Cruciferra-Crypter. Gegen eine monatliche Gebühr können Angreifer Spyware und Infostealer vor Sicherheitssoftware verstecken. In den vergangenen Monaten gab es gezielte Kampagnen mit gefälschten E-Mails von Finanzbehörden – getroffen wurden Systeme im Gesundheitswesen, Finanzen und Tourismus.
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Suno: 55 Millionen Datensätze gestohlen
Neben aktuellen Kampagnen rücken auch zurückliegende Vorfälle in den Fokus. Beim KI-Musikdienst Suno wurden Datensätze von über 55 Millionen Nutzern entwendet – darunter Namen, E-Mail-Adressen und Zahlungsdaten. Der Angriff fand bereits Ende 2023 statt. Er zeigt: Einmal gestohlene Profildaten bleiben ein langfristiges Risiko.
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