Finerenon: Analyse mit 14.574 Patienten zeigt Schutz für Nieren und Herz
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Behandlung chronischer Nierenerkrankungen (CKD) steht vor der Herausforderung, sowohl den fortschreitenden Funktionsverlust der Nieren zu bremsen als auch das damit einhergehende kardiovaskuläre Risiko zu senken.
Umfassende Daten zur Wirksamkeit des nichtsteroidalen Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten Finerenon lieferte die sogenannte INFINITY-Analyse, die im Juni 2026 in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde. Die Untersuchung bündelte gepoolte Individualdaten aus den drei großen Studien FIDELIO-DKD, FIGARO-DKD sowie FIND-CKD.
Insgesamt flossen die Daten von 14.574 Patientinnen und Patienten mit chronischer Nierenerkrankung ein, die über eine mediane Nachbeobachtungszeit von drei Jahren begleitet wurden. Das Kollektiv umfasste dabei sowohl Betroffene mit als auch ohne Typ-2-Diabetes.
Deutliche Effekte auf renale und kardiovaskuläre Endpunkte
Die Ergebnisse der INFINITY-Analyse belegen einen substanziellen Nutzen der Finerenon-Therapie im Hinblick auf harte klinische Endpunkte. Für den kombinierten renalen Endpunkt, bestehend aus Nierenversagen oder einem anhaltenden Abfall der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) um mindestens 57 Prozent, ermittelten die Forscher eine Hazard Ratio (HR) von 0,76. Betrachtet man das Auftreten von Nierenversagen allein, lag die Hazard Ratio bei 0,85.
Neben den Nierenendpunkten erfasste die Auswertung auch Herz-Kreislauf-Ereignisse. Hier zeigte sich für den Endpunkt aus Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz oder kardiovaskulärem Tod eine Hazard Ratio von 0,80. Für den übergeordneten kombinierten Gesamtendpunkt ergab sich eine Hazard Ratio von 0,77, was den schützenden Effekt der Substanz auf mehrere Organbereiche unterstreicht.
Die INFINITY-Analyse bündelt Daten von 14.574 CKD-Patienten mit und ohne Typ-2-Diabetes: Finerenon senkte den kombinierten renalen Endpunkt (HR 0,76) und die Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz oder kardiovaskulären Tod (HR 0,80) — ohne neue Hyperkaliämie-Signale und additiv zu SGLT2-Hemmern. Unser kostenloser Praxis-Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Dosierung, Kalium-Monitoring und Kombinationstherapie in Ihren Alltag integrieren. Praxis-Leitfaden jetzt anfordern
Verträglichkeitsprofil und Kombinationstherapien
Ein wesentlicher Aspekt bei der Verabreichung von Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten ist die Überwachung des Kaliumspiegels im Blut. In der INFINITY-Analyse zeigten sich diesbezüglich keine neuen Hyperkaliämie-Signale, womit sich das bekannte Sicherheitsprofil des Wirkstoffs bestätigte.
Zudem machten die Auswertungen deutlich, dass die beobachteten Behandlungseffekte konsistent ausfielen – unabhängig davon, ob bei den Teilnehmenden begleitend ein Diabetes vorlag oder nicht. Ebenso traten die positiven Wirkungen additiv zu einer bestehenden Medikation mit SGLT2-Hemmern auf, was die Rolle des Wirkstoffs im Rahmen moderner nephrologischer und kardiologischer Kombinationstherapien weiter untermauert.
Subanalysen zu Stoffwechsel- und Gewichtsparametern
Ergänzende Auswertungen wurden im Umfeld des Fachkongresses der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Mailand diskutiert, wie ein Bericht vom 2. Oktober 2026 darlegt. Diese Subanalysen weisen auf eine konsistente Risikoreduktion über verschiedene HbA1c-Quartile hinweg hin.
Unter Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten bleibt die Kaliumkontrolle die häufigste Hürde im Praxisalltag. Die INFINITY-Analyse bestätigt das bekannte Sicherheitsprofil von Finerenon ohne neue Hyperkaliämie-Signale — dennoch entscheidet das Monitoring über den Therapieerfolg. Unsere Checkliste führt Sie durch Kontrollintervalle, Schwellenwerte und das Vorgehen bei grenzwertigen Kaliumwerten. Kalium-Monitoring-Checkliste jetzt sichern
Auch über ein breites Spektrum des Body-Mass-Index (BMI) von etwa 24 bis 42 blieb der Nutzen demnach stabil. Die detaillierten Zahlen und Publikationen zu diesen spezifischen Subgruppenanalysen stehen allerdings noch aus.
