Fencheltee: Ăko-Test warnt vor mehr Estragol durch AusdrĂŒcken des Beutels
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Trinken von KrĂ€utertee auf nĂŒchternen Magen fĂŒhrt nicht automatisch zu einer besseren Aufnahme der enthaltenen Wirkstoffe. Wie Berichte zur TeevertrĂ€glichkeit verdeutlichen, hĂ€ngt die tatsĂ€chliche Resorption von einer Vielzahl individueller Faktoren ab.
Neben der Konzentration und der getrunkenen Menge spielen der allgemeine Zustand des Magen-Darm-Trakts, bestehende Vorerkrankungen, die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten sowie die konkrete Zubereitung eine entscheidende Rolle fĂŒr VertrĂ€glichkeit und Nutzen.
Risiken bei empfindlichem Magen und Vorbelastungen
Besondere Vorsicht ist bei Personen geboten, die unter Reflux, Gastritis, peptischen GeschwĂŒren, empfindlichem Magen oder Neigung zu Unterzuckerung leiden. Bei diesen Vorbelastungen können stark koffeinhaltige AufgĂŒsse auf leeren Magen Beschwerden wie Sodbrennen, Ăbelkeit, Bauchschmerzen oder Herzklopfen hervorrufen.
Sorten mit Koffein und hohem Tanningehalt wie GrĂŒner Tee, Schwarztee, Oolong oder Matcha sollten daher bevorzugt nach dem FrĂŒhstĂŒck oder zwischen den Mahlzeiten konsumiert und nicht zu stark ziehen gelassen werden.
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Auch scharfe oder sĂ€urehaltige Zutaten belasten den nĂŒchternen Verdauungstrakt. GewĂŒrze wie Ingwer, Zimt und Pfeffer können ein Brennen im Magen auslösen. Fachleute empfehlen daher, Ingwertee verdĂŒnnt mit warmem Wasser und erst nach einer Mahlzeit zu trinken.
Gleiches gilt fĂŒr Hibiskus- und saure Fruchttees, die verdĂŒnnt nach dem Essen vertrĂ€glicher sind. Pfefferminze kann wiederum bei dafĂŒr anfĂ€lligen Personen die Refluxsymptomatik verschlimmern.
QualitĂ€tsunterschiede und sachgemĂ€Ăe Zubereitung
FĂŒr die Wirksamkeit von HeilkrĂ€utertees, deren pflanzliche Inhaltsstoffe ĂŒber heiĂes Wasser gelöst werden, ist die QualitĂ€t des Ausgangsmaterials ausschlaggebend.
WĂ€hrend Produkte aus dem Supermarkt vor allem GenusskrĂ€uter enthalten, unterliegen Arzneitees aus der Apotheke den strengen Vorgaben des Arzneibuchs. Sie mĂŒssen festgelegte Wirkstoffgehalte aufweisen und werden auf Schadstoffe wie Schwermetalle, Pflanzenschutzmittel und mikrobiologische Belastungen geprĂŒft.
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Bei der Zubereitung sind korrekte Ziehzeiten wesentlich: Feste Pflanzenteile wie Wurzeln und feste BlĂ€tter benötigen lĂ€ngere Ziehzeiten als zarte BlĂŒten. Damit flĂŒchtige Ă€therische Ăle nicht entweichen, sollte das GefÀà wĂ€hrend des Ziehens zugedeckt bleiben.
Zudem sollte Tee nicht kochend heiĂ, sondern schluckweise getrunken werden. Kyra Schaper vom Deutschen Tee & KrĂ€utertee Verband weist darauf hin, dass vor allem Ziehzeit und Dosierung den Geschmack bestimmen; schwarzer Tee kippe beispielsweise nach fĂŒnf Minuten Ziehzeit geschmacklich ab.
Das AusdrĂŒcken von Teebeuteln fĂŒhrt laut Untersuchungen von Ăko-Test dazu, dass vermehrt bittere Gerbstoffe ins GetrĂ€nk ĂŒbergehen. Zwar gelten Tannine als entzĂŒndungshemmend und magen-darm-beruhigend, sie sind jedoch nicht fĂŒr jeden Magen vertrĂ€glich.
Bei Fencheltee rĂ€t Molekularbiologin Dr. Lisa Hitschler von Ăko-Test explizit vom AusdrĂŒcken ab, da dabei potenziell erbgutschĂ€digendes und krebserregendes Estragol in höherer Konzentration in die Tasse gelangt.
Grenzen der Selbstmedikation
KrĂ€uter mit abfĂŒhrender Wirkung wie Sennoside oder Aloe-Latex eignen sich weder fĂŒr die tĂ€gliche Einnahme noch zur Gewichtsreduktion. Bei Verstopfung stehen stattdessen ausreichende FlĂŒssigkeitszufuhr, regelmĂ€Ăige Bewegung und Ballaststoffe im Vordergrund. Treten Symptome wie Blut im Stuhl, Teerstuhl, anhaltende starke Schmerzen, Erbrechen oder ungewollter Gewichtsverlust auf, ist eine unmittelbare Ă€rztliche AbklĂ€rung erforderlich.
