Flash Eurobarometer 578: 42 Prozent der EU-Betriebe nutzen KI
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 16:45 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn den kleinen und mittleren Unternehmen sowie Mid-Caps der Europäischen Union setzt sich der Einsatz moderner Technologien nur schrittweise durch. Wie die Europäische Kommission am 14. Oktober 2026 im Rahmen der Umfrage Flash Eurobarometer 578 mitteilte, nutzen derzeit 42% der befragten Betriebe künstliche Intelligenz oder algorithmisches Management.
Dieser Einsatz erfolgt jedoch überwiegend in einem begrenzten oder experimentellen Rahmen. Weitere 21% der Unternehmen planen gegenwärtig die Einführung entsprechender Technologien.
Breite Erhebungsgrundlage in 27 Mitgliedstaaten
Die Datenerhebung stützt sich auf 12.826 Telefoninterviews, die zwischen dem 20.03. und dem 13.04.2026 durchgeführt wurden. Befragt wurden Betriebe mit 1–749 Beschäftigten in allen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. In der Mehrheit der Länder flossen jeweils rund 500 Selbstauskünfte in die Statistik ein, in drei Staaten waren es jeweils rund 250 Unternehmen.
Aus den Ergebnissen geht hervor, dass lediglich 12% der Befragten KI bereits ausgiebig anwenden. Bei 30% beschränkt sich die Nutzung auf einen begrenzten oder versuchsweisen Rahmen. Rund 35% der befragten Firmen gaben an, weder KI-Lösungen zu nutzen noch eine Einführung zu planen.
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Betrachtet man die konkreten Einsatzbereiche – zusammengefasst aus bestehender Nutzung und festen Plänen –, liegt der Bereich Kundenservice und Kundenbeziehungen mit 47% an der Spitze. Auf die Leistungs- und Produktivitätskontrolle entfallen 36%, während 30% den Einsatz in der Logistik, der Planung oder beim Personaleinsatz verorten.
Verhaltene Entwicklung auf dem deutschen Markt
Im europäischen Vergleich agieren Unternehmen in Deutschland beim Technologieeinsatz vorsichtiger. Hierzulande nutzen 9% der befragten Betriebe KI-Systeme ausgiebig und 23% in begrenztem Umfang. Mit 40% verzeichnet Deutschland einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Unternehmen, die weder eine Nutzung noch entsprechende Pläne vorweisen.
Hinsichtlich der Entscheidungsstruktur überwiegt die menschliche Aufsicht. Bei den Nutzern in der EU liegt der Anteil jener Betriebe, in denen das System Vorschläge unterbreitet und der Mensch entscheidet, bei 52%. Bei 38% fallen Entscheidungen rein menschlich.
Lediglich 7% setzen auf Systeme, die autonom entscheiden und nachträglich überprüft werden, während 2% der Prozesse vollautomatisiert ablaufen. In Deutschland ergibt sich ein sehr ähnliches Bild: Hier gaben 54% an, dass Systeme Vorschläge machen und Menschen entscheiden. 34% entscheiden rein menschlich, 8% nutzen Systeme mit nachträglicher Kontrolle und 2% agieren vollautomatisiert.
Hürden und Skepsis im Personalbereich
Trotz des Interesses bestehen deutliche Barrieren für die Einführung. Hohe Investitionskosten stellen für 50% der Befragten ein Hindernis dar. Nahezu gleichauf liegen Rechtsunsicherheit mit 49% sowie eine fehlende Expertise mit 48%.
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Besondere Vorbehalte zeigen sich beim Personalmanagement: 49% aller Befragten vertrauen KI bei Personalentscheidungen nicht. EU-weit gaben lediglich 3% an, der Technologie in diesem Bereich voll zu vertrauen, während 41% ihr eher vertrauen.
Dagegen vertrauen 28% eher nicht und 21% gar nicht darauf. In Deutschland ist die Skepsis noch ausgeprägter: Nur 2% vertrauen KI bei Personalfragen voll und 20% eher, während 37% eher nicht und 38% gar kein Vertrauen äußern.
Gleichzeitig heben viele Betriebe den Nutzen hervor. So gaben 61% an, dass KI Entscheidungen unterstützt, und 75% erwarten dadurch eine bessere Jobqualität. Zudem betonen 90% der Unternehmen, dass die Letztentscheidung weiterhin beim Menschen liege.
Zusammen mit den Umfrageergebnissen veröffentlichte die EU-Kommission die Pressemitteilung IP/26/2160 und kündigte darin einen Quality Jobs Act an, zu dessen konkretem Inhalt und Zeitplan noch keine Angaben vorliegen.
