Fettarme ErnÀhrung: Warum mindestens 20 Prozent der Kalorien aus Fett kommen sollten
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 22:15 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie pauschale Vermeidung von Fetten in der tÀglichen ErnÀhrung wird von Medizinern und ErnÀhrungswissenschaftlern zunehmend kritisch hinterfragt. Fette dienen dem menschlichen Körper und dem Gehirn als essenzielle Bausteine.
Ein vollstĂ€ndiger Verzicht auf fettreiche Nahrungsmittel gilt unter Fachleuten als ebenso gesundheitsschĂ€dlich wie deren dauerhafter Ăberkonsum. Eine differenzierte Betrachtung der FettqualitĂ€t und der aufgenommenen Mengen gewinnt in der ErnĂ€hrungsmedizin daher an Bedeutung.
Richtwerte fĂŒr eine bedarfsgerechte Fettaufnahme
ErnÀhrungsmediziner und Gastroenterologen betonen, dass Fette zwischen 20 und 35 Prozent der tÀglichen Gesamtenergiezufuhr ausmachen sollten. Selbst im Rahmen von ReduktionsdiÀten sollte dieser Wert nach fachlicher EinschÀtzung nicht unter 20 Prozent fallen.
Sinkt der Fettanteil dauerhaft unter diese Grenze, drohen erhebliche gesundheitliche BeeintrĂ€chtigungen. Dazu gehören trockene Haut, hormonelle Dysbalancen sowie Menstruationsstörungen. Da bestimmte Vitamine wie A, D, E und K fettlöslich sind, kann ein extremer Mangel an Nahrungsfetten deren Aufnahme im Darm behindern. Zudem fĂŒhrt eine zu fettarme ErnĂ€hrung hĂ€ufig zu einem verstĂ€rkten Appetit, was das Durchhalten einer DiĂ€t erschwert.
QualitÀt und Begrenzung einzelner Fettarten
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FĂŒr die gesundheitliche Wirkung ist die Art der verzehrten FettsĂ€uren entscheidend. GesĂ€ttigte Fette sollten nach fachlichen Empfehlungen auf 8 bis 10 Prozent der tĂ€glichen Kalorienzufuhr begrenzt werden. Diese finden sich vorwiegend in tierischen Produkten wie rotem Fleisch, Butter, Schmalz und fettreichen Milchprodukten, aber auch in pflanzlichen Fetten wie Kokos- und Palmöl.
Noch strengere Vorgaben gelten fĂŒr Transfette: Ihr Anteil sollte höchstens 1 Prozent der tĂ€glichen ErnĂ€hrung ausmachen. TransfettsĂ€uren gelten als besonders bedenklich fĂŒr den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System, da sie die Entstehung von Arteriosklerose und Insulinresistenz fördern.
Praktische Empfehlungen fĂŒr den Speiseplan
Als gesundheitlich vorteilhaft stufen ErnĂ€hrungsberater vor allem ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren ein. Diese sind reichlich in pflanzlichen Ălen wie Oliven- und Leinöl, in Avocados sowie in NĂŒssen, Samen und fettem Seefisch enthalten. FĂŒr den Alltag raten Fachleute dazu, Salate mit unraffiniertem Oliven- oder Leinöl anstelle von Schmand anzumachen und als Zwischenmahlzeit auf eine Handvoll ungesalzener NĂŒsse oder Samen zurĂŒckzugreifen.
Kaltgepresstes natives Olivenöl liefert wertvolle Omega-9-FettsĂ€uren sowie Olivenpolyphenole. Mit einem Rauchpunkt von etwa 180 bis 190 Grad eignet sich dieses Ăl fĂŒr die Zubereitung bei mittlerer bis niedriger Hitze beim Braten und RĂŒhren.
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Ein regelmĂ€Ăiger Verzehr von Fisch wird zwei- bis dreimal wöchentlich empfohlen. Kardiologen heben insbesondere die langkettigen Omega-3-FettsĂ€uren EicosapentaensĂ€ure (EPA) und DocosahexaensĂ€ure (DHA) hervor, die in Tiefseefischen wie Lachs oder Makrele vorkommen. EPA beugt GefĂ€Ăablagerungen, Arteriosklerose und Thrombosen vor. Zur gezielten Versorgung raten Fachleute zu drei bis vier Portionen kleiner Tiefseefische pro Woche.
Gleichzeitig weisen Kardiologen darauf hin, dass NahrungsergĂ€nzungen wie Fischöl eine medizinische Behandlung nicht ersetzen können: Bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind sie kein Ersatz fĂŒr verordnete blutdruck- oder lipidsenkende Medikamente.
