Fersenrisse im Winter: Warum Diabetiker sofort ärztliche Hilfe brauchen
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deMit dem Beginn der kühleren Monate im Herbst und Winter nehmen Hautprobleme an den Füßen spürbar zu. Medizinische Fachberichte verzeichnen für das Jahr 2026 eine verstärkte Häufung von schmerzhaften Fersenrissen und damit einhergehenden Infektionsrisiken. Trockene Umgebungsluft, der Wechsel zu geschlossenem Schuhwerk und heizungsbedingte Belastungen setzen der Haut an den Fußsohlen besonders zu.
Ursachen für Fersenfissuren in der kalten Jahreszeit
Die anatomische Beschaffenheit der Füße begünstigt das Entstehen von Rissen. Da die Fersen über keine Talgdrüsen verfügen, fehlt ihnen der natürliche Fettfilm, der andere Hautpartien vor Feuchtigkeitsverlust schützt. Zudem erneuert sich die Haut an der Fußsohle nur halb so schnell wie im Gesicht. Neben trockener Heizungsluft und festem Schuhwerk mit mangelnder Luftzirkulation führen auch heißes Duschen sowie aggressive Seifen zum Austrocknen.
Mechanische Belastungen spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Ausgeprägter Druck durch Übergewicht, langes Stehen oder ungeeignetes Schuhwerk wie Pumps sowie Barfußlaufen beanspruchen das Gewebe stark.
Laut einer im International Journal of Aesthetic Plastic Surgery veröffentlichten Erhebung aus dem Jahr 2026 treten Fersenfissuren besonders häufig bei Frauen sowie bei körperlich arbeitenden Menschen auf.
In manchen Fällen liegt den Beschwerden auch ein hyperkeratotischer Fußpilz zugrunde, der oft symptomarm ohne den typischen Juckreiz verläuft. Weitere begünstigende Faktoren sind Hormonschwankungen, Ekzeme und Schuppenflechte.
Besondere Risiken für Diabetiker und Vorerkrankte
Nicht immer lässt sich das Problem allein auf äußere Witterungsbedingungen zurückführen. Halten Fersenspalten trotz regelmäßiger Pflege an, können internistische Ursachen vorliegen. Neben einer Schilddrüsenunterfunktion und Durchblutungsstörungen gilt Diabetes mellitus als maßgeblicher Risikofaktor.
Dr. Padmaja vom Yashoda Hospital in Hyderabad wies darauf hin, dass bei diabetischen Grunderkrankungen Nerven- und Gefäßschäden vorliegen können. Diese führen zu einer verminderten Sensibilität und einer verzögerten Wundheilung, wodurch das Risiko für bakterielle Infektionen deutlich ansteigt.
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Fachberichte warnen daher eindringlich davor, dass Diabetiker bei Rissen nicht zur Selbstmedikation greifen sollten. Während Betroffene ohne Vorerkrankungen bei leichten Fissuren mit einer Besserung innerhalb weniger Tage bis zu drei Wochen rechnen können, erfordern Wunden bei Diabetikern eine umgehende ärztliche Abklärung.
Empfohlene Pflegemethoden und Vorsichtsmaßnahmen im Alltag
Zur Vorbeugung und Basisbehandlung raten medizinische Fachberichte zu einer schonenden, täglichen Pflegeroutine. Nach einem rund zehnminütigen Fußbad in lauwarmem Wasser und sanftem Abtrocknen – insbesondere zwischen den Zehen – empfiehlt sich das Auftragen reichhaltiger Cremes mit Inhaltsstoffen wie Urea, Ceramiden oder Vaseline. Das Tragen von atmungsaktiven Baumwollsocken über Nacht verbessert die Feuchtigkeitsaufnahme.
Bei verhornter Haut sollte eine Entfernung mit Feile oder Bimsstein maximal ein- bis zweimal wöchentlich und ohne starkes Reiben erfolgen. Ein gewaltsames Schneiden der Hornhaut oder Hausmittel wie Essig, Zitronensaft und Zahnpasta auf offenen Wunden sind unbedingt zu vermeiden, da sie das Gewebe zusätzlich schädigen.
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Bei tieferen Rissen kommen urea- und salicylsäurehaltige Salben sowie Wundsalben wie Erythromycin unter einer nächtlichen Abdeckung infrage. Allerdings darf Salicylsäure bei Diabetikern oder Personen mit Durchblutungsstörungen nicht angewendet werden.
Zeigen sich Symptome wie Blutungen, Rötungen, Schwellungen, Eiterbildung, Taubheitsgefühle oder Fieber sowie ein Ausbleiben der Besserung nach zwei Wochen, ist professionelle medizinische Hilfe erforderlich.
