Fersenhebe-Test: 40 Sekunden auf den Zehenspitzen mit 40 Jahren
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deEinfache Kraft- und StabilitĂ€tstests können Aufschluss ĂŒber den individuellen Fitnesszustand und die körperliche Autonomie im Alter geben. Wie Ratgeber erlĂ€utern, lassen sich grundlegende motorische FĂ€higkeiten wie Balance und Muskelkraft bereits mit unkomplizierten Ăbungen ĂŒberprĂŒfen, zu denen unter anderem das Anheben der Fersen oder das kontrollierte Aufstehen von einem Stuhl gehören.
Ohne GegenmaĂnahmen verliert der Körper ab einem Alter von 40 Jahren etwa 3 bis 5 % an Muskelmasse pro Jahr. Allerdings bleibt die Muskulatur auch in spĂ€teren Lebensphasen trainierbar.
Wadenkraft und Balance mit dem Fersenhebe-Test prĂŒfen
Eine Möglichkeit zur schnellen SelbsteinschĂ€tzung bietet der Fersenhebe-Test. Bei dieser Ăbung hebt man barfuĂ beide Fersen gleichzeitig an und hĂ€lt die Position möglichst ruhig.
Trainer Ălvaro Puche erlĂ€uterte gegenĂŒber dem Magazin TELVA entsprechende Richtwerte: Demnach sollten Menschen im Alter von 40 Jahren mindestens 40 Sekunden auf den angehobenen Fersen stehen können. Bei 50-JĂ€hrigen liege die Orientierungsmarke bei 30 Sekunden, wĂ€hrend 60-JĂ€hrige mindestens 25 Sekunden erreichen sollten.
Wer diese Zeitspannen meistert, verfĂŒgt laut Puche ĂŒber eine ausreichende Kraft in den Wadenmuskeln und eine solide StabilitĂ€tsbasis in den FĂŒĂen. Das Magazin TELVA merkte dazu an, dass diese Werte rein als Orientierung dienen. Zudem stellte Puche fest, dass bereits wenige wöchentliche Trainingseinheiten innerhalb von drei bis vier Wochen messbare Fortschritte bei den Waden und dem Schollenmuskel (Soleus) ermöglichen können.
Der Stuhl-Aufstehtest als Indikator fĂŒr Beinkraft
Ein weiteres standardisiertes Verfahren ist der 30-Sekunden-Aufstehtest (Sit-to-Stand-Test). Bei diesem Test wird ein stabiler Stuhl ohne Armlehnen mit einer Sitzhöhe von rund 43 Zentimetern an eine Wand gestellt. Mit flach aufgesetzten FĂŒĂen und vor der Brust verschrĂ€nkten Armen stehen die Teilnehmenden 30 Sekunden lang wiederholt ohne Zuhilfenahme der HĂ€nde auf und setzen sich wieder hin, wĂ€hrend die absolvierten Wiederholungen gezĂ€hlt werden.
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GemÀà den Richtlinien der US-Gesundheitsbehörde CDC sollte ein 60-jĂ€hriger Mann mindestens 14 Wiederholungen schaffen, eine 60-jĂ€hrige Frau mindestens 12. Ein schwĂ€cheres Ergebnis signalisiert ein erhöhtes Sturzrisiko und bedarf einer zusĂ€tzlichen medizinischen AbklĂ€rung. Nach den CDC-Durchschnittswerten gelten fĂŒr 30 Sekunden folgende Referenzwerte fĂŒr MĂ€nner und Frauen:
- 60â64 Jahre: 14 (MĂ€nner) / 12 (Frauen)
- 65â69 Jahre: 12 / 11
- 70â74 Jahre: 12 / 10
- 75â79 Jahre: 11 / 10
- 80â84 Jahre: 10 / 9
- 85â89 Jahre: 8 / 8
- 90â94 Jahre: 7 / 4
Gesunde Erwachsene im Alter von 20 bis 30 Jahren sollten 20 Wiederholungen leicht ĂŒbertreffen, wĂ€hrend aktive junge Personen ĂŒber 30 schaffen. Eine Schweizer Studie mit fast 7.000 Teilnehmenden ergab bei 20- bis 24-JĂ€hrigen im Schnitt 50 Wiederholungen pro Minute bei MĂ€nnern und 47 bei Frauen, wobei der Spitzenwert bei 72 lag.
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Medizinische Bedeutung und SturzprÀvention
Wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen den Stellenwert der Beinkraft fĂŒr die AlltagsbewĂ€ltigung. Eine Studie mit ĂŒber 11.000 Ă€lteren Personen zeigte einen klaren Zusammenhang zwischen einer schwachen Aufstehkraft, eingeschrĂ€nkter MobilitĂ€t und Behinderungen bei alltĂ€glichen AktivitĂ€ten.
Eine Untersuchung aus dem Jahr 2012 dokumentierte zudem, dass ein niedriges Resultat beim Aufstehtest bei 51- bis 80-JĂ€hrigen mit einer 5- bis 6-fach höheren Sterbewahrscheinlichkeit innerhalb von sechs Jahren einherging. Ein erfolgreicher Testverlauf korreliert darĂŒber hinaus mit stĂ€rkeren kognitiven FĂ€higkeiten. Experten betrachten den Test als Indikator fĂŒr die funktionelle Reserve des Körpers.
StĂŒrze stellen eine erhebliche Gefahr dar: JĂ€hrlich stĂŒrzen rund 30 % der ĂŒber 65-JĂ€hrigen sowie etwa 50 % der ĂŒber 80-JĂ€hrigen. Beim dreistufigen Aufsteh-Check kommt es neben dem zĂŒgigen Heben auch auf die Bewegungskontrolle an. Ein langsames, kontrolliertes Absetzen spricht fĂŒr eine intakte Muskelkontrolle, wĂ€hrend ein plötzliches Fallenlassen Probleme anzeigt.
Wenn das Aufstehen nur mit AbstĂŒtzen auf den Oberschenkeln gelingt, deutet dies auf ein Defizit der Beinkraft hin. Bei der DurchfĂŒhrung sollte stets auf Sicherheit geachtet, nahe einer Wand geĂŒbt und bei Schmerzen oder Schwindel der Test abgebrochen und Ă€rztlicher Rat eingeholt werden.
