Fibromyalgie: Forscher entdecken 26 genetische Risikoregionen
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rund 7 Prozent der über 16-Jährigen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen mit starker Alltagsbeeinträchtigung. Mediziner nennen dieses Phänomen „High-Impact Chronic Pain“ – und die Zahl der Betroffenen steigt. Doch 2026 zeichnen sich neue Behandlungswege ab.
Laser statt Nadeln: Sanfte Akupunktur im Kommen
Mediziner des Taipei Veterans General Hospital setzen auf Laser-Akupunktur. Infrarotes Licht mit 660 Nanometern Wellenlänge stimuliert Akupunkturpunkte völlig schmerzfrei. Die Methode wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd, fördert zudem die Nervenregeneration. Auch bei Schlafstörungen und Allergien kommt sie zum Einsatz.
In Nordrhein-Westfalen geht man einen anderen Weg: Ein Pilotprojekt testet Gurte mit neuromuskulärer Elektrostimulation. Diese aktivieren die Tiefenmuskulatur der Lendenwirbelsäule – ein vielversprechender Ansatz gegen Rückenbeschwerden am Arbeitsplatz. Die Evaluation läuft in Kooperation mit einer gesetzlichen Krankenkasse.
Genforschung: 26 Risikoregionen für Fibromyalgie entdeckt
Ein Forscherteam analysierte Daten von über 2,5 Millionen Menschen, darunter mehr als 54.000 Fibromyalgie-Patienten. Das Ergebnis: 26 genetische Risikoregionen für die Erkrankung. Die Studie stützt die These, dass Fibromyalgie primär das Zentralnervensystem betrifft.
Die Forscher fanden zudem Überschneidungen mit Reizdarmsyndrom, Kreuzschmerzen und PTBS. Überraschend: Auch eine Verbindung zum HTT-Gen, bekannt aus der Huntington-Forschung, taucht auf. Geschlechtsspezifische Unterschiede bei den Genvarianten? Fehlanzeige.
Die Forschung macht Fortschritte: 26 genetische Risikoregionen für Fibromyalgie wurden entdeckt – und neue sanfte Therapien wie Laser-Akupunktur oder Melatonin zeigen vielversprechende Wirkung. Erfahren Sie in unserem kostenlosen Ratgeber, wie Sie diese Erkenntnisse für sich nutzen können. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Melatonin: Schlafhormon als Schmerzmittel?
Australische Forscher der University of Sydney werteten 23 Studien mit 2.000 Probanden aus. Ihr Ergebnis: Melatonin senkt die Schmerzintensität um durchschnittlich 9 von 100 Punkten – vergleichbar mit Paracetamol oder NSAR. Doch Vorsicht: Nebenwirkungen wie Übelkeit und Kopfschmerzen sind möglich. Mediziner warnen vor eigenmächtigen Heilversuchen.
Palliativmedizin: Neue Leitlinie mit Fokus auf Spiritualität
Die S3-Leitlinie zur Palliativmedizin bei nicht heilbaren Krebserkrankungen wurde grundlegend überarbeitet. 70 Fachgesellschaften unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) aktualisierten die Empfehlungen zu Tumorschmerzen und opioidbedingten Nebenwirkungen. Erstmals spielt auch die Einbeziehung von Spiritualität und Angehörigenbetreuung eine zentrale Rolle.
Chronische Schmerzen bestimmen Ihren Alltag? Die neueste Forschung zeigt: Fibromyalgie hat eine biologische Grundlage. Unser Ratgeber erklärt verständlich, was die 26 Gen-Regionen bedeuten und welche sanften Alternativen zur Schmerzlinderung es gibt – inklusive Checkliste. Ratgeber jetzt kostenlos sichern
Open Access: Elf Länder öffnen die Forschung
Ab 2026 trägt ein europäisches Konsortium die Open-Access-Plattform Open Research Europe (ORE). Elf Länder, darunter Deutschland, finanzieren das Projekt. Das CERN übernimmt den Betrieb, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) koordiniert die deutsche Beteiligung. Im Herbst 2026 soll die Infrastruktur stehen – kostenfreier Zugang zu Forschungsergebnissen für alle Wissenschaftler.
