Finerenon, FSGS

Finerenon bei FSGS: Risiko fĂĽr Nierenversagen sinkt um 40 Prozent

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 21:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die FDA hat Bayers Antrag angenommen; FIND-CKD-Daten zeigen verlangsamten Nierenfunktionsverlust bei nicht-diabetischer CKD.
Ein klares Laborbecherglas mit einer Flüssigkeit auf einer hellen Marmoroberfläche in einem sterilen, lichtdurchfluteten Raum. Illustration mit AI erstellt.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den ergänzenden Zulassungsantrag (sNDA) von Bayer für eine neue Indikation des Wirkstoffs Finerenon akzeptiert. Der Antrag zielt auf die Behandlung von Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) ab, die nicht an Diabetes leiden.

Basis für den behördlichen Schritt sind die Ergebnisse der klinischen Phase-III-Studie FIND-CKD. In dieser Untersuchung verlangsamte Finerenon das Fortschreiten der Nierenerkrankung signifikant und verringerte kardiovaskuläre sowie renale Ereignisse im Vergleich zu Placebo als Ergänzung zur bestehenden Standardtherapie.

Bayer teilte in einer Pressemitteilung mit, dass der Wirkstoff konsistente Effekte bei der Senkung des Protein-Kreatinin-Verhältnisses im Urin (UPCR) sowie des Albumin-Kreatinin-Verhältnisses im Urin (UACR) zeigte. Zudem bremste die Behandlung den Nierenfunktionsverlust über verschiedene Patientengruppen mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung hinweg ab.

Studienergebnisse der Phase-III-Untersuchung FIND-CKD

Die Studienautoren stellten am 22. Oktober 2026 auf der ASN Kidney Week 2026 detaillierte Auswertungen zur FIND-CKD-Studie vor, die insgesamt 1584 Patienten mit nicht-diabetischer CKD umfasste. Dabei präsentierten sie sieben Subgruppenanalysen, welche die Wirksamkeit bei spezifischen Ätiologien und Patientengruppen beleuchten.

Anzeige

Wer sich mit der Gesundheit von Niere und Herz befasst, sollte auch die Bedeutung seiner Blutwerte genau kennen. Dieser kostenlose 25-Seiten-Report hilft Ihnen dabei, wichtige Laborwerte selbst richtig zu interpretieren und frühzeitig auf Warnsignale zu reagieren. Tausende Deutsche verstehen ihre Blutwerte jetzt selbst – dank diesem kostenlosen Report

In der Subgruppe mit IgA-Nephropathie, die 416 Patienten oder 26,3 Prozent der Studienpopulation ausmachte, zeigte sich eine Verbesserung der chronischen eGFR-Steigung um 1,18 ml/min/1,73m²/Jahr (95%-Konfidenzintervall 0,45–1,91). Nach zwölf Monaten verzeichnete diese Gruppe eine Reduktion des UPCR um 51 Prozent sowie des UACR um 47 Prozent (jeweils p < 0,001).

Für die Subgruppe mit fokal segmentaler Glomerulosklerose (FSGS), bestehend aus 215 Patienten (13,6 Prozent), ergab die Analyse eine Verbesserung der Gesamt-eGFR-Steigung von 1,3 ml/min/1,73m²/Jahr (95%-Konfidenzintervall 0,5–2,2; p = 0,02) und der chronischen eGFR-Steigung von 1,87 ml/min/1,73m²/Jahr.

Das Risiko fĂĽr ein kombiniertes Nierenversagen oder einen starken eGFR-Abfall sank in dieser Gruppe um 40 Prozent. Nach sechs Monaten ging das UPCR um 38 Prozent und das UACR um 36 Prozent zurĂĽck.

Bei asiatischen Patienten, die mit 867 Teilnehmenden die größte untersuchte Untergruppe bildeten, lag die Verbesserung der chronischen eGFR-Steigung bei 1,14 ml/min/1,73m²/Jahr (95%-Konfidenzintervall 0,64–1,64).

Sicherheitsprofil und klinische Einordnung

Hinsichtlich des Sicherheitsprofils berichteten die Studienautoren über das Auftreten von Hyperkaliämien. Unter Finerenon trat dieses Ereignis bei 17,0 Prozent der Probanden auf, verglichen mit 13,3 Prozent in der Placebogruppe. Schwerwiegende Hyperkaliämien wurden bei 1,0 Prozent der Behandelten unter Finerenon und bei 0,6 Prozent unter Placebo registriert.

Anzeige

Um die eigene Gesundheit langfristig zu schützen, ist ein tiefes Verständnis der persönlichen Vitalstoff-Werte unerlässlich. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, welche Werte für Ihre Vorsorge wirklich entscheidend sind und wie Sie Fehlinterpretationen vermeiden. Laborwerte-Selbstcheck: Verstehen, handeln, gesund bleiben!

Finerenon ist ein nichtsteroidaler Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist. Nach Berichten über die Therapie von Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) ergänzt das Medikament seit einer Zulassung Anfang 2026 dort bereits etablierte Behandlungsoptionen wie SGLT2-Hemmer. Die nun von der FDA angenommene sNDA markiert einen Schritt hin zur Ausweitung des Einsatzspektrums auf Nierenpatienten ohne begleitenden Diabetes.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70400921 |