Flugsicherung, KI-Lotsen

Flugsicherung: KI-Lotsen bewältigen 25% mehr Verkehr

25.06.2026 - 20:18:38 | boerse-global.de

KI-gestützte Lotsen bewältigen in Simulationen 25 Prozent mehr Verkehr. Weltweit investieren Behörden in Automatisierung und digitale Fernsteuerung.

DLR-Studie: KI entlastet Fluglotsen und steigert Effizienz
Flugsicherung - Futuristische Flugverkehrszentrale mit holografischen Displays für Flugrouten und Wetterdaten, Symbol für KI im Flugverkehr. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein vierjähriges Forschungsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) belegt: Künstliche Intelligenz kann Fluglotsen massiv entlasten und die Effizienz der Luftfahrt steigern.

Die am Mittwoch in Hamburg vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass KI-gestützte Lotsen in Simulationen bis zu 25 Prozent mehr Verkehr bewältigen konnten als mit herkömmlichen Methoden. Angesichts steigender Passagierzahlen und knapper Personalkapazitäten kommt die Entwicklung zur rechten Zeit.

Digitale Lotsen und intelligente Routenplanung

Die DLR-Forscher entwickelten gleich zwei Systeme: einen digitalen Fluglotsen und ein Assistenzsystem für Piloten. Bei Störungen schlägt die KI automatisch alternative Routen vor und identifiziert geeignete Ausweichflughäfen. Das soll die Arbeitsbelastung in stressigen Situationen deutlich senken.

„Die Luftfahrt wächst weltweit, aber das Personal wird nicht im gleichen Maße aufgestockt", erklären die Forscher. „Hier setzt unsere Technologie an."

USA investieren Milliarden in KI-gesteuerte Flugsicherung

Auch die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA treibt die Automatisierung voran. Sie vergab einen 12-Jahres-Auftrag im Wert von umgerechnet rund 800 Millionen Euro an Air Space Intelligence. Kern des Projekts: das KI-Tool SMART, das Echtzeit-Wetterdaten mit Flugdaten verknüpft und optimierte Routen berechnet.

Der Betrieb soll noch in diesem Jahr anlaufen, die vollständige Einführung ist binnen 24 Monaten geplant. Experten betonen jedoch die Kosten: Die Nachrüstung eines einzigen Flugzeugs mit modernen Kollisionswarnsystemen schlägt mit rund 45.000 Euro zu Buche.

Finnland setzt auf digitale Fernsteuerung

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Europa geht eigene Wege: Indra Group und Fintraffic errichten im finnischen Vantaa ein digitales Fernkontrollzentrum – das erste seiner Art für den Betrieb mehrerer Flughäfen. Von einem einzigen Arbeitsplatz aus können Lotsen künftig bis zu drei Airports gleichzeitig steuern.

Das Zentrum übernimmt die Kontrolle über sieben finnische Flughäfen, darunter Oulu, Turku und Vaasa. Die Technik ist für arktische Bedingungen ausgelegt: Die Systeme halten Temperaturen bis minus 50 Grad Celsius stand und arbeiten mit 4K-Visualisierung.

Helsinki Airport als Vorreiter der Digitalisierung

Der Flughafen Helsinki erhielt kürzlich den ACI EUROPE Digital Transformation Award 2026. Ausgezeichnet wurde die Plattform „Airport Operational Status" (AOS), die über 6.000 Nutzer an 20 Airports vernetzt. Das System verkürzt die Reaktionszeit bei Zwischenfällen um 20 bis 30 Minuten, indem es Daten von Airlines, Bodenabfertigern und Behörden in Echtzeit bündelt.

Drohnen verstehen Funkverkehr

Forscher des Georgia Institute of Technology präsentierten auf der IEEE-ICRA-Konferenz ein System, das Drohnen befähigt, menschlichen Funkverkehr zu verstehen. Mittels Spracherkennung und großen Sprachmodellen interpretiert die KI Pilotenanweisungen. Das Ergebnis: Die Fehlerquote bei der Vorhersage von Drohnenflugbahnen sank um mehr als die Hälfte – von rund einem Kilometer auf etwa 400 Meter.

Milliardenmarkt mit Wachstumspotenzial

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Der globale Markt für Kommunikationssysteme in der Flugsicherung wird 2025 auf rund 3,9 Milliarden Euro geschätzt. Branchenanalysten prognostizieren bis 2032 ein Volumen von über 5,7 Milliarden Euro – ein jährliches Wachstum von 5,5 Prozent. Treiber sind die Digitalisierung und die Integration Künstlicher Intelligenz.

Marktführer Thales hält derzeit einen globalen Anteil von 11,5 Prozent, gefolgt von Leonardo, Saab und L3Harris.

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