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Figure AI F.04: Roboter geht in Vorproduktion nach 1.250 Betriebsstunden

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Figure AI erreicht mit F.04 die Serienreife, während chinesische Hersteller die globale Produktion dominieren. Tesla hinkt im Rennen um humanoide Roboter hinterher.

Humanoiden Roboter: Figure AI startet Vorproduktion, China liefert 40.000 Einheiten
Ein eleganter, fortschrittlicher humanoider Roboter in einer futuristischen Industrieumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Was jahrelang als Zukunftsmusik galt, wird nun in ersten industriellen Pilotprojekten und Vorproduktionsphasen Realität. Während chinesische Hersteller die Stückzahlen hochfahren, zeichnet sich ein klares Bild ab: Zwischen angekündigten Produktionszielen und tatsächlich dokumentierter Felderfahrung klafft eine immer größere Lücke.

Figure AI: Vom Pilotprojekt zur Serienreife

Figure AI hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Am 18. Juli gab der Firmengründer bekannt, dass der Roboter F.04 in die Vorproduktion geht. Grundlage dafür ist ein elfjähriger Pilotversuch mit BMW, bei dem die Vorgängerversion Figure 02 über 1.250 Betriebsstunden sammelte. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Mehr als 90.000 Teile wurden mit einer Genauigkeit von 99 Prozent verbaut.

Doch Figure AI denkt bereits über die Fabrikhalle hinaus. Mitte Juli veröffentlichte das Unternehmen Aufnahmen von zwei humanoiden Robotern, die selbstständig Hausarbeiten erledigten – darunter das Beziehen eines Bettes in weniger als zwei Minuten. Bemerkenswert: Die Roboter kommunizierten nicht über gemeinsamen Code oder explizite Nachrichten. Stattdessen koordinierten sie sich rein visuell. Und am 19. Juli verdichteten sich die Hinweise auf ein neues Modell: den Figure 03, speziell für den Heimgebrauch und die Massenproduktion konzipiert.

Wer hat die Nase vorn? Die Kennzahlen im Vergleich

Stand Mitte Juli 2026 haben Figure AI und Agility Robotics die umfangreichsten dokumentierten Einsätze vorzuweisen. Während Figure in der Automobilmontage punktet, kann Agility mit mehr als 65.000 Betriebsstunden an neun Kundenstandorten aufwarten. Die Digit-Roboter des Unternehmens haben bei GXO über 100.000 Behälter bewegt – für Kunden wie Amazon, Schaeffler und Toyota.

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Um diese Skalierung zu stemmen, eröffnete Agility Robotics am 17. Juli ein 5.600 Quadratmeter großes Trainingszentrum in Fremont, Kalifornien. Das Unternehmen, das Berichten zufolge Aufträge im Wert von rund 270 Millionen Euro in den Büchern hat, plant für Herbst 2026 die Veröffentlichung des Digit v5 mit menschenähnlichen Sensorfähigkeiten. Ein Börsengang über einen Reverse-Merger soll folgen.

Tesla hingegen hinkt hinterher. Das Optimus-Programm steckt noch in der Vormaterialphase für den Fabrikeinsatz. Zwar enthüllte Tesla am 18. Juli den Optimus Gen 2 – mit 40 Prozent mehr Geschwindigkeit und verbesserter Geschicklichkeit für Aufgaben wie Wäschefalten. Doch die Produktion im Tesla-Werk Fremont hatte Mitte Juli noch nicht begonnen. Das Management peilt einen Start Ende Juli oder August an.

China prescht vor: 40.000 Roboter in sechs Monaten

Die globale Produktion humanoider Roboter wird derzeit von China und den USA dominiert. Chinesische Hersteller stellten in der ersten Jahreshälfte 2026 rund 40.000 Einheiten her – so viele wie im gesamten Jahr 2025. Läuft der Trend weiter, könnten es bis Jahresende über 100.000 Stück sein.

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Doch die asiatische Konkurrenz zeigt unterschiedliche Gesichter:

  • Unitree Robotics verschiffte 2025 rund 5.500 Roboter, verzeichnete aber im ersten Quartal 2026 einen Gewinneinbruch von 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
  • Ubtech brachte am 18. Juli die Uworld-U1-Serie auf den Markt – als massenproduzierten Begleitroboter zu Preisen zwischen rund 16.000 und 135.000 Euro.
  • Stree Robotics aus Indien enthüllte am 18. Juli in Bangalore den Stree S1. Der zweibeinige Roboter soll in Pilotprojekten mit drei indischen Logistikfirmen getestet werden, die Massenproduktion ist für das Ende des Geschäftsjahres geplant.

Kapitalfluss und öffentliche Bühne

Die Investitionen in die Branche bleiben hoch. Am 14. Juli schloss LimX Dynamics eine Pre-IPO-Finanzierungsrunde über rund 180 Millionen Euro ab. Die Bewertung des Unternehmens liegt bei etwa 1,8 Milliarden Euro. Insgesamt sammelte LimX in den letzten sechs Monaten 360 Millionen Euro ein – für das Betriebssystem COSA 0.5 und die globale Expansion seiner humanoiden Linien, darunter die vollgroße Luna und der modulare TRON 2.

Doch humanoide Roboter sind längst kein reines Industriethema mehr. Im März 2026 wurde ein Figure-3-Roboter auf einem Technologieschau präsentiert, an dem auch Melania Trump und Brigitte Macron teilnahmen. Die Veranstaltung befasste sich mit der Zukunft der KI in der Bildung. Der Roboter demonstrierte mehrsprachige Fähigkeiten und sein Potenzial als Lernhilfe im Klassenzimmer – ein frühes Signal, dass humanoide Plattformen zunehmend auch für pädagogische Zwecke und digitale Sicherheit in Betracht gezogen werden.

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