FLOWPROMOTE-Studie: Kombination senkt LDL um 65 Prozent und Plaques stÀrker
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine intensive Senkung des Cholesterinspiegels kann GefĂ€Ăablagerungen in den HerzkranzgefĂ€Ăen messbar zurĂŒckdrĂ€ngen. Zu diesem Ergebnis kommt die FLOWPROMOTE-Studie eines Forschungsteams um Martin BĂždtker Mortensen vom UniversitĂ€tsklinikum Aarhus, die Ende Oktober 2026 im Fachjournal JAMA Cardiology veröffentlicht wurde.
Die randomisierte Untersuchung verglich an drei dÀnischen Kliniken die Wirkung einer Monotherapie mit einer dualen Lipidsenkung bei zuvor unbehandelten Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK).
Deutlichere Plaquereduktion unter Kombinationstherapie
An der zwischen 2020 und 2022 durchgefĂŒhrten Studie nahmen 104 statin-naive Patientinnen und Patienten teil, die neu an einer stabilen KHK litten, eine Stenose von mehr als 50 Prozent aufwiesen und einen CT-FFR-Wert von höchstens 0,80 hatten. Das Durchschnittsalter lag bei 64 Jahren, der MĂ€nneranteil betrug 79 Prozent.
Ăber eine Behandlungsdauer von 9 bis 18 Monaten, bei einer Gesamtnachbeobachtung von 18 Monaten, erhielt eine Gruppe von 52 Teilnehmenden tĂ€glich 40 mg Atorvastatin, wĂ€hrend die zweite Gruppe von 52 Personen mit einer Kombination aus 40 mg Rosuvastatin und 10 mg Ezetimib behandelt wurde.
Vom Ausgangswert des LDL-Cholesterins (LDL-C) von 123,6 mg/dL sank der Wert unter Atorvastatin von 119,7 auf 69,5 mg/dL, was einem RĂŒckgang von 38 Prozent entspricht.
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In der Kombinationsgruppe ging das LDL-C von 127,4 auf 42,5 mg/dL zurĂŒck, eine Reduktion um 65 Prozent (p<0,001). Die Triglyceride sanken um 62,0 mg/dL unter Atorvastatin gegenĂŒber 26,6 mg/dL in der Kombinationsgruppe.
Hinsichtlich der GefĂ€ĂverĂ€nderungen zeigte die Kombinationstherapie stĂ€rkere Effekte:
- Das Gesamtplaquevolumen sank unter der Monotherapie um 39,0 mmÂł (-13,6 Prozent) gegenĂŒber einem RĂŒckgang um 69,8 mmÂł (-21,1 Prozent) unter der Zweifachtherapie.
Die Differenz betrug -30,9 mmÂł (p=0,02).
- Nicht kalzifizierte Plaques reduzierten sich um 53,5 mmÂł (-20,0 Prozent) im Vergleich zu 82,3 mmÂł (-28,2 Prozent), mit einer Differenz von -28,9 mmÂł (p=0,02).
- Eine Regression der Gesamtplaque erreichten 76 Prozent der Patienten unter Atorvastatin gegenĂŒber 90 Prozent in der Kombinationsgruppe (p=0,05).
- Bei den nicht kalzifizierten Plaques verzeichneten 77 Prozent unter der Monotherapie und 98 Prozent unter der Kombination eine Regression (p=0,001); in der Kombinationsgruppe zeigten 51 von 52 Behandelten einen RĂŒckgang.
Kalzifizierte Plaques nahmen hingegen in beiden Studienarmen zu. Die Reduktion des LDL-Cholesterins war laut den Forschern linear mit dem AusmaĂ der Plaqueabnahme verbunden.
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Einordnung und methodische Grenzen
Das Team um Mortensen hĂ€lt fest, dass Atherosklerose zumindest teilweise reversibel sei, und sieht in den Ergebnissen eine BestĂ€tigung fĂŒr das Anstreben sehr niedriger LDL-C-Ziele von unter 55 beziehungsweise unter 40 mg/dL.
Gleichzeitig verweisen Fachleute auf EinschrĂ€nkungen der Studie: Die Kohorte war mit 104 Personen vergleichsweise klein, der absolute Effekt moderat und es wurden primĂ€r bildgebende Endpunkte nach 18 Monaten ausgewertet. Ob sich die gemessene Plaqueregression direkt in weniger Herzinfarkten oder TodesfĂ€llen niederschlĂ€gt, mĂŒssen gröĂere Studien mit harten klinischen Endpunkten belegen.
FrĂŒhere Untersuchungen ordnen den Nutzen der Substanzklassen Ă€hnlich ein. Eine FachĂŒbersicht aus dem Jahr 2018 bezifferte die LDL-C-Senkung durch Ezetimib allein auf 18 Prozent, durch Rosuvastatin auf 43 Prozent und durch die Kombination auf 60 Prozent.
Zudem belegen Studien wie SHARP aus dem Jahr 2011 oder PRECISE-IVUS Vorteile der Kombination von Statinen mit Ezetimib bei der Ereignis- und Atheromreduktion, wÀhrend die PrÀvalenz von Statin-UnvertrÀglichkeiten in der Praxis bei 5 bis 10 Prozent liegt.
