FamiliÀre HypercholesterinÀmie: PrÀeklampsie-Rate liegt bei 11 statt 7 Prozent
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deFrauen mit familiĂ€rer HypercholesterinĂ€mie (FH) weisen im Vergleich zu Frauen ohne die genetische Fettstoffwechselstörung eine erhöhte Rate an PrĂ€eklampsie auf. Dies belegt eine im European Journal of Preventive Cardiology publizierte Untersuchung, ĂŒber die die European Society of Cardiology (ESC) am 4. November 2026 berichtete. WĂ€hrend in der Kontrollgruppe eine PrĂ€eklampsie-PrĂ€valenz von 7% festgestellt wurde, lag der Anteil bei den betroffenen Patientinnen bei 11%.
Studienergebnisse und methodischer Rahmen
Die von der European Society of Cardiology vorgestellte Beobachtungsstudie stĂŒtzt sich auf eine Kohorte von 484 Frauen mit familiĂ€rer HypercholesterinĂ€mie sowie 968 gematchten Kontrollpersonen in einem VerhĂ€ltnis von 1:2. Der Abgleich der Gruppen erfolgte anhand von Kriterien wie Alter, Rauchverhalten, Body-Mass-Index (BMI) sowie EthnizitĂ€t.
SĂ€mtliche Teilnehmerinnen waren mindestens 40 Jahre alt. Die Rekrutierung fĂŒr die Erhebung fand in den Jahren 2023 bis 2025 in den Niederlanden und Norwegen statt, wobei die Datenerhebung ĂŒber eine Online-Umfrage abgewickelt wurde.
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Abgesehen von der erhöhten Rate an PrÀeklampsie konnten die Forscher keine signifikanten Unterschiede bei weiteren reproduktiven Ergebnissen oder SchwangerschaftsverlÀufen zwischen beiden Gruppen feststellen.
Das Forschungsteam weist zugleich auf methodische EinschrĂ€nkungen hin: Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, lĂ€sst sich aus den Daten keine direkte KausalitĂ€t herleiten. Zudem bestand die untersuchte Gruppe ĂŒberwiegend aus Frauen europĂ€ischer Abstammung, was die Generalisierbarkeit der Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen limitiert.
Krankheitsbild und Versorgungsbedarf
Nach Angaben der European Society of Cardiology betrifft die familiÀre HypercholesterinÀmie rund eine von 200 bis 300 Personen und bleibt in den meisten FÀllen undiagnostiziert. Angesichts der beobachteten Risiken raten die Autoren der Untersuchung dazu, eine reproduktive Beratung fest in die kardiologische Versorgung einzubinden.
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ErgÀnzende Einordnungen der Stiftung Kindergesundheit verdeutlichen die Bandbreite der Erkrankung, die zu den hÀufigsten angeborenen Fettstoffwechselstörungen zÀhlt. Bei der heterozygoten Form (HeFH), von der etwa eine von 250 bis 500 Personen betroffen ist, liegt die Vererbungswahrscheinlichkeit bei einem betroffenen Elternteil bei 50%. Neben einer Lebensstilintervention ist in der Regel eine medikamentöse Lipidsenkung erforderlich.
Weitaus seltener tritt die biallelische beziehungsweise homozygote Form (BiFH) auf, von der etwa eine von 160.000 bis 300.000 Personen betroffen ist. Unbehandelt können hier bereits vor dem 20. Lebensjahr schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten; therapeutisch kommt bei schwerem Verlauf gegebenenfalls eine Lipoprotein-Apherese zum Einsatz.
Die Stiftung Kindergesundheit verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die neue Leitlinie ein Kaskadenscreening vorsieht, um Betroffene im familiĂ€ren Umfeld frĂŒhzeitig zu identifizieren.
