Figure-02 bei BMW: Roboter fertigen 30.000 Fahrzeuge in elf Monaten
01.06.2026 - 02:57:27 | boerse-global.deDie Industrie setzt zunehmend auf automatisierte Systeme für Aufgaben, die für Menschen zu gefährlich oder zu komplex sind. Gleichzeitig erreicht die Messtechnik neue Genauigkeitsrekorde – mit Systemen, die selbst kleinste Abweichungen erfassen.
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Schwerer Roboter für gefährliche Einsätze
Am heutigen Montag wurde der österreichische Taurob Inspector offiziell in der ADNOC-Gasverdichtungsanlage in Taweelah (Vereinigte Arabische Emirate) in Betrieb genommen. Der Schwerlast-Inspektionsroboter soll künftig Menschen in Gefahrenbereichen ersetzen. Die VAE treiben damit ihre nationale Robotik-Agenda und die KI-Strategie 2031 voran.
Massenvergleich mit Mikrometer-Präzision
Einen Tag zuvor präsentierte RADWAG den RMC 20000.5Y, einen robotischen Massenkomparator. Das System vergleicht automatisch Massenormale bis 20,2 Kilogramm – mit einer Ablesbarkeit von 0,1 Milligramm. Die Wiederholbarkeit liegt laut Hersteller deutlich über manuellen Lösungen. Ein integriertes Magazin mit zehn Positionen sowie ein Spezial-Sensor für Luftdruck (0,001 hPa), Luftfeuchtigkeit (0,01 Prozent) und Temperatur (0,001 Grad Celsius) sichern die Messintegrität.
Ergänzend dazu stellte INSVISION neue Anwendungen für seine AlphaScan-Weißlicht- und 3D-Scanner vor. Die handgeführten Geräte wiegen rund 1070 Gramm und arbeiten bei Temperaturen von minus 10 bis plus 40 Grad Celsius. Mittels strukturierter Blaulaser-Triangulation erreichen sie Genauigkeiten von 0,020 Millimetern. In der Luftfahrt- und Automobilindustrie kommen sie bereits für digitale Erstmusterprüfungen und Geometrieanalysen zum Einsatz.
KI lauscht nach Materialfehlern
Die Qualitätskontrolle wird zunehmend akustisch: RESONIKS brachte am 30. Mai das KI-gestützte System QCFlex auf den Markt. Ein SCARA-Roboter mit Präzisionshammer klopft Bauteile aus Metall, Keramik oder Verbundwerkstoffen ab. Hochfrequenzmikrofone (20 Hz bis 80 kHz) fangen die Schallsignatur ein. Die KI analysiert diese in Sekundenschnelle und erkennt innere Risse oder Hohlräume – selbst bei Teilen bis 200 Kilogramm.
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In der Lebensmittelindustrie zeigt Robit Corporation auf der Messe FOOMA JAPAN 2026 (2. bis 5. Juni in Tokio) die TESRAY G-Serie. Das System kombiniert KI mit Fallstrom-Sortiertechnologie und identifiziert Fremdkörper sowie Formabweichungen in Millisekunden. Anwendbar ist es für geschnittenes Gemüse, Nüsse oder Kunststoffpellets.
Humanoide Roboter im Autobau
Die Vermessung humanoider Roboter wird präziser: ZEISS kündigte am 30. Mai Qualitätslösungen für Aktuatoren, Kamerasysteme und Batteriekomponenten an. Bereits im November 2025 hatte ein Pilotprojekt bei BMW in Spartanburg (South Carolina) gezeigt, was möglich ist: Figure-02-Roboter arbeiteten dort elf Monate lang in Zehn-Stunden-Schichten, handhabten über 90.000 Teile in der Karosseriefertigung und trugen zur Produktion von mehr als 30.000 Fahrzeugen bei. BMW plant nun den Einsatz solcher Systeme im Werk Leipzig.
Auch die Logistik setzt auf humanoide Helfer: Die chinesische Post hat am 30. Mai humanoide Roboter in ihrem Logistikzentrum Jianggao in Guangzhou in Betrieb genommen. Sie sortieren dort gemeinsam mit autonomen Gabelstaplern und Roboterarmen rund 1200 Pakete pro Stunde.
Spritzguss und Chipfertigung im Wandel
Auf der Messe Plast 2026 zeigte ENGEL eine autonome Spritzgießzelle vom Typ e-mac 80. Ein KI-Framework stabilisiert die Produktion: Digitale Assistenten senken die Gewichtsstreuung um 85 Prozent und den Energieverbrauch um bis zu 18 Prozent.
In der Halbleiterbranche zeichnet sich ein Wandel in der Messtechnik für die High-NA-EUV-Lithografie ab. Neue Anforderungen an die Inspektion kurvenlinearer Masken erfordern verknüpfte Datenflüsse zwischen Design, Inspektion und Metrologie – um vorhersagen zu können, welche Maskenvarianten tatsächlich präzise auf Siliziumwafer abgebildet werden.
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