Figure AI: Produktion steigt 24-fach – 12.000 Roboter pro Jahr
29.05.2026 - 18:31:25 | boerse-global.deDie Produktionsgeschwindigkeit steigt um das 24-Fache – der US-Konzern Figure AI treibt die Massenfertigung seiner humanoiden Roboter massiv voran.
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Vom Prototyp zur Serienfertigung
In den vergangenen 120 Tagen hat sich die Taktzahl in der BotQ-Fabrik drastisch erhöht: Statt eines Roboters pro Tag verlässt nun stündlich eine Einheit das Werk. Insgesamt hat das Unternehmen bereits über 350 Exemplare produziert. Die Ausbeute beim ersten Durchlauf liegt bei über 80 Prozent, bei der Batteriefertigung sogar bei beachtlichen 99,3 Prozent.
Die Anlage ist derzeit auf eine Jahreskapazität von 12.000 Einheiten ausgelegt. Das langfristige Ziel: innerhalb von vier Jahren auf 100.000 Roboter pro Jahr hochzufahren. Möglich macht dies ein modularer Ansatz, der Werkzeuge, Software und Kalibrierung standardisiert. Allerdings bleiben versteckte Kosten für Cybersicherheit, Softwarelizenzen und Werkzeugwechsel ein Faktor in der Gesamtrechnung.
Logistik-Partner setzen auf Roboterkraft
Einen bedeutenden Meilenstein stellt die Partnerschaft mit Catalyst Brands dar, dem Mutterkonzern von JCPenney, Aéropostale und Brooks Brothers. In einem Distributionszentrum in Reno, Nevada, das kürzlich für 40 Millionen Dollar modernisiert wurde, kommen die humanoiden Roboter zum Einsatz.
Der Fokus liegt zunächst auf dem Joey-Pouch-Sortiersystem. Marc Rosen, CEO von Catalyst Brands, betont, dass die Automatisierung den Mitarbeitern ermöglicht, sich auf höherwertige Aufgaben zu konzentrieren. In einem 200-stündigen Dauerlauf verarbeiteten fünf Roboter 249.560 Pakete ohne Hardware-Ausfall. In einem direkten Vergleich über zehn Stunden unterlag der Roboter dem Menschen knapp: 12.732 Pakete gegen 12.924. Doch Beobachter wiesen auf den entscheidenden Vorteil hin: Der Roboter kennt keine Ermüdung.
Figure 03: Technologie der nächsten Generation
Die neueste Version der Hardware, Figure 03, wurde Ende 2025 vorgestellt und am 25. März 2026 im Weißen Haus präsentiert. Das Modell verfügt über 44 Freiheitsgrade und taktile Sensoren mit einer Empfindlichkeit von 3g. Angetrieben wird es vom Helix-Modell (Vision-Language-Action), das auf NVIDIA-GPUs läuft.
Ein neuer Ganzkörper-Controller namens „System 0" fusioniert visuelle und propriozeptive Daten. Das Ergebnis: Die Roboter navigieren selbstständig Treppen und unebenes Gelände. In einer Demonstration räumten zwei Einheiten ein Schlafzimmer in unter zwei Minuten auf – sie machten Betten und hängten Kleidung auf, ohne zentrale Steuerung. Das Unternehmen peilt die vollständige Autonomie für Haushaltsaufgaben bis Ende 2026 an.
Milliardenschwere Investoren und harte Konkurrenz
Die Bewertung von 39 Milliarden Dollar untermauern Investoren wie Microsoft, NVIDIA, OpenAI, Jeff Bezos und Intel Capital. Auch Brookfield Asset Management und die Simon Property Group – die Eigentümer von Catalyst Brands – sind an Figure beteiligt.
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Doch der Markt für humanoid Roboter wird zunehmend umkämpfter:
- Unitree Robotics: Der chinesische Hersteller strebt für den 1. Juni 2026 einen Börsengang an der STAR Market an. Mit einem Umsatz von 1,7 Milliarden Yuan (335 Prozent Wachstum) und einem weltweiten Marktanteil von 32,4 Prozent ist Unitree ein ernstzunehmender Rivale.
- Tesla: Das Unternehmen rüstet sein Werk in Fremont für die Optimus-Produktion um und peilt eine Million Einheiten pro Jahr an. Berichte deuten jedoch auf Verzögerungen bis Ende 2027 hin.
- XPeng: Der Hersteller hat die Serienproduktion seines humanoiden Roboters IRON angekĂĽndigt. Tausende Einheiten pro Monat sollen bis Ende 2026 vom Band laufen, der Einsatz im Einzelhandel ist ab 2027 geplant.
Rückschläge und Kontroversen
Trotz des rasanten Wachstums blieb Figure nicht von Problemen verschont. Im November 2025 reichte ein ehemaliger Sicherheitsbeauftragter eine Whistleblower-Klage ein. Darin wird behauptet, interne Tests hätten gezeigt, dass die Kräfte der Roboter Sicherheitsgrenzwerte überschreiten.
Im April 2026 kamen zudem Berichte auf, die den Umfang der Partnerschaft mit BMW infrage stellten. CEO Brett Adcock wies diese Darstellung entschieden zurĂĽck. Zuvor hatte der Figure 02 in einem BMW-Werk in Spartanburg 1.250 Stunden lang gearbeitet und bei der Produktion von rund 30.000 Fahrzeugen assistiert.
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