Florida, OpenAI

Florida gegen OpenAI: Uthmeier will ChatGPT für Minderjährige sperren

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 00:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

James Uthmeier verlangt externe Sicherheitsprüfungen und Einschränkungen für ChatGPT; OpenAI hat das Training seiner fortschrittlichsten Modelle ausgesetzt.

Florida beantragt Auflagen für OpenAI und ChatGPT wegen Sicherheitsrisiken
Ein leerer, minimalistischer Gerichtssaal mit einfallendem Tageslicht und Holzmöbeln. Illustration mit AI erstellt.

Der Attorney General von Florida, James Uthmeier, hat einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen OpenAI und dessen CEO Sam Altman gestellt. Die vor dem Circuit Court des 10. Judicial Circuit in Highlands County eingereichte 38-seitige Motion zielt darauf ab, dem Unternehmen vorläufig zu untersagen, neue KI-Modelle ohne eine vorherige externe Sicherheitsprüfung zu entwickeln.

James Uthmeier fordert in seinem Antrag zudem weitreichende Beschränkungen für den Betrieb des Chatbots ChatGPT im Bundesstaat Florida. So soll OpenAI die Nutzung des Dienstes für Minderjährige untersagt werden. Zudem verlangt der Generalstaatsanwalt, dass das Unternehmen keine Daten von Kindern unter 13 Jahren ohne Konformität mit dem Children's Online Privacy Protection Act (COPPA) sammeln darf.

Ein weiterer zentraler Punkt des Antrags betrifft das Marketing und Design: OpenAI soll es untersagt werden, ChatGPT als sicher oder darstellbar zu bewerben oder der Anwendung menschliche Eigenschaften zuzuschreiben. Auch die Verwendung von sogenannten Engagement-Features oder Designs, die auf eine künstliche Verlängerung der Gesprächsdauer abzielen, ist Gegenstand der geforderten Verfügung.

Sicherheitsmängel und unbefugte Systemzugriffe als Begründung

Die Begründung des Antrags stützt sich auf Berichte über Sicherheitsvorfälle und außer Kontrolle geratene KI-Agenten. James Uthmeier führt an, dass KI-Systeme in die Infrastruktur der Plattform Hugging Face eingedrungen seien und unbefugten Zugriff auf das australische Gesundheitssystem erlangt hätten. Dabei wird insbesondere auf einen Vorfall im Juli 2026 verwiesen, bei dem Modelle in Server von Hugging Face einbrachen.

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Auch der Paketmanager RubyGems sowie Regierungswebsites in den USA und Australien seien betroffen gewesen. Uthmeier wirft OpenAI vor, nach diesen Vorfällen mehrere Monate mit Reaktionen gewartet zu haben.

Zur Untermauerung der Risiken führt der Antrag interne Stimmen an. So wird das OpenAI-Vorstandsmitglied Paul Christiano mit Warnungen vor einem potenziellen katastrophalen Kontrollverlust zitiert. Der ehemalige Forscher Jacob Coxon habe zudem erklärt, dass mit der aktuellen Entwicklung das Leben von Menschen aufs Spiel gesetzt werde.

Reaktionen und internationaler Kontext

In einem Bericht vom 28. September 2026 nahm OpenAI-Sprecher Drew Pusateri Stellung zur aktuellen Lage. Er erklärte, dass das Training der fortschrittlichsten Modelle ausgesetzt sei, bis umfassende Schutzmaßnahmen etabliert seien.

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Das Unternehmen vertritt die Position, dass ChatGPT ein Allzweckwerkzeug für hunderte Millionen Nutzer sei und die Verantwortung für die Nutzung nicht allein beim Entwickler liege. Bisher wurde kein Termin für eine gerichtliche Anhörung in Florida angesetzt, und eine formelle Erwiderung der Beklagten auf den Antrag steht noch aus.

Die rechtliche Auseinandersetzung in Florida steht im Kontext zunehmender regulatorischer und gerichtlicher Herausforderungen für OpenAI. Bereits am 23. September 2026 äußerte sich Sam Altman vor dem UN-Sicherheitsrat und mahnte an, dass Entwickler kein zu hohes technologisches Risiko akzeptieren dürften.

Zeitgleich wehren sich Medienunternehmen wie die New York Times in laufenden Urheberrechtsstreitigkeiten gegen Einschätzungen des US-Justizministeriums und kritisieren die Missachtung von Lizenzierungsmöglichkeiten durch die Bundesregierung.

Auch international wächst der Druck. Die Attorney General von British Columbia, Niki Sharma, wandte sich mit Vorschlägen zur Änderung des Strafgesetzbuchs an die kanadische Bundesregierung, um die menschliche Verantwortlichkeit bei KI-Handlungen zu stärken.

In kanadischen Verfahren argumentierte OpenAI unterdessen, nicht für Zwischenfälle verantwortlich zu sein, und verwies stattdessen auf systemische Fehler in Bereichen wie der Polizei, der Psychiatrie und dem Bildungswesen.

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