Figma, Governance+

Figma Governance+: Neue Sicherheits-Suite für Unternehmen

13.05.2026 - 09:36:15 | boerse-global.de

Die Design-Plattform führt mit Governance+ erweiterte Sicherheits- und Verwaltungsfunktionen für Enterprise-Kunden aus streng regulierten Sektoren ein.

Figma Governance+: Neue Sicherheits-Suite für Unternehmen - Foto: über boerse-global.de
Figma Governance+: Neue Sicherheits-Suite für Unternehmen - Foto: über boerse-global.de

Figma rüstet für regulierte Branchen auf – mit einer neuen Sicherheits-Suite.

Die Design-Plattform hat offiziell Governance+ vorgestellt, ein Paket mit erweiterten Verwaltungs- und Sicherheitsfunktionen für den Enterprise-Bereich. Der Schritt richtet sich gezielt an Großkunden aus der Finanz-, Gesundheits- und öffentlichen Verwaltung – Branchen mit besonders strengen Compliance-Auflagen.

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Rekordzahlen als Rückenwind

Der Launch kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Figma wirtschaftlich glänzt. Im vierten Quartal 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 303,8 Millionen Euro – ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ende 2025 zählte Figma 1.405 zahlende Kunden mit einem Jahresumsatz von über 100.000 Euro, 67 Kunden steuerten sogar mehr als eine Million Euro bei.

Die Plattform wandelt sich zunehmend vom reinen Design-Tool zum umfassenden Produktentwicklungs-Ökosystem. Governance+ soll dabei die Lücke zwischen kreativer Freiheit und unternehmerischer Kontrolle schließen.

Zentrale Kontrolle und Netzwerkbeschränkungen

Das Herzstück von Governance+ ist die zentralisierte Verwaltung. IT-Administratoren können künftig genau festlegen, wie und wo auf Unternehmensdaten zugegriffen wird.

Eine Schlüsselfunktion sind die Network Access Restrictions (NAR). Sie verhindern, dass Mitarbeiter aus dem Firmennetzwerk auf private Figma-Konten zugreifen – ein wirksamer Schutz gegen ungewollten Abfluss geistigen Eigentums.

Ergänzt wird dies durch die IP Allowlist. Sie stellt sicher, dass der Zugriff auf unternehmenseigene Figma-Instanzen nur aus genehmigten Netzwerkumgebungen erfolgt.

Die Sicherheitsprotokolle wurden ebenfalls verschärft: Erzwungene Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) gilt künftig für alle Nutzer, einschließlich externer Gäste. Erweiterte Sitzungs-Timeouts melden Nutzer nach selbst definierten Inaktivitätsphasen automatisch ab. Und mit der Multi-Identity-Provider-Integration können große Konzerne mit verschiedenen Geschäftsbereichen unterschiedliche Domänen ihren jeweiligen Authentifizierungsdiensten zuordnen – alles innerhalb eines einzigen Enterprise-Accounts.

Compliance und die Discovery Pipeline

Mit der zunehmenden Integration künstlicher Intelligenz in den Design-Workflow legt Figma besonderen Wert auf Transparenz und Datenaufbewahrung. Die Discovery Pipeline protokolliert sämtliche Textänderungen in Figma-Dateien – einschließlich der von Nutzern verfassten Eingaben für KI-Funktionen wie Figma Make. Für Unternehmen, die elektronische Kommunikation aufbewahren müssen oder rechtlichen Offenlegungspflichten unterliegen, ist dies ein entscheidendes Feature.

Den Datenschutz verstärkt das Enterprise Key Management (EKM). Organisationen können ihre Figma-Daten mit eigenen AWS-KMS-Schlüsseln verschlüsseln – und umgehen damit die Standardverschlüsselung der Plattform.

Um Datenlecks auf Betrachter-Ebene zu verhindern, können Administratoren das Exportieren von Dateien einschränken. Nutzer mit reinem Lesezugriff können dann keine Inhalte mehr kopieren, speichern oder exportieren. Neu eingeführt wurden zudem Interne Richtlinien: Nutzer müssen unternehmenseigene Bedingungen akzeptieren, bevor sie auf Inhalte im Workspace zugreifen können.

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Strategische Expansion in regulierte Märkte

Der Zeitpunkt des Governance+-Launches hängt eng mit Figmas globaler Infrastrukturexpansion zusammen. Ende 2025 und im Frühjahr 2026 setzte das Unternehmen einen Schwerpunkt auf Datenresidenz – insbesondere in Indien, dem zweitgrößten Markt nach monatlich aktiven Nutzern. Allein im vergangenen Jahr erstellten indische Nutzer über 35 Millionen Dateien. Anfang 2026 startete Figma daher lokales File-Hosting im Land.

Scott Pugh, Vice President of Sales und General Manager für den asiatisch-pazifischen Raum, betonte, dass lokale Datenspeicherung und verbesserte Governance-Funktionen eine direkte Reaktion auf die Marktbedürfnisse seien. Die Tools ermöglichten es Figma, auch ambitionierte Unternehmen in Regionen mit strengen Regulierungen zu bedienen.

Erste Anwender aus dem Bankensektor – darunter Freecharge by Axis Bank und IDFC First Bank – nutzen die neuen Funktionen bereits. Vertreter dieser Institute hoben hervor, dass Datenlokalisierung und verstärkte Governance ihren Teams mehr Sicherheit beim Design geben, während sie Banking-Erlebnisse für Millionen von Nutzern entwickeln.

Marktkontext und Ausblick 2026

Mit Governance+ ändert sich auch Figmas Preismodell. Enterprise-Vollzugänge kosten nun 90 Euro pro Monat bei jährlicher Abrechnung. Das rollenbasierte Modell unterscheidet zwischen Full-, Dev-, Collab- und View-Sitzen. Es verspricht sauberere Verwaltung, erfordert aber laut Analysten sorgfältiges Management, um unerwartete Kosten zu vermeiden.

Die jüngsten Updates verwischen zunehmend die Grenzen zwischen Design- und Entwicklungsumgebungen. Auf der Config 2025-Konferenz stellte Figma native Git-Integration und KI-generierte Design-Tokens vor, die direkt in Produktions-Repositories schreiben. Diese Infrastrukturänderungen – zusammen mit den neuen Governance-Tools – deuten darauf hin, dass Figma sich nicht mehr nur als Design-Tool, sondern als umfassende Produktentwicklungsplattform positioniert.

Branchenbeobachter stellen fest, dass die Rollen von Designern und Entwicklern bis 2026 zunehmend verschmelzen. Funktionen wie der Dev Mode und die Integration von KI-Codierungsagenten ermöglichen Implementierungsarbeiten, die auf Live-Design-Kontext zugreifen – einschließlich Variablen und Dateistrukturen – etwa in VS Code. Governance+ liefert den nötigen Sicherheitsrahmen für diese tiefere Integration.

Für das erste Quartal 2026 zeigt sich Figma optimistisch: Der prognostizierte Umsatz liegt zwischen 315 und 317 Millionen Euro – ein erwartetes Wachstum von 38 Prozent im Jahresvergleich. Die Strategie zielt darauf ab, das Enterprise-Angebot weiterzuentwickeln und größere Anteile des Softwareentwicklungs-Lebenszyklus zu erobern – ohne die kollaborative Leichtigkeit zu opfern, die Figma groß gemacht hat.

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