Flughafen-Hack, Millionen

Flughafen-Hack: 8,67 Millionen Kundendaten nach Lösegeld-Weigerung geleakt

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 00:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach verweigerter Lösegeldzahlung stellte FulcrumSec umfangreiche MAG-Kundendaten online. Behörden warnen vor gezielten Phishing-Angriffen.
Leere Abflughalle eines modernen Flughafens bei Nacht mit blÀulicher Beleuchtung und unbesetzten Check-in-Schaltern. Illustration mit AI erstellt.

Die Manchester Airports Group (MAG) ist Ziel eines schwerwiegenden Cyberangriffs geworden, bei dem die persönlichen Informationen von Millionen Passagieren entwendet wurden. Nachdem der Flughafenbetreiber die Zahlung eines geforderten Lösegelds verweigert hatte, veröffentlichten die Angreifer Anfang September die sensiblen DatensÀtze im Internet. Von dem Vorfall sind Kunden der FlughÀfen Manchester, London Stansted und East Midlands betroffen.

Umfangreicher Datendiebstahl nach Erpressungsversuch

Die fĂŒr den Angriff verantwortliche Hackergruppe FulcrumSec stellte die Informationen auf einer Leak-Website im sogenannten Clear Web bereit. Branchenexperten stuften die Veröffentlichung im frei zugĂ€nglichen Teil des Internets als ungewöhnlich ein. Der Schritt erfolgte als direkte Reaktion auf die Weigerung von MAG, auf die finanziellen Forderungen der Erpresser einzugehen.

Die veröffentlichten Daten sind Ă€ußerst umfangreich und detailliert. Sie stammen laut Berichten aus Buchungen fĂŒr verschiedene Flughafendienstleistungen, darunter Parkplatzreservierungen, der Zugang zu Flughafen-Lounges, Fast-Track-Services sowie die Nutzung des hauseigenen WLAN-Netzes.

Den Informationen zufolge umfassen die geleakten DatensÀtze E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Privatanschriften und Postleitzahlen. Zudem sind Kfz-Kennzeichen, ReiseverlÀufe, Kaufhistorien sowie Browser- und GerÀtedaten der betroffenen Kunden enthalten.

WidersprĂŒchliche Angaben zur Datenmenge

Hinsichtlich des exakten Volumens der gestohlenen Daten gibt es unterschiedliche Angaben. WĂ€hrend die Hackergruppe FulcrumSec behauptet, insgesamt 549 GB an Daten entwendet zu haben, nennen andere Quellen eine Menge von 86 GB beziehungsweise rund 0,5 TB.

Die detaillierte Aufstellung der Hacker beziffert den Umfang auf 8,67 Millionen Kundenprofile und 2,48 Millionen KaufdatensĂ€tze. DarĂŒber hinaus sollen 1,16 Milliarden Marketing-Events, 461.000 SMS-Nachrichten und 108.000 Fahrzeugregistrierungen Teil des Pakets sein.

Besonders kritisch wird die Veröffentlichung von 190.000 bis 191.000 zukĂŒnftigen Buchungen bewertet, da diese Informationen Aufschluss ĂŒber bevorstehende ReiseplĂ€ne geben.

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SicherheitslĂŒcke durch exponierte API-SchlĂŒssel

Untersuchungen zum Hergang des Angriffs deuten darauf hin, dass die Angreifer ĂŒber eine Schwachstelle im JavaScript-Code der MAG-Website Zugriff erhielten. Dort soll ein exponierter Admin-SchlĂŒssel fĂŒr die Marketing-Plattform Iterable hinterlegt gewesen sein, der den unbefugten Zugriff auf die Datenbanken ermöglichte.

Die Manchester Airports Group hat den Sicherheitsvorfall mittlerweile bestÀtigt. Das Unternehmen betonte in einer Stellungnahme, dass nach aktuellem Kenntnisstand keine Zahlungsdaten oder unmittelbar sicherheitsrelevanten Informationen kompromittiert wurden. Dennoch habe man bereits damit begonnen, die betroffenen Kunden direkt zu kontaktieren. Zudem arbeite die Gruppe eng mit den zustÀndigen Behörden zusammen, um den Vorfall aufzuarbeiten.

Behörden und Experten warnen vor Phishing-Risiken

Infolge der Veröffentlichung wurde der Datensatz bereits in den Überwachungsdienst Have I Been Pwned (HIBP) aufgenommen, der den Vorfall verifizierte. Das britische Information Commissioner's Office (ICO) hat sich ebenfalls eingeschaltet und rĂ€t allen potenziell Betroffenen zu verstĂ€rkten Schutzmaßnahmen.

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Sicherheitsexperten warnen eindringlich vor den langfristigen Folgen des Leaks. Ein Branchenspezialist forderte Kunden dazu auf, in den kommenden Monaten besonders wachsam gegenĂŒber Betrugsversuchen zu bleiben. Da die Daten nun öffentlich zugĂ€nglich sind, bestehe ein erhebliches Risiko fĂŒr sekundĂ€re Angriffe.

Auch das Sicherheitsunternehmen Trend Micro warnte vor einer möglichen Welle von gezielten Phishing-Attacken, bei denen die TĂ€ter die realen Reisedaten und Kontaktinformationen nutzen könnten, um glaubwĂŒrdig wirkende Betrugsnachrichten zu versenden. MAG selbst rĂ€t seinen Kunden ebenfalls zur Vorsicht bei unaufgeforderten Nachrichten oder verdĂ€chtigen Anrufen.

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