Fettleber, Hohe

Fettleber: 30 Prozent der Österreicher betroffen, jeder Dritte Mann

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hohe Fettleber-Rate in Österreich: Jeder Dritte Mann betroffen. ÖGK startet Screening, orale GLP-1-Therapie zugelassen.

Fettleber bei Österreichern: Neue Therapie und Screening geplant
Anatomisches Modell einer menschlichen Leber auf einem Schreibtisch in einer modernen Arztpraxis. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Bis zu 30 Prozent der Österreicher haben eine Fettleber. Besonders betroffen: Männer, bei denen jeder Dritte die Diagnose bekommt. Bei Frauen ist es jede Vierte.

Die Erkrankung bleibt oft lange unbemerkt. Bei ein bis zwei Prozent der Betroffenen entwickelt sich eine Steatohepatitis – eine Entzündung der Fettleber. Diese gilt mittlerweile als häufigster Grund für Lebertransplantationen.

Hauptursachen: das metabolische Syndrom und übermäßiger Alkoholkonsum.

Welt-Hepatitis-Tag: Globale Zahlen erschrecken

Am 28. Juli 2026 ist Welt-Hepatitis-Tag. Die Daten sind alarmierend: Alle 30 Sekunden stirbt ein Mensch an den Folgen einer chronischen Virus-Hepatitis. Rund 287 Millionen Menschen leben weltweit mit einer solchen Infektion.

Jährlich kommen fast zwei Millionen Neuerkrankungen hinzu. 1,3 Millionen Todesfälle durch Hepatitis B und C werden registriert.

Das globale Ziel: Hepatitis bis 2030 eliminieren. Österreich hat jedoch keinen Nationalen Hepatitis-Aktionsplan. Experten halten das Ziel unter den aktuellen Bedingungen für schwer erreichbar. Dabei ist Hepatitis C bei frühzeitiger Erkennung heilbar. Und Impfungen gegen Hepatitis B schützen zuverlässig.

Stress treibt die Snack-Flaute an

Warum steigen die Fettleber-Zahlen? Ein wesentlicher Faktor sind die Ernährungsgewohnheiten. Eine Umfrage von Marketagent aus dem Frühjahr 2026 unter 1.500 Teilnehmenden zeigt: Stress beeinflusst bei 71 Prozent der Österreicher das Essverhalten.

In intensiven Arbeitsphasen greift ein Viertel der Befragten vermehrt zu Snacks.

Fast die Hälfte der Bevölkerung snackt täglich. Geschmack und Preis-Leistung stehen dabei im Vordergrund. Und: 71 Prozent geben an, sich bewusst zu ernähren – die Realität sieht oft anders aus.

Bemerkenswert ist der Generationen-Unterschied: 84 Prozent der Generation Z erkennen einen Zusammenhang zwischen Stress und Ernährung. Bei den Babyboomern sind es nur 40 Prozent. Proteinreiche Produkte boomen vor allem bei Jüngeren.

Übergewicht: Krebsrisiko unterschätzt

Eine Analyse von über 450.000 Datensätzen, veröffentlicht am 22. Juli 2026, deutet darauf hin: Der Einfluss von Übergewicht auf das Krebsrisiko wurde bislang unterschätzt. Demnach könnte jede zehnte Krebserkrankung mit überschüssigem Körperfett zusammenhängen – vor allem mit Bauchfett.

Erste orale GLP-1-Tablette zugelassen

Am 15. Juli 2026 gab es eine wichtige Entwicklung: Die EU-Kommission erteilte die Zulassung für das erste orale GLP-1-Medikament zur Gewichtsreduktion. Der Wirkstoff Semaglutid von Novo Nordisk kommt als Tablette – nicht als Spritze.

Zugelassen ist das Medikament für Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht bei gleichzeitigen Begleiterkrankungen.

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Studien zeigen eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von bis zu 17 Prozent.

Das Präparat ist verschreibungspflichtig und erfordert ärztliche Begleitung. Kombiniert werden muss es mit Diät und Bewegung.

Der Marktstart in Deutschland wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Ein konkreter Termin für Österreich steht noch aus. Und: Die Kosten übernehmen die Krankenkassen in der Regel nicht.

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ÖGK plant Screening-Programm

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) reagiert auf die hohen Fettleber-Zahlen. Geplant ist ein spezifisches Präventions- und Screeningprogramm. Ziel: Frühzeitige Interventionen, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.

Parallel dazu deuten medizinische Forschungen auf eine weitere Einsatzmöglichkeit hin: Diabetes-Medikamente wie SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptoragonisten könnten künftig auch das Alzheimer-Risiko senken.

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